Fussball

Australiens Altstar Cahill tritt aus Team zurück

Australiens Rekordtorschütze Tim Cahill hat seinen Abschied aus der Nationalmannschaft verkündet. Der 38-Jährige teilte am Dienstag via Twitter mit: „Heute ist der Tag, an dem ich meine Schuhe bei den Socceroos an den Nagel hänge“, schrieb Cahill. „Worte können nicht beschreiben, was es mir bedeutet hat, mein Land zu repräsentieren“, so der Stürmer.

Australiens Tim Cahill

Reuters/Marcos Brindicci

In 107 Länderspielen erzielte Cahill 50 Tore für die Australier und nahm an vier Weltmeisterschaften teil. Mit seinen beiden Toren im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Syrien hatte Cahill die Australier zur WM nach Russland geschossen. Dort war der einstige Premier-League-Legionär nur Ersatz und wurde vom scheidenden Trainer Bert van Marwijk im letzten Gruppenspiel gegen Peru eingewechselt. Bei der WM 2006 erzielte der Stürmer das erste australische Tor bei einer Endrunde.

Britische Regierung für WM-Bewerbung offen

Die britische Regierung hat sich offen dafür gezeigt, sich um die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2030 zu bewerben. Das bestätigte laut der britischen Nachrichtenagentur PA ein Sprecher von Premierministerin Theresa May am Montag. „Wir haben eine super Bilanz, was sportliche Großereignisse angeht, und wir haben die Stadien, Infrastruktur und Erfahrung“, hieß es.

Gemeinsame britische Bewerbung?

Die Regierung spreche „gern“ über ein solches Vorhaben. Es sei auch gut möglich, dass es statt einer rein englischen Bewerbung eine britische Bewerbung gebe und England die WM gemeinsam mit Schottland, Wales und Nordirland ausrichte. Das hänge von den Planungen der Fußballverbände ab.

England, das bisher nur 1966 WM-Gastgeber war, hatte sich 2006 und 2018 um die Ausrichtung der Weltmeisterschaft beworben, die Entscheidung fiel aber zugunsten von Deutschland und Russland. 1996 fand die Europameisterschaft in England statt.

Sabitzer nach Verletzung wieder im Leipzig-Training

Drei Monate nach seiner Schulterverletzung ist ÖFB-Legionär Marcel Sabitzer am Montag ins Mannschaftstraining des deutschen Bundesligisten RB Leipzig zurückgekehrt. Der österreichische Offensivspieler absolvierte weite Teile des Trainings mit dem Team.

Im Europa-League-Viertelfinale bei Olympique Marseille hatte sich Sabitzer in der 59. Minute verletzt, musste ausgewechselt und später operiert werden. Der 24-Jährige war bereits vor dem offiziellen Trainingsstart der Leipziger am vergangenen Montag zurückgekehrt und hatte individuell in der RB-Akademie gearbeitet.

Iran erlaubt Frauen Zutritt ins Stadion

In einem offiziellen Schreiben hat Präsident Hassan Rouhani grünes Licht für den Zugang der iranischen Frauen in die Stadien gegeben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA gab Rouhani das in einem Schreiben an Sportminister Massud Soltanifar bekannt.

Angeblich soll es auch innerhalb des Klerus zu einem Umdenken gekommen sein. Bist jetzt waren die erzkonservativen Kleriker der Ansicht, dass islamische Frauen in Fußballstadien mit frenetischen männlichen Fans und vulgären Slogans nichts zu suchen hätten. Nun aber sagte ein Sprecher des Wächterrats - ein einflussreiches Kontrollorgan im Land - dass ein „absolutes Verbot“ nicht länger rational sei.

Für Rouhani und das Sportministerium sind exklusive Tribünen für Frauen und Familien eine praktische Antwort auf die Bedenken des Klerus. Immer wieder hatte es Proteste gegen das Verbot gegeben. Zudem wurde das Establishment, das nach Ansicht der Iraner noch erzkonservativer sei als Irans Erzfeind Saudi-Arabien, in Sozialen Netzwerken kritisiert. Dieser Vergleich ist für den Iran, der sich immer moderner einstufte als die Saudis, nicht wünschenswert. In Saudi-Arabien dürfen seit Kurzem auch Frauen in die Stadien.

WM-Notizen

Wolgograd-Stadion von Erdrutsch schwer beschädigt

Ein durch sintflutartige Regenfälle ausgelöster Erdrutsch hat am Sonntag das Fußball-WM-Stadion in Wolgograd schwer beschädigt. Bilder zeigten ein mehrere Meter tiefes Loch samt gebrochenen Rohren an der Außenseite der Arena, ein Weg wurde von den Schlammmassen zum Teil weggerissen. Auch im Stadioninneren gebe es Schäden, die mehrtägige Reparaturarbeiten erforderten, hieß es von offizieller Seite.

Erdrutsch neben dem Stadion in Wolgograd

Reuters/-

So ein Unwetter gebe es nur „einmal in hundert Jahren“, betonte ein Sprecher. Die 45.000 Zuschauer fassende Wolgograd-Arena wurde für die WM neu gebaut und hat laut offiziellen Angaben mehr als 16 Milliarden Rubel (rund 221 Mio. Euro) gekostet. Insgesamt vier WM-Gruppenspiele haben in Wolgograd stattgefunden. In der Arena spielt nun Zweitligist Rotor Wolgograd, dessen durchschnittliche Zuschauerzahl zuletzt unter 4.000 lag.

Finalflitzer erhalten 15 Tage Haft

Für ihre Protestaktion beim Finale der Fußball-WM in Moskau sind vier Mitglieder - drei Frauen und ein Mann - der russischen Polit-Punkrock-Gruppe Pussy Riot am Montag zu jeweils 15 Tagen Haft verurteilt worden. Außerdem wurde ihnen für drei Jahre der Besuch von Sportveranstaltungen untersagt.

Das Moskauer Gericht warf den Aktivisten vor, „die Regeln für das Verhalten von Zuschauern grob verletzt“ zu haben und verurteilte die Angeklagten deshalb zur Höchststrafe für dieses Vergehen.

Störaktion vor Putins Augen

Das Quartett war in der zweiten Hälfte des Endspiel am Sonntagabend zwischen Frankreich und Kroatien (4:2) in Polizeiuniformen auf das Spielfeld im Moskauer Luschniki-Stadion gerannt. Das Match musste deshalb kurz unterbrochen werden, Sicherheitskräfte schleiften die Störenfriede vom Spielfeld. Diese leisteten keinen Widerstand. Während der Aktion war auch Russlands Staatschef Wladimir Putin im Stadion gewesen.

Pussy Riot bekannten sich in Sozialen Netzwerken zu der Flitzeraktion und stellten zugleich mehrere politische Forderungen. Unter anderem sollten alle politischen Gefangenen freigelassen werden. Zudem forderte die Gruppe ein Ende von Festnahmen bei friedlichen Protesten. Überdies müsse politischer Wettbewerb im Land erlaubt werden.

Weltmeisterlicher Empfang für „Vize“ Kroatien

Die kroatischen Fans haben ihrer Nationalmannschaft trotz der Niederlage im WM-Finale gegen Frankreich einen begeisterten Empfang bereitet. Auf dem Flughafen von Zagreb wurde das Team um Kapitän Luka Modric am Montag von den Fans mit Rufen „Champions, Champions“ begrüßt. Maschinen der Luftwaffe hatten das aus Russland kommende Flugzeug mit den Nationalspielern nach Erreichen des kroatischen Luftraums eskortiert.

Roter Teppich auf dem Rollfeld

Die Spieler schritten über einen roten Teppich in das Flughafengebäude. Im Zentrum der Hauptstadt strömten Hunderttausende Menschen mit Landesflaggen auf den Straßen und Plätzen zusammen, um die Vizeweltmeister als Helden zu feiern. Für die Kroaten bedeutete das Abschneiden ihrer Nationalelf bei der WM der größte sportliche Erfolg in der Geschichte des Landes.

Das staatliche Fernsehen hatte die Bevölkerung aufgerufen, den „historischen Augenblick“ zu feiern. Die Eisenbahn bot Tickets zum halben Preis an, damit Fans zum Empfang des Teams nach Zagreb reisen konnten. Die Stadtverwaltung von Zagreb hatte angeordnet, dass die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel am Montag gratis war.

Die Nationalspieler fuhren vom Flughafen mit einem offenen Bus zum Ban-Jelacic-Platz. Anschließend empfing Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic die Vizeweltmeister an ihrem Amtssitz und zeichnete sie mit Orden aus.

Frankreich: 292 Festnahmen während WM-Feiern

Am Rande der Feiern zum WM-Sieg hat die Polizei in Frankreich insgesamt 292 Menschen in Polizeigewahrsam genommen. In mehreren Städten kam es zu Ausschreitungen. 45 Polizisten seien leicht verletzt worden, teilte der Sprecher des Innenministeriums, Frederic de Lanouvelle, am Montag mit. Er erklärte aber, dass die Feiern insgesamt überwiegend friedlich verlaufen seien.

In Paris, wo auf den Champs-Elysees am Abend mehrere hunderttausend Menschen feierten, kam es ebenfalls zu Zwischenfällen. Im Bereich der Prachtstraße wurden nach Angaben der Polizeipräfektur etwa ein Dutzend Geschäfte beschädigt, so gingen Schaufensterscheiben zu Bruch. Es gab auch Diebstähle, laut Medienberichten wurde ein Geschäft geplündert. Jugendliche hätten Wein- oder Champagnerflaschen herausgetragen, berichtete die Zeitung „Le Parisien“ - die Polizei habe Tränengas eingesetzt.

Bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei gewalttätigen Gruppen wurde laut Polizei ein Mensch schwer verletzt. Vier Polizisten wurden leicht verletzt, als es in der Nähe der Fanzone zu Massenbewegungen kam. In Paris gab es 95 Festnahmen, davon kamen 83 Menschen länger in Polizeigewahrsam. Ungeachtet der Ausschreitungen sprach Polizeipräfekt Michel Delpuech von einer „maßvollen Bilanz“ in der Hauptstadt.

Beachvolleyball

Doppler/Horst gelingt EM-Start nach Maß

Clemens Doppler und Alexander Horst sind erfolgreich in die Beachvolleyball-EM in den Niederlanden gestartet. Die Vizeweltmeister von 2017 gewannen am Montag ihr Auftaktspiel der Gruppe C gegen die Niederländer Jannes van der Ham/Sven Vismans in Rotterdam ohne größere Mühe mit 2:0 (13,11). Kein Erfolgserlebnis gab es hingegen für Tobias Winter/Julian Hörl, die mit einer 1:2-Niederlage starteten.

Beachvolleyballer Clemens Doppler und Alexander Horst

CEV

Doppler/Horst hatten nur in der Anfangsphase ihre Probleme, lagen schnell mit 2:5 zurück. Es dauerte aber nicht lange, bis sie den Weg auf die Erfolgsstraße fanden. Im Endeffekt entschieden sie beide Sätze mit Respektabstand für sich. Als nächste Gegner warten am Dienstag (15.00 Uhr) die Russen Konstantin Semenow/Ilja Leschukow, die die Polen Mariusz Prudel/Jakub Szalankiewicz mit 2:0 (15,19) besiegten.

Winter/Hörl verpassen Überraschung

Für Winter/Hörl schaute es in Utrecht zu Beginn nach einer Überraschung aus, Satz eins gegen Pablo Herrera/Adrian Gavira konnte mit 21:16 gewonnen werden. Die Spanier führten aber noch die Wende herbei, behielten mit 21:15 15:7 die Oberhand. Winter/Hörl treffen am Dienstag (18.30 Uhr) auf die Niederländer Christiaan Varenhorst/Jasper Bouter, die gegen die Franzosen Youssef Krou/Quincy Aye einen 2:0-(9, 14)-Sieg feierten.

Am Dienstag steigt auch mit Katharina Schützenhöfer/Lena Plesiutschnig das einzige Damen-Duo des Österreichischen Volleyballverbands (ÖVV) ins Turnier ein. Die Sieger der acht Pools sind im Achtelfinale, die zweit- und drittplatzierten Teams in der Zwischenrunde. Für die Schlusslichter ist das Turnier zu Ende.

ORF

Knapp zwei Millionen Zuschauer sahen WM-Finale

Knapp zwei Millionen Menschen haben am Sonntag das Finale der Fußball-WM im ORF verfolgt. Bis zu 1,992 Millionen waren beim zweiten WM-Titel der Franzosen live dabei. Im Durchschnitt saßen 1,856 Millionen Zuseher (65 Prozent Marktanteil) in der zweiten Hälfte vor den Bildschirmen. Das gab der Sender am Montag nach Auswertung der Teletest-Daten bekannt.

Insgesamt 6,364 Millionen Zuseher waren nach Senderangaben via ORF bei zumindest einem der 64 WM-Spiele dabei, das entspricht 85 Prozent der heimischen TV-Bevölkerung ab 12 Jahren.

Springreiten

Koller holt EM-Bronze bei Young Riders

Der 21-jährige Springreiter Felix Koller hat am Sonntag bei den Europameisterschaften in Fontainebleau (Frankreich) die Bronzemedaille bei den Young Riders (16 bis 21 Jahre) geholt. Der Oberösterreicher musste sich nach fünf Runden auf Captain Futur mit dem Score von 15,06 nur dem Briten Harry Charles (Vivaldi du Dom/6,72) und dem Deutschen Cedric Wolf (Cho Chang/13,65) geschlagen geben.

Koller ist ein Schüler des österreichischen Topreiters Roland Englbrecht. „Felix hat unglaubliche Nervenstärke bewiesen, hat aus seiner vermeintlichen Schwäche eine Stärke gemacht, weil er unheimlich viel dazu gelernt hat“, meinte Englbrecht. „Ich kann es kaum in Worte fassen, was da passiert ist“, sagte Koller, der seit drei Monaten als Bereiter im Stall von Paul Schockemöhle arbeitet.

Boxen

Powetkin nächster Gegner von Weltmeister Joshua

Boxweltmeister Anthony Joshua verteidigt seine WM-Titel im Schwergewicht am 22. September gegen den Russen Alexander Powetkin. Wie Joshuas Promoter am Montag auf Twitter bekanntgab, wird das Duell im Londoner Wembley-Stadion stattfinden. Der 28-jährige Brite ist in 21 Kämpfen unbesiegt. 20 davon gewann er durch K. o. Zu den Geschlagenen gehört auch Wladimir Klitschko.

Der russische Boxer Alexander Powetkin

Reuters/Andrew Couldridge

Der zehn Jahre ältere Powetkin hat von 35 Kämpfen (24 K. o.) nur einen verloren. Er war von 2011 bis 2013 Weltmeister. Powetkin unterlag vor fünf Jahren Wladimir Klitschko. Der Russe war von 2016 bis 2017 wegen Dopings gesperrt.

Der Kampf gegen Joshua ist ein Duell der Olympiasieger. Joshua holte 2012 in London Gold im Superschwergewicht, Powetkin schaffte das 2004 in Athen. Diesmal geht es um die WM-Titel der großen Verbände IBF, WBO und WBA (Super-Champion) sowie den Gürtel des weniger bedeutsamen Verbandes IBO.

Chronik

Tischtennislegende Surbek gestorben

Der frühere jugoslawische Weltklassetischtennisspieler Dragutin Surbek ist im Alter von 71 Jahren in seiner kroatischen Heimatstadt Zagreb gestorben. Surbek war im Einzel unter anderem Europameister (1968) und dreimal WM-Dritter. Am bekanntesten wurde er im legendären Doppel mit Anton Stipancic. Nach einer Reihe weiterer Podestplatzierungen wurden die beiden 1979 Weltmeister.

Vier Jahre später gewann Surbek den WM-Titel im Doppel erneut, diesmal mit dem bedeutend jüngeren Zoran Kalinic. In den 1970er und 80er Jahren wurden Schlägermodelle verschiedener Hersteller nach Surbek benannt.

Ex-NHL-Torhüter Emery bei Badeunfall ertrunken

Der frühre kanadische Eishockey-Torhüter Ray Emery ist am Wochenende bei einem tragischen Badeunfall ums Leben gekommen. Der langjährige Spieler der National Hockey League (NHL) ertrank beim Schwimmen im Royal Hamilton Yacht Club in der kanadischen Stadt Hamilton. Emery wurde 35 Jahre alt. Der frühere Torhüter soll in den Morgenstunden mit Freunden schwimmen gewesen und untergegangen sein. „Leider tauchte er nicht mehr auf“, wurde Inspektor Marty Schulenberg im „The Hamilton Spectator“ zitiert, „Einsatzkräfte haben im Wasser und in der Gegend um die Piers gesucht, aber leider ohne Erfolg.“

Emery spielte von 2003 bis 2015 bei den Ottawa Senators, Anaheim Ducks, Chicago Blackhawks und Philadelphia Flyers in der NHL. 2016 spielte der Kanadier auch kurzzeitig bei den Adler Mannheim in Deutschland. Der Torhüter, der auch vor Faustkämpfen mit anderen Spielern nicht zurückschreckte, gewann als Mitglied der Blackhawks 2013 auch den Stanley Cup.