Rodler Wolfgang Kindl

APA/AFP/Mark Ralston

Herren im Einsitzer um Medaille

Seit 1992 sind Österreichs Rodler bei Olympischen Spielen Medaillengaranten. Und die Vorzeichen stehen gut, dass sich daran auch bei den achten Spielen in Folge nichts ändert. Den Anfang machen im Alpensia Sliding Centre am Samstag und Sonntag (vier Läufe) die Herren-Einsitzer.

Der Sportdirektor des Österreichischen Rodelverbands (ÖRV), Markus Prock, ist optimistisch, dass die Serie fortgesetzt wird. Denn mit Doppelweltmeister Wolfgang Kindl ist einer der heißesten Medaillenkandidaten im Aufgebot des Österreichischen Olympischen Comites (OÖC) am Start, David Gleirscher und Reinhard Egger komplettieren das Trio. „Unser Ziel ist es, zwei Medaillen zu gewinnen. Aber wie man weiß, muss bei Olympia alles passen“ , so Prock.

Rodler David Gleirscher
APA/AFP/Mohd Rafsan
David Gleirscher bei einer Trainingsfahrt im Alpensia Sliding Centre

Friedl von seinen Athleten überzeugt

Cheftrainer Rene Friedl weiß, was er an seinen Burschen hat: „Wir haben ein sehr starkes Herren-Team hier am Start. Alle haben schon im Weltcup gezeigt, dass sie Topplatzierungen einfahren können, auch in den Trainingskursen hier“, sagte der Deutsche und ergänzte: „Wolfgang Kindl zählt auch in diesem Jahr zur absoluten Topelite. Er ist sicher einer der stärksten Fahrer in der Bahn.“

Insgesamt 70 geschätzte Fahrten hat Kindl inklusive aller Testfahrten bei anderen Gelegenheiten auf der Olympiabahn hinter sich. Doch jedes Mal präsentiert sich der Kurs etwas anders. Viel hängt vom Eisaufbau ab: „Sie steht doch wieder ein bisschen anders da. Man muss sich komplett neu einstellen, den Rhythmus neu erarbeiten“, sagte der 29-jährige Tiroler.

Kindl will Medaille

„Mein Ziel ist es, eine Medaille zu holen“, wiederholte Kindl am Donnerstag bei der Pressekonferenz im Österreich-Haus. „Es ist ein Privileg, zu den Medaillenkandidaten zu gehören, aber das habe ich mir erarbeitet.“

„Das Material haben wir auf die Eisbedingungen gut eingestellt“, sagte Kindl. Auch wenn es ein wenig wärmer geworden ist, am Eiszustand hat das nichts geändert. „Ich glaube, dass es für uns optimale Bedingungen sind.“

David Gleirscher feiert Debüt

Im Gegensatz zu Kindl, der schon zum dritten Mal im Zeichen der fünf Ringe antritt, ist David Gleirscher ein Olympiadebütant. Die Qualifikation für den 23-jährigen Tiroler war im starken ÖRV-Herren-Team alles andere als einfach. U. a. musste er ja auch gegen seinen Bruder Nico antreten. „Es war bis zum Schluss spannend. Ich bin froh, dass ich da bin, aber es war ein sehr fairer Konkurrenzkampf innerhalb des Teams. Auch die zwei, die zu Hause geblieben sind, haben jeweils einen Stockerplatz gehabt.“

Egger setzt auf Routine

Dem Dritten im Bunde, Egger, gefällt die Bahn. „Sie liegt schön. Die Kurve 2 ist schon der erste Punkt, wo ein fataler Fehler passieren kann, denn es ist eine sehr offene Kurve, das heißt, mit weniger Neigung, wodurch viele verschiedene Linien möglich sind“, sagte Egger. Besonders in der Ausfahrt nach der Kurve 8 sei gutes Timing gefragt: „Da hat man innerhalb von 25 Metern bei 125 km/h vier Lenkeinsätze, die ca. auf zehn bis 15 Zentimeter stimmen sollten, das ist dann schon sehr sportlich.“

Egger, der als Achter bei den Spielen in Sotschi bester Österreicher gewesen ist, hofft auf eine Spitzenplatzierung. „Top Sechs wäre das große Ziel, aber natürlich wäre der Wunsch Richtung Medaille. Das ist möglich, aber es muss alles passen.“

Materialchef Tobias Schiegl sieht die Schlitten sehr gut eingestellt für das harte Eis. Der frühere Doppelsitzer-Weltmeister kennt die Risiken seines Sports. „Ziel jedes Rodlers ist es, die Bahn vom Start bis ins Ziel blind zu bewältigen. Man muss wissen, wo schaut man ein bisserl, wo nicht mehr.“

Links:

Publiziert am 10.02.2018

Zu diesem Thema