Österreich läuft in Debakel
Die technisch und spielerisch starken Hausherren trafen vor 4.400 Zuschauern in Flers durch Antoine Griezmann (19., 73.), Alexandre Lacazette (66., 83.) und Enzo Reale (80.). Da im Parallelspiel der Gruppe die Niederlande gegen England 1:0 gewannen, lebt aber sogar noch die theoretische Chance aufs Halbfinale, da in der Tabelle das direkte Duell zählt. Bei drei punktegleichen Teams wird eine Untertabelle erstellt, in der es dann auf die Ergebnisse der Teams gegeneinander ankommt.
Fünf Umstellungen bringen nichts
Österreich ist im Semifinale ...
... wenn die Niederlande am Samstag (18.00 Uhr) 2:1 oder höher geschlagen werden und England gegen Frankreich verliert. Bei einem 1:0-Erfolg ist Österreich zumindest Dritter und somit für die U20-WM 2011 in Kolumbien qualifiziert.
Heraf veränderte seine Startelf im Vergleich zum England-Match gleich an fünf Positionen. Kapitän Michael Schimpelsberger landete genauso auf der Ersatzbank wie Tobias Kainz, Christoph Knasmüllner, Marco Djuricin und der angeschlagene Christian Klem. Neu im Spiel war dafür in der Defensive Lukas Rath, im Mittelfeld durften Robert Gucher und Raphael Holzhauser ran, im Angriff Georg Teigl und Marco Meilinger.
Vor den Augen des ÖFB-Präsidenten Leopold Windtner war von der ersten Minute an zu sehen, dass die Österreicher um mehr defensive Kompaktheit als gegen England bemüht waren. Nicht nur U21-Teamchef Andreas Herzog, der das Auftaktmatch der Franzosen für den ÖFB beobachtete, hatte vor der brandgefährlichen Offensive der „Equipe“ gewarnt.

Erste Chance, erstes Tor für Frankreich
Die österreichische Offensive versuchte ebenfalls ihr Bestes. Die erste gute Chance vergab Stürmer Andreas Weimann, der nur das Außennetz traf (10.). Wie gegen England mussten die Österreicher aber auch diesmal gleich mit der ersten Möglichkeit des Gegners das 0:1 hinnehmen. Nach weitem Pass von Chris Mavinga nutzte Griezmann einen kleinen Stellungsfehler der Verteidigung und schoss eiskalt aus zwölf Metern ins rechte Eck (19.).
Die ballsicheren Franzosen hatten zu diesem Zeitpunkt das Spiel immer besser in den Griff bekommen. Vor allem auch deshalb, weil sie Österreichs Kapitän David Alaba nicht richtig zur Entfaltung kommen ließen. Eine Chance auf den Ausgleich bot sich vor der Pause trotzdem noch, doch Holzhauser verdribbelte sich wenige Meter vor dem Franzosen-Tor (37.).
Für Österreich wird es bitter
Österreich musste in den zweiten 45 Minuten mehr riskieren, dennoch verwalteten die Franzosen die knappe Führung souverän. Und Mitte der zweiten Spielhälfte machten sie den Sack zu. Nach herrlichem Pass von Chelsea-Legionär Gael Kakuta lupfte der eingewechselte Lacazette den Ball über den herauseilenden Goalie Philip Petermann (66.).
Danach begannen die Franzosen zu zaubern und fast nach Belieben zu treffen. Griezmann erhöhte mit seinem zweiten Tor nach schönem Querpass von Reale problemlos auf 3:0 (73.). Dann wurde es für die Österreicher noch richtig bitter, Reale (80.) und Lacazette (83.) schenkten der auseinanderbrechenden ÖFB-Mannschaft zwei weitere Treffer ein.
Alaba und Knasmüllner müssen heim
Die Situation wird vor dem abschließenden Spiel am Samstag gegen die Niederlande nicht einfacher. Alaba und Knasmüllner stehen wie erwartet nicht mehr zur Verfügung. Die beiden Bayern-Legionäre müssen wie mit den Deutschen abgemacht die Heimreise nach München antreten. Die zweite Mannschaft der Bayern startet am Wochenende in die dritte deutsche Liga.
U19-EM, Gruppe A, zweiter Spieltag
Mittwoch:
Frankreich - Österreich 5:0 (1:0)
Flers, Stade du Haze, 4.400 Zuschauer
Tore: Griezmann (19., 73.), Lacazette (66., 83.), Reale (80.)
Frankreich: Diallo - Nego, Faure, Mavinga, Kolodziejczak - Coquelin (84./Sunu) - Fofana, Kakuta - Grenier (67./Reale), Bakambu (58./Lacazette), Griezmann
Österreich: Petermann - Trauner (67./Knasmüllner), Imamoglu, Rath, Dilaver - Gucher, Alaba - Holzhauser - Teigl, Meilinger (67./Tiffner), Weimann (46./Djuricin)
Gelbe Karten: Mavinga bzw. Trauner, Teigl
Die Besten: Griezmann, Lacazette, Grenier bzw. keiner