Tausendstelkrimi an Vettel: Hockenheim-Pole für Red Bull

Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel hat sich am Samstag die Poleposition für sein Heimrennen auf dem Hockenheimring gesichert. Der 23-jährige Deutsche setzte sich in 1:13,791 Minuten um den Hauch von zwei Tausendstelsekunden bzw. 15 Zentimeter vor dem spanischen Ferrari-Star Fernando Alonso durch. Für Vettel war es die elfte Qualifying-Bestzeit seiner Karriere, die bereits sechste in dieser Saison.

Das Topduo fuhr in einer eigene Liga, denn der Rückstand des drittplatzierten Brasilianers Felipe Massa (+0,499) im zweiten Ferrari betrug bereits fast eine halbe Sekunde. Vettels australischer Teamkollege Mark Webber (0,556), der zuletzt in Silverstone gewonnen hatte, kam nach einem Fehler in Q3 nur auf Platz vier, erst dahinter folgten die McLaren-Boliden von Weltmeister Jenson Button (0,636) und WM-Leader Lewis Hamilton (0,775).

„Am stärksten, wenn es um alles geht“

„Yes, baby!“, schrie sich Vettel bereits im Cockpit die Freude aus dem Leib, weil er am Sonntag erstmals in einem Heimrennen ganz vorne steht. Es ist gleichzeitig der 100. GP für Red Bull Racing. „Das war ein sehr aufregendes Qualifying. Meine letzte Runde war nicht zu 100 Prozent perfekt. Ich ging hier und dort etwas übers Limit, aber schlussendlich reichte es aus, um beinahe um nichts vorne zu bleiben und die Pole zu holen. Ich bin extrem glücklich über meine erste Heim-Pole“, lautete der zufriedene Kommentar des aktuellen WM-Vierten.

Sebastian Vettel jubelt
Reuters/Thomas Bohlen
Sebastian Vettel jubelt über die hauchdünne Poleposition.

Der Red-Bull-Jungstar erwartete auch für Sonntag ein heißes Duell mit Alonso. „Wir haben ein sehr starkes Auto, aber es wird ganz hart gegen Ferrari, denn zwei Tausendstel sind gar nichts. Das Rennen wird also eine ganz besondere Herausforderung“, meinte Vettel. RB-Motorsport-Berater Helmut Marko gab sich zuversichtlich: „Vettel ist immer dann am stärksten, wenn es um alles geht. Sonntag wird es ein bisschen wärmer. Das sollte uns entgegenkommen.“

Punkte gibt es erst am Sonntag

Alonso war „überrascht“, dass er bis zum Ende voll mit Vettel hatte mithalten können. „Ich glaube, dass wir glücklich sein können, denn wir haben es erstmals in dieser Saison in die erste Reihe geschafft, das war ein Schritt nach vorne. Endlich haben wir einen perfekten Samstag hinbekommen und sind ganz nah dran an Red Bull“, erklärte der zweifache Ex-Weltmeister, der zuletzt im Vorjahr in Ungarn in Reihe eins gestanden war.

Dass er seine erste „Ferrari-Pole“ hauchdünn verpasste, nahm der Asturier nicht weiter tragisch: „Denn Punkte gibt es erst am Sonntag.“ Gleich zum Qualifying-Auftakt sorgte der Italiener Vitantonio Liuzzi für eine Schrecksekunde. Der Force-India-Pilot kam in der letzten Kurve vor Start und Ziel von der Strecke ab und krachte heftig in die Reifenbarriere vor der Boxenzufahrt. Während der Italiener unversehrt blieb, sorgte ein beim Unfall abgerissenes Vorderrad hingegen für eine brandgefährliche Situation.

Schlimme Erinnerungen

Denn der deutsche Virgin-Pilot Timo Glock entkam dem über die Strecke fliegenden Reifen nur ganz knapp. „Ich habe mich sofort an den Unfall von Henry Surtees erinnert gefühlt“, zeigte sich Glocks Teamkollege Andy Soucek besorgt. Weltmeistersohn Surtees war im Vorjahr bei einem Formel-2-Rennen in Brands Hatch, das der Austro-Spanier Soucek gewonnen hatte, tödlich von einem Reifen am Kopf getroffen worden.

Startaufstellung

1. Sebastian Vettel GER Red Bull
2. Fernando Alonso ESP Ferrari
3. Felipe Massa BRA Ferrari
4. Mark Webber AUS Red Bull
5. Jenson Button GBR McLaren
6. Lewis Hamilton GBR McLaren
7. Robert Kubica POL Renault
8. Rubens Barrichello BRA Williams
9. Nico Rosberg GER Mercedes
10. Nico Hülkenberg GER Williams
11. Michael Schumacher GER Mercedes
12. Kamui Kobayashi JPN Sauber
13. Witali Petrow RUS Renault
14. Pedro de la Rosa ESP Sauber
15. Jaime Alguersuari ESP Toro Rosso
16. Sebastien Buemi SUI Toro Rosso
17. Jarno Trulli ITA Lotus
18. Heikki Kovalainen FIN Lotus
19. Adrian Sutil GER Force India
20. Bruno Senna BRA Hispania
21. Vitantonio Liuzzi ITA Force India
22. Sakon Yamamoto JPN Hispania
23. Timo Glock GER Virgin
24. Lucas di Grassi BRA Virgin

Qualifying

1. Sebastian Vettel GER Red Bull 1:13,791
2. Fernando Alonso ESP Ferrari 1:13,793
3. Felipe Massa BRA Ferrari 1:14,290
4. Mark Webber AUS Red Bull 1:14,347
5. Jenson Button GBR McLaren 1:14,427
6. Lewis Hamilton GBR McLaren 1:14,566
7. Robert Kubica POL Renault 1:15,079
8. Rubens Barrichello BRA Williams 1:15,109
9. Nico Rosberg GER Mercedes 1:15,179
10. Nico Hülkenberg GER Williams 1:15,339
11. Michael Schumacher GER Mercedes 1:15,026
12. Kamui Kobayashi JPN Sauber 1:15,084
13. Witali Petrow RUS Renault 1:15,307
14. Adrian Sutil GER Force India 1:15,467
15. Pedro de la Rosa ESP Sauber 1:15,550
16. Jaime Alguersuari ESP Toro Rosso 1:15,588
17. Sebastien Buemi SUI Toro Rosso 1:15,974
18. Jarno Trulli ITA Lotus 1:17,583
19. Heikki Kovalainen FIN Lotus 1:18,300
20. Timo Glock GER Virgin 1:18,343
21. Bruno Senna BRA Hispania 1:18,592
22. Vitantonio Liuzzi ITA Force India 1:18,952
23. Sakon Yamamoto JPN Hispania 1:19,844
24. Lucas di Grassi BRA Virgin ohne Zeit

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