Federica Brignone

GEPA/Matic Klansek

Erfolgslauf von Shiffrin gestoppt

Der Riesentorlauf in Lienz hat am Donnerstag in der Entscheidung ein Herzschlagfinale gebracht. Am Ende setzte sich Federica Brignone mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,04 Sekunden vor der nach dem ersten Durchgang führenden Deutschen Viktoria Rebensburg durch. Die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin, die zuletzt dreimal in Serie gewinnen konnte, verpasste um 0,08 Sekunden das Lienz-Double und belegte Rang drei.

Damen-RTL in Lienz

  • 1. Federica Brignone (ITA)
  • 2. Viktoria Rebensburg (GER)
  • 3. Mikaela Shiffrin (USA)

Auf Rang vier landete die französische Weltmeisterin Tessa Worley (+0,26). Unmittelbar dahinter klassierte sich mit Stephanie Brunner die beste ÖSV-Dame auf Platz fünf (0,33). Die 23-jährige Tirolerin verbesserte sich in der Entscheidung zwar um drei Ränge, für den ersten Podestplatz ihrer Karriere reichte es allerdings wieder nicht. Im RTL-Weltcup ist Brunner mit 158 Punkten Fünfte. Es führt die zweifache Saisonsiegerin Rebensburg (298) vor Shiffrin (285).

Aus dem ÖSV-Team konnte ebenfalls Elisabeth Kappaurer überzeugen. Die 23-jährige Vorarlbergerin holte mit Rang zwölf (1,58) ihr bisher bestes RTL-Ergebnis. Ricarda Haaser belegte Platz 18 (2,00). Bernadette Schild verbesserte sich in der Entscheidung um sechs Ränge und wurde 20. (2,13). Anna Veith durfte sich in ihrem zweiten RTL nach dem Comeback als 21. (2,28) über Punkte freuen. Eva-Maria Brem verpasste die Qualifikation für die Entscheidung.

Brunner mit kompromisslosem zweiten Lauf

Bei perfektem Wetter war im 400. Riesentorlauf der Weltcup-Geschichte bereits zur Halbzeit alles angerichtet für ein spannendes Finale. Angeführt von Rebensburg lagen die ersten sieben Läuferinnen innerhalb von 0,28 Sekunden. Brunner ging als Achte in die Entscheidung und hatte nach bereits zwei vierten Plätzen die Chance auf ihren ersten Podestplatz. Die 23-Jährige fuhr einen kompromisslosen zweiten Durchgang, am Ende fehlten aber 0,25 Sekunden.

Brunner beste Österreicherin

Stephanie Brunner legt einen engagierten zweiten Lauf hin, verpasst das Podest aber knapp.

„Der zweite Lauf ist mir viel besser gelungen. Das war aber nicht meine Kursetzung, das war extrem flach und gerade gesetzt. Da tue ich mir sehr schwer, mich zu überwinden. Es war sehr knapp. Mit einem kleinen Schnitzer ist man gleich Fünfte oder Sechste. Jetzt heißt es einmal richtig Gas geben und die direkte Linie fahren, das muss ich ins neue Jahr mitnehmen“, sagte Brunner im ORF-Interview.

Brignone hat das beste Ende

Danach unterlief Worley auf dem Weg zu einer klaren Bestzeit ein Fehler, der die Französin am Ende wohl den Sieg kostete. Brignone, die nach dem ersten Durchgang auf Rang vier gelegen war, setzte sich an die Spitze. Sowohl Shiffrin als auch Rebensburg lieferten sich mit der Italienerin einen Hundertstelkrimi, aus dem Brignone schließlich als glückliche Siegerin hervorging und ihren insgesamt sechsten Weltcup-Sieg feierte.

„Im ersten Lauf habe ich mich am Start nicht so gut gefühlt, vor allem im ersten Teil war ich sehr langsam unterwegs. Ich habe gewusst, wenn ich etwas gewinnen will, muss ich von oben bis unten attackieren“, sagte Brignone, die nach einer Verletzung im Sommer erst in Killington ihr Comeback gegeben hatte.

Brignone stürmt auf Platz eins

Federica Brignone gewinnt überraschend den Riesenslalom von Lienz. Die Italienerin stürmt im zweiten Durchgang noch vom vierten auf den ersten Platz.

Rebensburg konnte nach ihrem verpatzten Auftritt in Courchevel (Rang 14) auch mit dem zweiten Platz leben. „Es war extrem knapp. Nur vier Hundertstel, das geht in unserem Sport so schnell, das war ein Wimpernschlag. Trotzdem bin ich wieder auf dem Podium, das kann ich jetzt gut gebrauchen“, sagte die zweifache Saisonsiegerin. Für Shiffrin ging unterdessen ihr Erfolgslauf zu Ende. „Ich habe alles gegeben, und es hat nicht viel gefehlt“, sagte die 22-Jährige, die im Gesamtweltcup nun 371 Punkte vor Rebensburg führt.

Kappaurer „taugt“ Rang zwölf

Neben Brunner konnten sich in der Entscheidung auch die restlichen Österreicherinnen steigern. Kappaurer konnte sich dabei gleich um sechs Plätze verbessern. „Ich bin zwei relativ gute Durchgänge gefahren. Es wäre noch besser gegangen. Es taugt mir aber, dass ich beim Heimrennen eine gute Leistung gebracht habe“, sagte die Vorarlbergerin, die bisher Rang 13 in Sölden als bestes RTL-Resultat zu Buche stehen gehabt hat.

Wesentlich bessere Ergebnisse als Rang 21 konnte dagegen Veith in ihrer Karriere schon einfahren. Für die Salzburgerin war das Heimrennen in Lienz aber wieder ein Schritt in die richtige Richtung, obwohl sie im unteren Teil einige Zeit liegen ließ. „Teilweise war es nicht optimal. Im Zielhang hat es mich von der Linie her verjagt und ich habe Tempo verloren. Das passiert mir normal nicht, wenn ich in Hochform bin. Mein Ziel war aber, hier zweimal hinunterzufahren. Das habe ich geschafft. Im RTL muss ich mir erarbeiten, wo ich hingehöre“, sagte Veith.

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Publiziert am 29.12.2017

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