Oliver Marach und Philipp Oswald

APA/EXPA/Thomas Haumer

Entscheidung schon im Doppel gefallen

Österreich hat die erste Runde der Europa-Afrika-Zone I im Davis-Cup erfolgreich absolviert. Melbourne-Sieger Oliver Marach und Philipp Oswald setzten sich am Samstag in St. Pölten gegen das weißrussische Duo Ilja Iwaschka/Andrej Wasilewski mit 6:3 7:6 (7/5) durch und sorgten für die uneinholbare 3:0-Führung.

Eine so frühe Entscheidung hatte das ÖTV-Team zuletzt 2006 gegen Mexiko und 2007 gegen Brasilien geschafft. Das Endergebnis lautete dann sogar 5:0.

Gerald Melzer und Dominic Thiem hatten am Freitag ihre beiden Einzel gewonnen und damit den Grundstein für den Aufstieg gelegt. Und auch Marach/Oswald legten gleich ordentlich los und holten sich das frühe Break zum 2:0. Marach musste dann bei 3:1 und 15/40 zwar zwei Breakbälle abwehren, meisterte diese brenzlige Situation aber souverän.

Oliver Marach und Philipp Oswald
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Oswald und Marach fixierten den Heimsieg

Zwei Games später konnte Oswald zwar ein 0/40 noch wettmachen, das Rebreak aber doch nicht verhindern. Die Antwort der Österreicher ließ aber nicht auf sich warten, und ein weiterer Aufschlagverlust der Weißrussen stellte den alten Vorsprung wieder her. Danach nutzte Marach gleich die erste Möglichkeit zur 1:0-Satzführung.

Österreich-Sieg gegen Weißrussland

Beim Davis-Cup feierte Österreich einen Erfolg gegen Weißrußland. Oliver Marach und Philipp Oswald holten im Doppel beim Heimspiel in St. Pölten den entscheidenden dritten Punkt.

Enger zweiter Satz mit Happy End

Der zweite Durchgang begann gleich wieder mit Breakbällen für die Gastgeber, die sie dann auch im dritten Game zur Führung nutzen konnten. Doch Iwaschka/Wasilewski steckten nicht auf und stellten bei Aufschlag Oswald postwendend auf 2:2.

Danach ging es auf beiden Seiten ohne große Probleme weiter, ehe im achten Game der vor dem Netz kauernde Marach einen harten Aufschlag seines Partners genau auf den Hinterkopf geknallt bekam. Doch der Grazer steckte den Schlag weg und brachte wenig später auch sein nächstes Aufschlaggame souverän durch. Die Entscheidung im Tiebreak wurde dann nach 6/1-Führung noch zu einer „Zitterpartie“, ehe der fünfte Matchball verwertet werden konnte.

Oswald schießt Marach ab

Im vierten Game des zweiten Satzes donnert Philipp Oswald seinem Doppelpartner Oliver Marach den ersten Aufschlag auf den Hinterkopf.

„Werde jedes Jahr abgeschossen“

„Ich werde jedes Jahr fünfmal abgeschossen, das bin ich schon gewöhnt. Es hat ein bisschen wehgetan, aber das geht vorbei“, sagte Marach im ORF-Interview mit einem Schmunzeln. „Ich war im Kopf im zweiten Satz nicht mehr so da, daher ist es auch enger geworden.“ Oswald sah es ähnlich: „Es war teilweise schwer, die Konzentration zu halten, weil wir gespürt haben, dass wir deutlich besser sind. Wir hatten einige Breakbälle, haben aber selbst ein dummes Break kassiert. Aber wir haben in zwei Sätzen gewonnen, da sind wir schon zufrieden.“

Davis-Cup: Österreich schlägt Weißrussland mit 3:0

In einem dramatischen Tiebreak wehren die Weißrussen vier Matchbälle in Folge ab, bevor Oliver Marach/Philipp Oswald schließlich den fünften nutzen.

ÖTV-Kapitän Stefan Koubek freute sich mit den Spielern: „Besser kann es nicht laufen. Ich kann nur stolz auf die Mannschaft sein. Sie haben nicht nur gut gearbeitet die Woche, sondern auch super gespielt.“

Auch Thiem am Samstag dabei

Der Davis-Cup wird seit heuer - mit Ausnahme der Weltgruppe - nur noch auf zwei Gewinnsätze und an zwei Tagen gespielt. Das Reglement sieht zudem vor, dass bei einer 3:0-Führung zumindest noch ein Einzel ausgetragen werden muss. Damit bekamen die Zuschauer im vollen VAZ St. Pölten noch eine Zugabe präsentiert, in der sich zunächst Dominic Thiem gegen Iwaschka 6:4 7:6 (7/5) durchsetzte.

Dominic Thiem
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Thiem musste sein ganzes Können aufbieten

Beide wollten den Fans etwas bieten und zeigten weit mehr als nur ein „Trainingsmatch“. Österreichs Nummer eins gelang das Break zum 4:3, diesen Vorteil ließ er sich danach nicht mehr nehmen. Im zweiten Satz war dann die Konzentration bei Thiem plötzlich weg, und er gab mit vier Fehlern seinen Aufschlag zum 0:2 ab.

Mit dem prompten Rebreak und einem mit etwas Mühe durchgebrachten eigenen Service stellte er aber den Gleichstand her. Doch Iwaschka, der nach dem Doppel nur eine kurze Pause gehabt hatte, ließ nicht locker und machte Thiem mehr Mühe, als diesem lieb war. Die Partie ging wie schon zuvor im Doppel ins Tiebreak, wo der Weißrusse erneut den Kürzeren zog. „Es war sehr, sehr cool. Ich habe ein paar Sachen ganz gut trainiert. Aber man will die Partie natürlich trotzdem gewinnen“, sagte der Weltranglistensechste nach dem 1:43 Stunden langen Match.

Novak sorgt für perfekten Abschluss

Zum Abschluss des Länderkampfes setzte sich Dennis Novak gegen Jaraslaw Schyla nach anfänglichen Schwierigkeiten letztlich klar 7:6 (7/1) 6:0 durch. „Am Anfang war ich vom ganzen Sitzen und Mitfiebern steif, aber es hat Megaspaß gemacht. Ich möchte dem Rest der Mannschaft gratulieren, wie sie vorgelegt haben“, sagte der Niederösterreicher. Das letzte 5:0 für das ÖTV-Team hatte es vor zwölf Jahren gegen Mexiko gegeben.

Nächster Schritt in Russland möglich

Für Österreich geht es nun am 6./7. April in Russland weiter. Sollte auch dieses Duell gewonnen werden, käme es am 14./15. September zu einer Play-off-Partie um den Aufstieg in die Weltgruppe. Dort hat das ÖTV-Team zuletzt 2013 gespielt und seither stets die Rückkehr in den Kreis der Topnationen verpasst.

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Publiziert am 03.02.2018

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