Valon Berisha (Salzburg) und Julian Weigl (Dortmund)

APA/AFP/Patrik Stollarz

Triumph ebnet Weg ins Viertelfinale

Red Bull Salzburg hat am Donnerstag für eine Sensation in der Europa League gesorgt. Österreichs Meister setzte sich im Hinspiel des Achtelfinales bei Borussia Dortmund mit 2:1 (0:0) durch und darf auf den erstmaligen Einzug ins EL-Viertelfinale hoffen. Mit dem 18. ungeschlagenen Europacup-Spiel in Serie schufen sich die „Bullen“ jedenfalls eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel.

Der Sieg vor 53.700 Fans im BVB-Stadion war nicht unverdient, denn die Salzburger zeigten gegen das Team von Coach Peter Stöger eine bärenstarke Vorstellung. Ein Doppelpack von Valon Berisha (49./Elfmeter, 56.) krönte unmittelbar nach der Pause die Leistungen der Salzburger. Der Anschlusstreffer von Andre Schürrle (62.) konnte die erste Niederlage der Dortmunder im vierten Duell gegen eine österreichische Mannschaft nicht verhindern.

Jubel von Valon Berisha und Stefan Lainer (Salzburg)
GEPA/Mathias Mandl
Valon Berisha wurde mit seinem Doppelschlag nach dem Seitenwechsel zum Matchwinner für Salzburg

Salzburg tritt kompakt und couragiert auf

Salzburg-Coach Marco Rose, der vor der Partie erneut einen mutigen und couragierten Auftritt seines Teams gefordert hatte, konnte auf Hwang Hee Chan und Diadie Samassekou zurückgreifen. Zusätzlich stand Amadou Haidara in der Startformation. Peter Stöger vertraute offensiv auf seine wichtigsten Akteure und ließ Marco Reus, Schürrle, Mario Götze und Michy Batshuayi von Beginn an spielen.

Die Salzburger begannen schwungvoll und versteckten sich nicht. Dortmund versuchte indes, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und so Kontrolle über das Spiel zu gewinnen. Ein Volley von Schürrle nach Reus-Eckball ging über das Tor (6.). Auf der Gegenseite gab Haidara den ersten Warnschuss in Richtung von BVB-Goalie Roman Bürki ab (10.). Die ersten Minuten kündigten jedenfalls schon eine intensive Partie mit hohem Tempo und viel Einsatz an.

Salzburg schafft Sensation

Im Europa-League-Achtelfinal-Hinspiel gastierte Meister Salzburg bei Borussia Dortmund. Salzburg gelang die Sensation mit einem 2:1.

Salzburgs Führungstor liegt in der Luft

Dortmund hatte mehr vom Spiel. Den „Bullen“ gelang die eine oder andere Balleroberung, im Umschaltspiel waren sie aber zu ungenau. Die beste Gelegenheit für Salzburg ergab sich für Hwang, der knapp an einer Flanke von Stefan Lainer vorbeisegelte (27.). Defensiv standen die Salzburger sehr sicher und boten den Deutschen mit konzentriertem Stellungsspiel keine Lücke. Dortmund fand keine kreative Lösung, die Abwehr der Gäste auszuhebeln, und blieb nahezu ungefährlich.

Die letzten Minuten vor der Pause gehörten dann ganz Salzburg, wobei der Führungstreffer mehrmals in der Luft lag. Zunächst spielte Xaver Schlager einen perfekten Lochpass auf Hwang, der an Bürki scheiterte. Den Abpraller wollte Munas Dabbur per Kopf verwerten, doch BVB-Kapitän Marcel Schmelzer rettete vor der Linie (40.). In der Nachspielzeit kam dann auch noch Pech dazu, als ein abgefälschter Schuss von Hwang an die Stange ging. Der Gang von Dortmund in die Kabine wurde jedenfalls von einem Pfeifkonzert begleitet.

Doppelpack durch Berisha nach der Pause

Die zweite Hälfte begann dann mit einem Paukenschlag und ließ den vermeintlichen Außenseiter jubeln. Ömer Toprak hielt Hwang an der Cornerlinie zurück. Der Südkoreaner kämpfte sich in den Strafraum und kam dann zu Fall - eine knifflige Entscheidung. Der slowenische Schiedsrichter Slavko Vincic entschied aber auf Strafstoß. Berisha übernahm die Verantwortung und verwandelte unhaltbar für BVB-Goalie Bürki eiskalt ins rechte untere Eck (49.) zur 1:0-Führung.

Valon Berisha (Salzburg) schießt ein Elfmetertor gegen Dortmund
Reuters/Wolfgang Rattay
Beim Elfmeter behielt Valon Berisha die Nerven und schickte BVB-Goalie Roman Bürki in die falsche Ecke

Salzburg setzte nach und wurde mit einem Doppelschlag belohnt. Schlager eroberte den Ball und spielte auf Haidara. Der 20-Jährige setzte am Flügel den bärenstarken Lainer ein, der mit viel Übersicht in den Rückraum passte. Dort stand erneut Berisha, der ohne lange zu fackeln den Ball mit einem perfekten Schuss unter die Latte knallte (56.) und seinen umjubelten Doppelpack schnürte.

Dortmund gelingt schnelles Anschlusstor

Stöger reagierte und brachte statt Batshuayi und Götze mit Maximilian Philipp sowie Christian Pulisic zwei frische Kräfte über den Flügel. Die erste Aktion des 19-jährigen US-Amerikaners führte zum Anschlusstreffer. Pulisic gab scharf zur Mitte, Schürrle setzte sich gegen Lainer und Goalie Alexander Walke durch, verwertete aus kürzester Distanz und brachte den BVB wieder ins Spiel (62.). Salzburg musste jetzt hellwach agieren, denn Dortmund witterte Morgenluft.

Andre Schürrle (Dortmund) schießt ein Tor gegen Salzburg
Reuters/Wolfgang Rattay
Der Treffer von Andre Schürrle konnte am Ende die Niederlage von Dortmund nicht verhindern

Für den ausgepumpten Hwang war die Partie danach zu Ende, für ihn kam für die letzten 20 Minuten Fredrik Gulbrandsen ins Spiel. Die kritische Phase nach dem 1:2 war bei nun strömendem Regen aber vorerst überstanden. Die Salzburger wollten aber den Vorsprung nicht nur verwalten. Rose zeigte Mut und brachte für Schlager mit Takumi Minamino einen weiteren Offensivspieler.

„Hier regieren die Salzburger“

Die Partie wurde zum offenen Schlagabtausch. Philipp verpasste völlig alleinstehend einen Kopfball, Schürrle verzog danach seinen Schuss (75.). Auf der Gegenseite tankte sich in derselben Minute Gulbrandsen durch, doch der Versuch des Norwegers fiel zu zentral aus. Danach ging ein Minamino-Schuss am langen Eck vorbei (78.). Von den Rängen machten sich die 2.000 mitgereisten „Bullen“-Fans bemerkbar und skandierten: „Hier regieren die Salzburger.“

Den Anhängern des österreichischen Meisters stockte danach kurz der Atem, denn Sokratis köpfelte nach einer Freistoßflanke drüber (80.). Die Angriffe der Dortmunder häuften sich, wurden aber auch zusehends verzweifelter. Salzburg gab keinen Millimeter nach und verteidigte die knappe Führung mit Mann und Maus. Es ging in die dreiminütige Nachspielzeit. Dortmund bekam aber nicht einmal im Ansatz die Chance auf den Ausgleich.

UEFA Europa League, Achtelfinal-Hinspiel

Donnerstag:

Dortmund - Salzburg 1:2 (0:0)

Signal Iduna Park, 53.700 Zuschauer, SR Vincic (SLO)

Torfolge:
0:1 Berisha (49./Elfmeter)
0:2 Berisha (56.)
1:2 Schürrle (62.)

Dortmund: Bürki - Castro, Sokratis, Toprak, Schmelzer - Dahoud, Weigl - Reus, M. Götze (61./Pulisic), Schürrle - Batshuayi (61./Philipp)

Salzburg: Walke - Lainer, Ramalho, Caleta-Car, Ulmer - Haidara (91./Yabo), Samassekou, Va. Berisha, X. Schlager (73./Minamino) - Hwang (69./Gulbrandsen), Dabbur

Gelbe Karten: Toprak, Schürrle, Weigl bzw. Lainer, Caleta-Car, Minamino

Rückspiel am 15. März (21.05 Uhr) in Salzburg

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Publiziert am 08.03.2018

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