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Dreifach-Twist als Highlight

Bei ihren zweiten gemeinsamen Olympischen Winterspielen will das Eiskunstlaufpaar Miriam Ziegler und Severin Kiefer erstmals das Kurzprogramm überstehen. Als einzige rot-weiß-rote Vertreter in ihrer Sportart streben sie die Qualifikation für die Kür am Donnerstag an. Auch privat tanzen die Burgenländerin und der Salzburger Seite an Seite.

Vor vier Jahren in Sotschi trat das Duo zum ersten Mal gemeinsam bei Olympia an. Als 17. verpassten sie die Qualifikation für die Kür um nur einen Platz. In der Gangneung Ice Arena soll das nun anders werden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem Druck umgehen werden“, ist für die 23-jährige Ziegler die Erfahrung vergangener Großereignisse wertvoll. In Südkorea haben sich die beiden schon gut eingelebt: „Es gefällt uns wirklich sehr hier“, sagte ihr Partner.

Kurzprogramm für Olympia „verfeinert“

Die Voraussetzung, den Sprung in die Top 16 zu schaffen, ist eine starke Vorstellung im Kurzprogramm. Darauf liege laut dem Paar auch der Fokus. „Das hat im Laufe der Saison sehr gut funktioniert. Wir haben es noch ein bisschen verfeinert“, erklärte Kiefer. Am Mittwoch läuft die rot-weiß-rote Paarung zum Song „I’m gonna be“ von den Proclaimers. Im Falle einer Qualifikation für die Kür würden sie dort von den Klängen von Coldplay begleitet.

Eiskunstläufer Miriam Ziegler und Severin Kiefer

GEPA/Matic Klansek

Kiefer und Ziegler wollen das Kurzprogramm überstehen und trauen sich den Sprung in die Top 16 zu

Die Konkurrenz um den Einzug in die Kür werden jene Paare sein, gegen die es bei der Olympiaqualifikation um die letzten Quotenplätze gegangen ist. Das stimmt Ziegler zuversichtlich. Denn „dort haben wir uns mit dem Kurzprogramm wirklich abgehoben“. Damit zählt auch die nordkoreanische Paarung Ryom Tae Ok und Kim Ju Sik zur unmittelbaren Konkurrenz von Ziegler/Kiefer. „Wir wissen um die Stärken von den Nordkoreanern. Aber das verändert jetzt nicht unsere Herangehensweise“, stellte Kiefer klar.

Top-Ten-Plätze machen Mut

Für die Burgenländerin sind es bereits die dritten Winterspiele, nachdem sie 2010 in Vancouver mit nur 15 Jahren als Solistin unterwegs war und dort 26. wurde. „Dass ich eine gute Einzelläuferin war, hilft mir bei den Sprüngen. Allerdings gibt es auch Elemente wie die Todesspirale oder den Twist, die ganz eigen sind.“

Die bisherige Saison ist für das Paar mit der geschafften Olympiaqualifikation im September in Oberstdorf und Platz sieben bei der EM im Jänner in Moskau sehr zufriedenstellend verlaufen. Zum vierten Mal in Folge schaffte es das vom Deutschen Knut Schubert gecoachte Duo bei den kontinentalen Titelkämpfen unter die besten zehn. Bei den Grand-Prix-Wettkämpfen in Osaka und Moskau landeten sie jeweils an der sechsten Stelle.

Das große Highlight im Kurzprogramm von Ziegler/Kiefer ist der Dreifach-Twist gleich zu Beginn. „Der ist spektakulär anzusehen. Gegenüber der Konkurrenz können wir durch die Sprünge und Würfe Vorteile rausholen. Die anderen Elemente sind unsere solide Basis“, meinte Ziegler.

Feinschliff mit den Goldfavoriten

Im Training arbeiten die Österreicher mit den Gold-Favoriten Aljona Savchenko und Bruno Massot aus Deutschland, den Gewinnern des Grand-Prix-Finales in Nagoya, zusammen. Das chinesische Duo Wenjing Sui/Cong Han zählt als aktueller Weltmeister, Zweiter des GP-Finales und Sieger der 4-Kontinente-Meisterschaft im Vorjahr in der Olympiaeishalle zum engsten Favoritenkreis.

Harley Windsor mit seiner Partnerin Ekaterina Alexandrovskaya (beide AUS)

Reuters/Tyrone Siu

Als erster Aborigine tritt Harley Windsor gemeinsam mit Ekaterina Alexandrowskaja bei Winterspielen an

Aus internationaler Sicht stehen mit den amtierenden Europameistern Jewgenia Tarasowa/Wladimir Morosow und den EM-Dritten Natalja Sabijako/Alexander Enbert auch zwei Paare aus Russland, die unter olympischer Flagge starten, im Fokus. Alle Augen werden außerdem auf Harley Windsor gerichtet sein. Der Australier tritt gemeinsam mit Ekaterina Alexandrowskaja als erster Aborigine bei Winterspielen an. „Es ist wirklich wichtig, dass ich damit viele weitere indigene Kinder dazu bewegen kann, Wintersport zu betreiben. Ich will ein Vorbild sein“, meinte der 21-Jährige im Vorfeld.

„Eiskunstlauf in Südkorea Nationalsport“

Im Gastgeberland ist Eiskunstlauf vor allem dank Kim Yu Na, der Olympiasiegerin von Vancouver 2010, äußerst populär. „Durch sie ist Eiskunstlauf in Südkorea ein Nationalsport geworden“, hält sich Ziegler den hohen Stellenwert ihrer Sportart in Südkorea vor Augen. Kim hatte am vergangenen Freitag die Ehre, bei den Spielen in Pyeongchang das olympische Feier zu entzünden.

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