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Einmal Edelmetall als Minimalziel

Nach Langläufern, Biathleten und Skispringern steigen am Mittwoch (7.00 und 9.45 Uhr MEZ) auch die Nordischen Kombinierer in den Kampf um olympische Medaillen ein. Auf dem Programm steht als erster von drei Bewerben der Einzel-Wettkampf von der Normalschanze. Österreichs Quartett möchte von Beginn weg um die Medaillen mitreden. Aufgrund der Formentwicklung ist Lukas Klapfer die größte ÖSV-Hoffnung.

Cheftrainer Christoph Eugen bietet neben Klapfer auch Bernhard Gruber, Wilhelm Denifl und Olympiadebütant Franz-Josef Rehrl auf. „Für den ÖSV ist das Minimalziel eine Medaille ausgerufen worden, aber wir wollen schon bei jeder Entscheidung um die Medaillen mitreden“, gibt der Ex-Kombinierer die Marschroute vor. Wenn alle vier Nominierten ihre Leistung erbringen würden, hätten alle vier auch Chancen, glaubt Eugen. Die Erfolgsserie bei Olympia (seit 2002 immer eine Medaille) soll natürlich fortgesetzt werden.

Lukas Klapfer, Bernhard Gruber, Trainer Christoph Eugen, Franz Josef Rehrl und Wilhelm Denifl

GEPA/Andreas Pranter

Lukas Klapfer, Bernhard Gruber, Coach Christoph Eugen, Franz-Josef Rehrl und Wilhelm Denifl

Klapfer fühlt sich in „bester Verfassung“

Chancenreichster Mann im Team ist Klapfer, der als Zweiter und Dritter Mitte Jänner für die einzigen Podestplätze im Olympiawinter gesorgt hat. „Ich bin sicher in meiner besten Verfassung, in der ich bisher bei Großereignissen war. Von dem her bin ich in der Lage, aus eigener Kraft eine Medaille zu machen“, ist der Steirer vor seinen zweiten Spielen optimistisch. „Die Anlagen präsentieren sich in einem Topzustand. Der erste Eindruck war einmal super, wir haben es ja letztes Jahr schon angeschaut, es ist auf alle Fälle olympiawürdig.“

Zudem fühlt sich Klapfer bei den aktuell kalten Temperaturen durchaus wohl. „20 Grad minus tun mir eigentlich gar nichts, es ist nur der Wind, der es ein bisserl grausig macht. Es fühlen sich da minus zwölf Grad wie minus 25 an, das ist ein bisserl ungut“, sagte er gegenüber der APA. Die Schanze gehe für eine kleine recht weit. „Man muss abwarten, wie sich das Wetter entwickelt. Es kann auch schnell in die andere Richtung gehen, wenn die Topspringer am Schluss alle schlechte Verhältnisse haben.“

Seine Einschätzung für die richtige Ausgangslage vor dem Gang in die 10-km-Loipe? „Der Rückstand auf gewisse Leute wie die starken Deutschen muss relativ klein sein. Alles unter einer halben, dreiviertel Minute ist akzeptabel, sonst wird es schwierig.“

Gruber hält sich mit Prognosen zurück

Ex-Weltmeister Gruber, sonst eher den Großschanzen zugetan, sieht seine Chance in der windanfälligen Normalschanze. „Man kann oft einen super Aufwind erwischen, und so ist das auch schon eine Art kleine Großschanze. Die Schanze lässt große Weiten zu, das stimmt mich positiv. Da ist alles möglich. Es ist halt windig, man braucht auch Glück.“

Gruber ist erfolgsverwöhnt, hat er doch bei den vergangenen fünf Großereignissen eine Medaille geholt. „Da habe ich aber die Saison immer von Anfang an gestartet, das ist heuer anders“, erinnert er an seinen verspäteten Start nach einer Blinddarmoperation. „Aber Olympia hat eigene Gesetze, da kann alles passieren. Ich möchte bei mir bleiben und nicht zu viele Prognosen aufstellen.“

Rehrl und Denifl rechnen sich Chancen aus

Das Team, das wegen der späten Bewerbe länger aufbleibt und erst etwa um 10 oder 11 Uhr vormittags frühstücken geht, hat mit Rehrl einen Debütanten, der vom Flair im olympischen Dorf begeistert ist. „Es taugt mir voll, ich genieße den Spirit. Die Erwartungen sind natürlich groß. Ich weiß, dass ich gut Ski springen kann, mit guter Ausgangsposition ist im Laufen alles möglich“, sagte der 24-Jährige.

Team-„Oldie“ ist Denifl mit 37, doch seine Nominierung allein zeigt, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. „Ein bisserl Glück braucht man natürlich, dann kann ich ganz vorne mitmischen. Ich weiß, dass ich es drauf habe. Ich werde alles geben“, sagte Denifl.

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