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Auftakt nach Maß

Marcel Hirscher hat seiner Erfolgsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Der 28-jährige Salzburger gewann am Dienstag die alpine Kombination in Jeongseon und holte sich erstmals in seiner Karriere Olympiagold. Silber ging mit 0,23 Sekunden Rückstand an den Franzosen Alexis Pinturault, Bronze holte sich dessen Landsmann Victor Muffat-Jeandet, der 1,02 Sekunden zurücklag.

Hirscher legte den Grundstein zum Erfolg schon in der wegen starken Windes verkürzten Abfahrt, in der er 1,32 Sekunden hinter dem deutschen Sieger Thomas Dreßen starker Zwölfer wurde, nur 0,28 Sekunden hinter dem zehntplatzierten Pinturault. „Heute ist mir speziell am Vormittag etwas Großartiges gelungen“, sagte Hirscher. „Das war die beste Abfahrt in meinem Leben.“ Auf der eisigen Slalom-Piste fand er dann bei starken Windböen deutlich schlechtere Bedingungen als die meisten Konkurrenten vor, legte aber wieder einmal einen Traumlauf hin.

Hirscher erstmals Olympiasieger

Marcel Hirscher ist Olympiasieger in der Kombination. Den Grundstein für den Erfolg legte der Salzburger in der Abfahrt mit Platz zwölf, im Slalom ließ er dann nichts mehr anbrennen.

„Jetzt ist der Druck weg“

„Das war nicht lustig. Ich kann mich noch gar nicht so richtig freuen, weil es so schwer war“, sagte Hirscher danach im ORF-Interview. „Aber heute ist mir am Vormittag Besonderes gelungen, es war die Abfahrt meines Lebens. Und im Slalom habe ich mich dann während der Fahrt nicht verrückt machen lassen. Dass ich die erste Chance genutzt habe, ist super. Jetzt ist der Druck weg.“

Alexis Pinturault, Marcel Hirscher und Victor Muffat-Jeandet

APA/AFP/Fabrice Coffrini

Hirscher stand erstmals bei Olympischen Spielen beim Siegerfoto in der Mitte

Die einzige Olympiamedaille des sechsfachen Weltmeisters und Weltcup-Gesamtsiegers war bisher Silber im Slalom vor vier Jahren in Sotschi gewesen. Auf den Tag genau 20 Jahre nach dem letzten Kombi-Gold für Österreich durch Mario Reiter in Nagano legte der Salzburger nun nach.

Kombination der Herren

  • 1. Marcel Hirscher (AUT)
  • 2. Alexis Pinturault (FRA)
  • 3. Victor Muffat-Jeandet (FRA)

Pinturault konnte trotz etwas besserer Verhältnisse nicht mit Hirscher mithalten. „Ich habe Silber gewonnen, nicht Gold verloren“, sagte der 26-Jährige. „Marcel ist so stark im Slalom. Ich bin wirklich glücklich.“

Schwarz ganz knapp am Podest vorbei

Marco Schwarz, der sich als starker Slalomfahrer nach Platz 19 in der Abfahrt Hoffnungen auf einen Spitzenplatz machen durfte, kam auf Rang vier (1,35). „Ich habe ein bisschen zu aggressiv abgestimmt, da habe ich mir oben schwergetan. Schade, wenn ich gut gefahren wäre, wäre was drinnen gewesen“, sagte der Kärntner. „Im Ziel habe ich dann mitgezittert. Jetzt mache ich zwei Tage Pause und dann bereite ich mich auf den Slalom vor.“

Kapitaler Sturz von Mayer

Der Abfahrtsdritte Matthias Mayer fädelte ein und legte einen kapitalen Sturz hin. Der Abfahrtsolympiasieger von Sotschi, der in Südkorea noch in der Abfahrt und im Super-G starten soll, erlitt einen Bluterguss an der Hüfte.

Vincent Kriechmayr, der in der Abfahrt Siebenter geworden war, schied ebenfalls aus. „Ich wollte eine ansprechende Slalom-Leistung zeigen, aber viel wäre eh nicht möglich gewesen“, sagte Kriechmayr. „Im Grunde war die Abfahrt zu leicht. Da hat schon jeder gewusst, dass die Slalom-Fahrer gewinnen. Aber Marcel ist sowieso der Beste der Welt.“

Für Hirscher ist in Pyeongchang nun noch einiges drinnen, da das große Ziel schon erreicht ist. Am kommenden Sonntag steht der Riesentorlauf, nächste Woche am Donnerstag der Slalom auf dem Programm. In beiden Bewerben ist Österreichs aktueller und insgesamt vierfacher Sportler des Jahres klarer Favorit.

Herren-Kombination

1. Marcel Hirscher AUT 2:06,52
2. Alexis Pinturault FRA + 0,23
3. Victor Muffat-Jeandet FRA 1,02
4. Marco Schwarz AUT 1,35
5. Ted Ligety USA 1,45
6. Thomas Mermillod Blondin FRA 1,50
7. Kjetil Jansrud NOR 2,15
8. Stefan Hadalin SLO 2,42
9. Thomas Dreßen GER 2,44
10. Klemen Kosi SLO 2,85
Im Slalom out: Matthias Mayer (AUT), Vincent Kriechmayr (AUT)

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