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Terminchaos geht weiter

Heftiger, böiger Wind hat für eine weitere Absage bei den alpinen Skirennen der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang gesorgt. Der Damen-Slalom musste am Mittwoch nach mehrfacher Verschiebung auf Freitag verlegt werden.

Am Freitag steht auch der Herren-Super-G auf dem Programm. Als Startzeiten der zwei Durchgänge im Damen-Slalom bestimmten die Organisatoren 2.00 Uhr MEZ (10.00 Uhr Ortszeit) und 5.15 Uhr MEZ (13.15 Uhr). Dazwischen ist um 3.00 Uhr MEZ (11.00 Uhr) der Super-G der Herren geplant. Innerhalb von 48 Stunden finden nun bei Olympia gleich vier Alpinskirennen statt. Der Wunsch der Damen-Teams, den Herren-Super-G etwas später zu beginnen, wurde von Herren-Rennchef Markus Waldner nicht erfüllt.

Pistenarbeiter auf der Piste bei starkem Wind

APA/AP/Luca Bruno

An ein Rennen war am Mittwoch nicht zu denken

Probleme vorerst nur wegen Hotelbetten

Auf den „Super-Donnerstag“ folgt für die Alpinen bei Olympia nun also der „Super-Freitag“. Möglich ist dieses „Doppel-Double“, weil die alpinen Skirennen in Südkorea mangels ausreichend hoher Berge in zwei verschiedenen Resorts ausgetragen werden. Die Speed-Bewerbe finden in Jeongseon statt, die Technikrennen in Yongpyong. Allerdings bekommt man nach den vielen Verschiebungen nun Probleme mit den Hotelbetten.

US-Goldfavoritin Mikaela Shiffrin sagte zur Slalom-Absage: „Es ist wichtig, dass wir ein faires Rennen für alle haben. Die Bedingungen heute wären definitiv nicht fair gewesen.“ Ab jetzt stehen die Chancen auf eine Durchführung der Rennen aber besser. Denn der Wind soll sich ab nun deutlich abschwächen. ÖSV-Läuferin Stephanie Brunner nutzte die Situation zum Slalom-Training neben dem Rennhang. „Ich glaube, es war die richtige Entscheidung, bei Olympia soll es schon ein faires Rennen geben“, sagte die Tirolerin.

Nur eines von vier Skirennen bisher durchgeführt

An den Tagen davor waren wegen der extremen Witterungsbedingungen die Herren-Abfahrt und der Damen-Riesentorlauf jeweils auf Donnerstag vertagt worden. Als bisher einziges Rennen wurde die Kombination der Herren gefahren, die Marcel Hirscher am Dienstag für sich entschied. „Da für die nächsten Tage eine Wetterbesserung angesagt ist und wir noch den Freitag als Ersatztermin nutzen können, wollten wir auf keinen Fall das Rennen mit aller Gewalt durchdrücken“, sagte FIS-Rennchef Atle Skaardal. „Ich bleibe zuversichtlich“, so der Norweger.

Interview mit FIS-Renndirektor Skaardal

Laut FIS-Renndirektor Atle Skaardal erfolgte die Absage des Slaloms aus Gründen der sportlichen Fairness.

Der Start des Damen-Slaloms war ursprünglich für 2.30 Uhr MEZ angesetzt gewesen. Dann wurde dreimal verschoben, ehe auch die Startzeit von 3.45 Uhr MEZ aufgegeben wurde. Der Sturm, der über die Strecke im Yongpyong Alpine Centre wehte, war enorm. Angesichts der Vorhersagen und weiteren Prognosen mit bis zu 100 km/h Wind war es etwas überraschend, dass der Slalom nicht gleich in der Früh abgesagt worden war.

„Es hat Minuten oder Stunden gegeben, wo es nicht so schlecht war. Es war in der Früh einigermaßen zum Darandenken, dass man fahren könnte“, verteidigte FIS-Renndirektor Atle Skaardal die Entscheidung, Läuferinnen und Zuschauer auf den Berg zu holen, im ORF-Interview. Das IOC sieht die dritte Absage im vierten geplanten Rennen gelassen. „Wenn der Wind 15 Tage weiterbläst, dann haben wir ein Problem. Im Moment ist es okay. Die FIS ist an Störungen durch Wind und Wetter gewöhnt“, so IOC-Sprecher Mark Adams.

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