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Noch ein Traumtag für lebende Legende

Mit einem Traumlauf hat Snowboard-Superstar Shaun White erneut den Olympiasieg in der Halfpipe gefeiert. Der US-Amerikaner setzte sich am Mittwoch bei den Winterspielen in Pyeongchang in einem spannenden Finale durch und holte bei seinem dritten Olympiaauftritt nach 2006 und 2010 sein drittes Gold. Für seine Gala erhielt der 31-Jährige stolze 97,75 Punkte.

White lag damit vor dem Japaner Ayumu Hirano und Weltmeister Scotty James aus Australien. Dem Team der USA bescherte er die 100. Goldmedaille in der Geschichte der Winterspiele. Vor dem dritten Durchgang war White noch Zweiter gewesen. Doch als es um die Entscheidung ging, konnte er sich vor 5.000 Zuschauern mit zwei Sprüngen mit vierfacher Drehung noch einmal steigern. Für den Ausnahmekönner, der Freudentränen vergoss, war der Triumph eine Wiedergutmachung nach dem vierten Platz von Sotschi.

Shaun White beim Sprung in der Half Pipe

Reuters/Mike Blake

Sensationelle Bilder leferte der Kampf um die Goldmedaille in der Halfpipe

Spannung bis zum Schluss

Der Snowboardmillionär hatte gleich zu Beginn Grund zum Jubeln gehabt: Nach seinem ersten Lauf schleuderte er seinen schwarzen Helm euphorisch weg und freute sich über 94,25 Punkte. Im zweiten Durchgang begeisterte dann Hirano die Zuschauer. Mit seinem grandiosen Lauf mit zwei 1.440-Grad-Sprüngen nacheinander, Sprüngen mit jeweils vierfacher Umdrehung, übernahm der 19-Jährige die Führung. White leistete sich da einen ungewohnten Patzer und lag vor dem Finale zurück.

White erobert sein drittes Olympiagold

Der US-Amerikaner Shaun White bewies einmal mehr starke Nerven und gewann das spektakuläre Halfpipe-Finale.

Die Entscheidung wurde von einem bösen Sturz des erst 16-jährigen Yuto Totsuka überschattet. Mit dem Rettungsschlitten wurde der Japaner aus der Eisrinne gebracht. Das japanische Team gab dann Entwarnung. Totsuka sei bei Bewusstsein und werde mit Schmerzen im Hüftbereich zu Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. White konnte diesen Zwischenfall mit all seiner Routine ausblenden. Im Ziel brach er in Freudentränen aus.

Shaun White jubelt

APA/AP/Gregory Bull

Grenzenlose Freude bei White, nachdem er die Konkurrenz in die Schranken gewiesen hatte

Für White war der dritte Olympiasieg ein besonderer: „Diese Medaille bedeutet mir fast mehr als alle anderen davor. Ich werde auch älter, musste mit vielen Herausforderungen kämpfen“, sagte der glückliche Sieger im ORF-Interview. „Nach meiner Gesichtsverletzung hatte ich einige Zeit Angst, diese Tricks zu machen“, sagte White, der sich im September verletzt hatte.

Nächster Auftritt im Sommer?

Nach seiner dritten Goldmedaille ließ der Amerikaner mit einer Ansage in Richtung seines nächsten Olympiastarts aufhorchen. White liebäugelt mit einem Antreten bei den 2020 stattfindenden Sommerspielen in Tokio. „Ich freue mich sehr, dass Skateboard kommt, solange ich noch mental und körperlich bereit dafür bin“, sagte der 31-Jährige am Mittwoch in Pyeongchang. „Ich muss eine schwere Entscheidung treffen. Es würde mir die Welt bedeuten, bei den Sommerspielen anzutreten.“

White wies allerdings darauf hin, dass sich seine Snowboard-Kontrahenten weiterentwickeln würden, sollte er sich zeitweise auf das Skateboard konzentrieren. „Sie haben dann zwei Jahre Vorsprung vor Peking 2022“, sagte der Amerikaner mit Blick auf die Winterspiele in vier Jahren: „Diese habe ich noch auf dem Radar.“

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