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Nur Frenzel und Watabe stärker

Der Steirer Lukas Klapfer hat am Mittwoch bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang in der Nordischen Kombination die Bronzemedaille im Bewerb von der Normalschanze geholt. Der 32-Jährige beendete den 10-km-Langlauf nach Platz vier im Springen 18,1 Sekunden hinter dem siegreichen Deutschen Eric Frenzel. Der zweitplatzierte Japaner Akito Watabe lag 4,8 Sekunden zurück.

Es ist die insgesamt 14. Medaille für Österreichs Kombinierer in der Olympiageschichte, die neunte in Bronze. Seit den Spielen 2002 in Salt Lake City hatte es stets zumindest einen Podestplatz in Rot-Weiß-Rot gegeben. Die davor letzte Einzel-Medaille der ÖSV-Kombinierer war 2010 in Vancouver ebenfalls mit Bronze auf das Konto von Bernhard Gruber gegangen.

Bronze für Lukas Klapfer

Auch in der nordischen Kombination gab es am Mittwoch eine Medaille. Lukas Klapfer holt im Bewerb von der Normalschanze und 10 Kilometer Langlauf Bronze und erfüllt sich damit einen Lebenstraum.

Zweitbester Österreicher wurde diesmal Franz-Josef Rehrl, der nach dem Springen überraschend geführt hatte, auf Rang 13. Ex-Weltmeister Gruber, der nur als 33. in die Loipe gegangen war, belegte Rang 20, Wilhelm Denifl landete auf Platz 29.

„Der schönste Tag meiner Karriere“

Klapfer, der 2014 in Sotschi bereits Team-Bronze mit Gruber, Mario Stecher und Christoph Bieler geholt hatte, war im ORF-Interview nach dem Rennen zunächst fast sprachlos. „Ich kann gar nichts sagen, es war ein wahnsinnig hartes Rennen. Zu viert in die letzte Runde zu gehen, macht die Nerven schon fertig. Ich bin so froh, dass ich es als Dritter über die Ziellinie gebracht habe. Es ist sicher der schönste Tag meiner Karriere. Ich habe auf dem letzten Anstieg noch einmal alles herausgeholt. Es war nicht mehr viel drinnen, aber es hat gereicht,“ meinte der Steirer nach dem harten Langlaufrennen.

Lukas Klapfer (AUT), Eric Frenzel (GER) und Akito Watabe (JPN)

APA/AP/Matthias Schrader

Klapfer komplettierte das Siegerbild neben Frenzel und Watabe, die auch 2014 Gold und Silber geholt hatten

Frenzel wiederholte seinen Triumph von Sotschi. Nach Platz fünf im Springen setzte sich der fünffache Weltcup-Gesamtsieger wie vor vier Jahren vor Watabe durch. „Es ist eine hart erkämpfte Goldmedaille. Es war mein großes Ziel, wieder bei Olympischen Spielen erfolgreich zu sein. Der Winter war bisher nicht so optimal. Ich habe es geschafft, genau auf den Punkt fit zu sein und auch das nötige Glück zu haben“, so der 29-Jährige.

Bald nach Halbdistanz hatte sich eine vierköpfige Spitzengruppe gebildet, der neben den späteren Medaillengewinnern auch der Norweger Jarl Magnus Riiber angehörte. Dem Quartett gelang es, den zwischendurch schon bis auf zehn Sekunden herangekommenen deutschen Weltmeister Johannes Rydzek auf Distanz zu halten. Frenzel attackierte im Finish erfolgreich, und Klapfer ließ Riiber schließlich 4,4 Sekunden hinter sich.

Starker Sprung als Grundstein

Mit dem Vater einer vierjährigen Tochter freuten sich auch seine Teamkollegen. „Es gibt wenige, die es sich mehr verdient haben“, sagte Klapfers Zimmerkollege Denifl und Gruber meinte, die Medaille würde viel Auftrieb für die weiteren Bewerbe geben.

Klapfer war als starker Läufer abhängig von der Leistung auf der Schanze. Die war diesmal perfekt. Dem Steirer gelang der bisher beste Sprung bei einem Großereignis. Mit einem 109-Meter-Satz legte er bei unterschiedlich starkem Aufwind mit dem vierten Platz, vier Sekunden hinter Watabe und vier vor Frenzel, den Grundstein zur Medaille und hatte dabei auch das nötige Glück.

Rehrl nach Supersprung von Gefühlen überwältigt

Zufrieden sein konnte auch der 24-jährige Steirer Rehrl, der das Springen mit der Höchstweite von 112 Meter für sich entschied und als Erster in die Loipe startete: „Das Gefühl war überwältigend, es hat mir schon ein wenig den Atem genommen. Ich habe versucht, locker zu bleiben und in den ersten zwei Runden mein Tempo zu gehen. Es war eh ganz okay, aber dann ist es doch ein wenig in die Hose gegangen. Aber ich habe mein Bestes gegeben, ich habe mir nichts vorzuwerfen, vor allem mit dem Sprung. Ich habe gesehen, dass ich es kann und dass ich mit so einem Sprung auch auf der Großschanze eine gute Chance habe.“

Sensationeller Sprung von Rehrl

Franz-Josef Rehrl gelang auf der Normalschanze ein sensationeller Sprung auf 112 Meter. Der 24-jährige Steirer durfte damit als Führender in den Langlauf starten.

Die ÖSV-Routiniers Denifl und Gruber waren schon nach dem Springen wegen geringeren Aufwinds mit mehr als zweieinhalb Minuten Rückstand chancenlos. Der 35-jährige Gruber blickte dennoch optimistisch in die Zukunft. „Es stimmt mich positiv, dass die Laufform passt, auf der Großschanze werden Willi und ich unsere Fliegerqualitäten ausspielen.“

Einzel-Bewerb Normalschanze

Endstand nach einem Sprung und 10 km Langlauf:
1. Eric Frenzel GER 24:51,4 5/6*
2. Akito Watabe JPN + 4,8 3/9
3. Lukas Klapfer AUT 18,1 4/11
4. Jarl Magnus Riiber NOR 22,5 2/23
5. Johannes Rydzek GER 27,9 11/3
6. Eero Hirvonen FIN 51,6 6/19
7. Fabien Rießle GER 1:05,3 16/4
8. Ilka Herola FIN 1:05,5 17/2
9. Vinzenz Geiger GER 1:05,5 13/7
10. Espen Andersen NOR 1:13,7 7/28
13. Franz-Josef Rehrl AUT 1:38,1 1/44
20. Bernhard Gruber AUT 2:30,7 33/10
29. Wilhelm Denifl AUT 2:50,4 25/27
* Platzierung im Springen/Langlauf

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