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Verletzungen und vierte Plätze

„Einer muss Vierter werden“ lautet die Trostformel jener Sportler, die bei den Olympischen Spielen eine Medaille knapp verpassten. Sieben „Blecherne“ gab es für das ÖÖC-Team in Pyeongchang. Noch härter traf es aber Markus Schairer und Stefan Brennsteiner, die mit schweren Verletzungen nach Hause flogen. Wobei Snowboard-Crosser Schairer nach einem Halswirbelbruch Glück im Unglück hatte.

Es sollten auch jede Menge Medaillengewinne erzielt werden. Und mit fünf Goldenen, drei Silbernen und sechs Bronzenen fällt die Bilanz positiv aus. Vorrangiges Ziel der österreichischen Delegation war es aber, die Olympiamannschaft gesund und unverletzt wieder nach Hause zu bringen. Das war nicht bei allen der Fall.

Schairer erwischt es am schlimmsten

In liegender Position musste Schairer die Heimreise aus Südkorea antreten. Der Vorarlberger war bei der Landung nach einem weiten Sprung mit dem Rücken- und Kopfbereich auf der Piste aufgeprallt, brach sich den fünften Halswirbel und verletzte sich auch am Ellbogen. Bei einer Operation in Feldkirch wurde die untere Halswirbelsäule stabilisiert, er muss mehrere Wochen eine Halskrause tragen und wird erst danach über eine Fortsetzung der Karriere entscheiden.

Snowboarder Markus Schairer

APA/Helmut Fohringer

Schairer fuhr nach seinem schweren Sturz noch ins Ziel

Im Skicross kamen Christoph Wahrstötter (schwere Gehirnerschütterung und Schürfwunden) und Robert Winkler (Hüftprellung) schmerzhaft zu Sturz, Wahrstötter musste eine Nacht im Krankenhaus verbringen.

Im Riesentorlauf erwischte es Alpinskiläufer Stefan Brennsteiner, der sich im rechten Knie das vordere Kreuzband riss. Im gleichen Rennen erlitt Manuel Feller bei seinem Sturz ein Schleudertrauma an der Halswirbelsäule und eine Schulterprellung. Er durfte sich mit Silber im Teambewerb trösten. Matthias Mayer schrammte bei seinem spektakulären Sturz im Kombi-Slalom an einer gröberen Blessur vorbei, er hatte auch einen im Schnee steckenden Erdbohrer abgerissen. Trotz schmerzhaftem Bluterguss raste er zu Olympiagold im Super-G.

Flock vergibt Medaille im letzten Lauf

An seelischen Wunden knabberten die Viertplatzierten. Janine Flock führte im Skeleton-Bewerb der Damen nach drei Läufen zwei Hundertstelsekunden vor der Britin Lizzy Yarnold. Im vierten Lauf platzte nicht nur der Goldtraum, letztlich schrammte sie 0,02 Sekunden an Bronze vorbei. „Ich muss es auch selbst erst einmal verdauen. Ich werde jetzt zuerst einmal meine Familie trösten müssen“, sagte die Tirolerin.

Skeleton-Athletin Janine Flock

APA/AP/Andy Wong

Flocks Medaillentraum platzte im vierten Lauf

Mit Blech dekorierte sich auch Eisschnelllauf-Ass Vanessa Herzog über 500 m, auf das erhoffte Edelmetall fehlten 17 Hundertstelsekunden. Wegen Fiebers musste sie letztlich sogar für den Massenstart w. o. geben.

Nach einem Stockbruch schon zu Beginn des Rennens - der heftige Wind hatte ihm den Stecken zwischen die Beine geweht, er trat ihn selbst ab - reichte es auch für Biathlet Julian Eberhard im Sprint-Bewerb nur zu Rang vier - 0,7 Sekunden hinter Bronze und 8,4 Sekunden hinter Gold. Es war nicht sein einziger vierter Rang, auch im Staffel-Bewerb mit Tobias Eberhard, Simon Eder und Schlussmann Dominik Landertinger reichte es nicht für das Podest.

Biathlet Julian Eberhard

APA/AP/Andy Wong

Für Eberhard gab es gleich zweimal nur „Blech“

Zu den Viertplatzierten gesellten sich auch der alpine Kombinierer Marco Schwarz, die Rodel-Doppelsitzer Thomas Steu/Lorenz Koller und das österreichische Skispringerteam - Letzteres kam allerdings eher einem Debakel gleich.

Im Super-G der Damen hatte Anna Veith bereits Siegerinterviews gegeben. „Es war unglaublich, das grüne Licht zu sehen. Mein schönster Sieg“, jubelte die Salzburgerin. Doch dann kam Snowboard-Weltmeisterin Ester Ledecka und fuhr mit Nummer 26 zu Gold - 1/100 vor Veith. Diese war nach schwierigen Verletzungszeiten auch „mit Silber unglaublich glücklich“.

Blackout von Stadlober

Riesiges Pech hatte Langläuferin Teresa Stadlober, die in der letzten Olympiaentscheidung am Sonntag auf Silberkurs liegend nach Kilometer 21 und einem Blackout kurzzeitig in die falsche Schleife abbog und die 30 km im klassischen Stil als Neunte beendete. „Ich bin leider auf die falsche Runde gelaufen. Ich kann es mir nicht erklären. Jetzt bin ich so lange da, da sollte ich die Strecke schon kennen“, sagte die Salzburgerin, die nicht wusste, ob sie lachen oder weinen sollte.

Langläuferin Teresa Stadlober

APA/Helmut Fohringer

Stadlober vergab eine mögliche Medaille im Massenstart-Bewerb

Im Damen-Slalom unterlief auch Bernadette Schild auf dem Weg zum möglichen Sieg ein folgenschwerer Fehler. „Ich hätte Olympiagold machen können“, wusste die dann siebentplatzierte Salzburgerin mit Tränen in den Augen. Auch für Snowboardcrosser Alessandro Hämmerle (7.) wäre mehr drinnen gewesen, im Halbfinale kam er auf einem Aufstiegsrang liegend nach Zusammenprall mit dem späteren Goldmedaillengewinner Pierre Vaultier aus Frankreich zu Sturz.

Rille im Eis beendet Traum von der Kür

Eine Rille im Eis in der Arena in Gangneung wurde Eiskunstläufer Severin Kiefer zum Verhängnis, er verlor dadurch vor dem Absprung zum dreifachen Toeloop etwas die Balance und kam nach der Landung zu Sturz. Aus war der Traum, gemeinsam mit Miriam Ziegler im Paarlauf die Kür zu erreichen.

Auch knapp verpasste Finaleinzüge schmerzten die beteiligten Athleten. So blieb im Slopestyle der Snowboarder Clemens Millauer um 0,91 Punkten der Aufstieg in das Finale der besten zwölf verwehrt, in der Halfpipe der Ski-Freestylerinnen Elisabeth Gram um 0,6.

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