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Auch Olympiasieger waschen Wäsche

Doppelolympiasieger Marcel Hirscher hat in Pyeongchang nur „ans Arbeiten“ gedacht und an seine Aufgaben bei der Rückkehr nach Österreich. Er werde „Wäsche waschen“, meinte der Sieger der Kombination und des Riesentorlaufs. Vielleicht trifft er dabei auf Snowboard-Olympiasiegerin Anna Gasser, die laut ÖOC-Präsident Karl Stoss eine „coole Socke“ ist. Weniger cool war Langläuferin Teresa Stadlober.

„Ich war halt dumm.“ Langläuferin Teresa Stadlober nach dem 30-km-Langlauf, in dem sie an zweiter Stelle liegend falsch abgebogen war und damit die angepeilte Medaille verpasst hatte.

„Sie ist falsch gelaufen, verdammte Hütte noch einmal. Wo ist die denn hingelaufen jetzt? Hattigucki noch einmal. Alles aus - mein Gott na.“ Ein bitter enttäuschter und fassungsloser ORF-Kokommentator Alois Stadlober bei der Liveübertragung des Rennens seiner Tochter.

Eiskalte Olympiasieger

„Es war einfach das Ziel, viermal geradeaus fahren. Das ist mir geglückt.“ Rodler David Gleirscher über seine siegbringende Taktik im Herren-Einsitzer.

„Ich habe dann nach unten geschaut und habe mir gedacht, ich mach einen Sprung für meine Familie.“ Olympiasiegerin Anna Gasser über ihre Gedanken vor dem letzten Sprung zu Big-Air-Gold.

Anna Gasser

APA/Helmut Fohringer

Anna Gasser sprang nicht nur um Gold, sondern auch für ihre Familie

„Ich habe oben einen halben Herzinfarkt bekommen.“ Gasser-Trainer Christian Scheidl über seine Gefühlslage, nachdem die Kärntnerin im allerletzten Moment ihren letzten Sprung umgestellt hatte.

„Eine total coole Socke.“ ÖOC-Präsident Karl Stoss über Snowboard-Olympiasiegerin Gasser.

Alles Bluff

„Jetzt müssen sich die anderen anstrengen, dass sie mich putzen.“ Eisschnellläuferin Vanessa Herzog strotzte nach EM-Gold und Weltcup-Sieg vor ihrem Olympiaauftritt vor Selbstvertrauen. Schließlich wurde sie Vierte über 500 m und Fünfte über 1.000 m. Ihr Antreten im Massenstart-Bewerb musste sie krankheitsbedingt absagen.

„Bei uns gewinnt am Ende eh immer die Vogt Carina.“ Daniela Iraschko-Stolz schätzte die letztlich fünftplatzierte deutsche Doppelweltmeisterin und 2014-Olympiasiegerin vor dem Damen-Skispringen wieder stark ein. Der Sieg ging an die Norwegerin Maren Lundby.

„Ich habe selten so eine Blufferei gesehen.“ Vincent Kriechmayr maß seiner Bestzeit im letzten Abfahrtstraining angesichts der Vorstellung vieler Konkurrenten keine zu große Bedeutung zu. Der Oberösterreicher wurde schließlich Siebenter.

„Kuhmist und Beton“

„Ich bin eine Bauerntochter. Ich habe als Kind schon Kuhmist und Beton gegessen.“ Skirennfahrerin Ramona Siebenhofer, warum sie wegen des Norovirus im Gegensatz zu vielen anderen um ihre Gesundheit besorgten Menschen kein Problem mit Händeschütteln hat.

„Das ist Maturaniveau für einen Slalom, und ich habe halt für den Slalom nur den Hauptschulabschluss.“ Siebenhofer nach Platz sieben in der alpinen Kombination.

„Ich dachte, es geht richtig dahin. Aber genau dann wird der Wind weniger, und dann flieg ich durch wie ein Kartoffelsack. Meine 56 Kilo haben sich angefühlt wie 80.“ Stefan Kraft analysierte einen seiner Sprünge im Normalschanzen-Bewerb, in dem er 13. wurde.

„Mit der Mama konnte ich nicht viel reden, die hat am Telefon durchgeplärrt. Von meiner Tochter habe ich ein Foto gesehen, wie sie den Fernseher abschmust.“ Der Kombi-Dritte Lukas Klapfer bei der Medaillenfeier im Österreich-Haus.

Mayer trumpft auf

„Ich habe dieses Silber mein ganzes Leben lang im Wohnzimmer gesehen. Ich bin glücklich, dass ich nun meine eigene Super-G-Medaille habe.“ Matthias Mayer hat seinen „silbernen“ Vater Helmut (1988) mit Gold sogar übertrumpft.

Sturz von Matthias Mayer beim Kombi-Slalom

Reuters/Stefano Rellandini

Mayer verglich seinen Sturz im Kombi-Slalom mit jenem von Maier exakt Jahre 20 Jahre davor in der Nagano-Abfahrt

„Ja, das ist wirklich komisch. Nur dass der Hermann gefühlte zehn Meter durch die Luft geflogen ist bei seinem Sturz und ich dreißig Zentimeter. Das ist das Einzige, das vielleicht nicht ganz zusammenpasst.“ Mayer über Parallelen von Hermann Maiers Sturz und Super-Gold an den gleichen Daten in Nagano 1998.

„Man merkt es direkt bei dem Typen. Da sind ein paar PS mehr drauf, wenn Olympia ist.“ Marcel Hirscher über Super-G-Olympiasieger Mayer, der vor vier Jahren bereits Abfahrtsolympiasieger geworden war.

„Göstling steht am Kopf“

„Ich glaube, Göstling steht am Kopf. Die werden es genauso wenig glauben wie ich. Ich fühle mich wie im Traum.“ Katharina Gallhuber nach dem Gewinn von Bronze im Damen-Slalom.

„Ich bin am Anfang nur Nordic Walken gegangen, habe mich eigentlich bei den Pensionisten drangehängt.“ Biathlon-Bronzemedaillengewinner Dominik Landertinger über seine ersten Schritte nach einer Bandscheibenoperation im September.

„Mit einer Gehirnerschütterung ist man für Skicross-Verhältnisse schon fast okay.“ Thomas Zangerl über die Diagnose bei seinem Teamkollegen Christoph Wahrstötter nach dessen schwerem Sturz.

Hirscher denkt nur ans Arbeiten

„Heute sind mir sogar einmal die Tränen runtergeronnen, obwohl ich so ein cooler Hund bin.“ Trainer Michael Pircher unter dem Eindruck der Kombi-Goldfahrt von Hirscher.

„Nein. Ich bin nur zum Arbeiten hier.“ Doppelolympiasieger Marcel Hirscher nach seinem Riesentorlauf-Triumph auf die Frage, ob er die Zeit in Südkorea genießen könne.

„Wäsche waschen.“ Hirscher auf die Frage, was er nach seiner Rückkehr als Erstes machen werde.

Enttäuschter Marcel Hirscher nach seinem Ausfall im Slalom

Reuters/Dominic Ebenbichler

Marcel Hirscher dachte in Südkorea ans Arbeiten, Wäsche waschen und Rasenmähen

„Eine g’mahte Wiese ist es schlussendlich erst, wenn man mit dem Rasenmäher drübergefahren ist.“ Hirscher darüber, dass man als Favorit auch erst seine Leistung bringen muss.

Ein Anflug von Langweile

„Ich weiß nicht, ob das noch kommt. Ich hoffe, dass das noch kommt. Sonst wäre es ziemlich langweilig.“ Hirscher über ausgebliebene Emotionen nach seinem ersten Olympiasieg in der Kombination.

„Mein ganzes Leben lang habe ich mich noch nie so gelangweilt wie die letzten neun Tage. Als Kind habe ich Calgary oder so geschaut und gedacht, das muss das größte Sportevent der Welt sein. Dann kommst du her, und es ist niemand da am Abend. Es war ganz schräg. Sportlich super, vom Drumherum aber eine Grenzerfahrung. So viel gewartet habe ich meinem Leben nicht wie hier.“ Snowboarder Alexander Payer fühlte sich in Bokwang etwas ausgesperrt von Olympia. Der 28-Jährige wurde schließlich in seinem einzigen Rennen Neunter im Parallel-RTL.

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