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Nicht auf den Mund gefallen

16 Tage Olympia haben wieder einige skurrile Situationen produziert und für viele Emotionen gesorgt. So schrieb Ester Ledecka mit ihren Goldmedaillen im Alpin-Super-G und im Snowboard-RTL Sportgeschichte und überraschte ihre Konkurrentinnen. Die 22-jährige Tschechin selbst musste dann bei der Pressekonferenz improvisieren.

„Ich war nicht darauf vorbereitet, bei der Zeremonie zu sein. Ich habe kein Make-up.“ Super-G-Goldmedaillengewinnerin Ester Ledecka auf die Frage, warum sie die Siegerpressekonferenz mit aufgesetzter Skibrille absolviere.

Ledecka

GEPA/Mathias Mandl

Doppelolympiasiegerin Ester Ledecka versteckt ihr ungeschminktes Gesicht gerne hinter einer Skibrille

„Ich würde jetzt lieber Snowboarden. Ich möchte nicht unhöflich sein, ihr seid alle großartig. Ich habe nicht erwartet, hier zu sitzen. Ich hätte jetzt schon ein paar Läufe mit dem Snowboard fahren sollen.“ Der Super-G-Sieg durchkreuzte Ledecka die Trainingspläne.

Wie ein Vulkan

„Ich bin ein bisschen wie ein Vulkan, der noch nicht ausgebrochen ist.“ Die Explosion der Freude ließ bei Abfahrtsolympiasiegerin Sofia Goggia aus Italien vorerst auf sich warten.

„Ich war richtig fokussiert, ich war wie ein Samurai. Normalerweise bin ich eine Chaotin.“ Goggia nach ihrem Triumph.

„Ich habe nicht das Gefühl, dass wir hier noch oft Weltcup-Rennen fahren werden, sagen wir es mal so.“ Der dreifache Schweizer Saisonsieger Beat Feuz hält die olympische Abfahrtsstrecke für nicht sehr schwierig.

„Manche Teams haben diese Flitterwochen-Attitüde und möchten ihren Partner nicht anschreien oder kritisieren. Wir haben diesen Eiertanz hinter uns, ich werde nichts für sie schönreden.“ Der US-Amerikaner Matt Hamilton sagte vor dem Mixed im Curling, dass er auch gegenüber seiner Teampartnerin und Schwester Becca Hamilton lauter werden kann.

Der ewige Kasai und andere Dauerbrenner

„Ich bin wahrscheinlich schon einmal um die Welt geflogen.“ Skispringer Noriaki Kasai, nachdem er mit seinen achten Spielen zum Rekordolympiateilnehmer im Winter wurde.

„Ich habe nur die Hälfte von dem gezeigt, was ich kann. Die andere Hälfte werde ich in vier Jahren zeigen.“ Der 45-jährige Kasai über seine Ambitionen bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking.

Noriaki Kasai

APA/AFP/Odd Andersen

Der 45-jährige Noriaki Kasai wird des Fliegens nicht müde

„Ich werde nicht mit Skirennen aufhören, bevor ich den Rekord gebrochen habe.“ US-Skistar Lindsey Vonn über ihre Karrierepläne. Mit bisher 81 Weltcup-Siegen fehlen ihr noch fünf zum Rekord des Schweden Ingemar Stenmark.

„Wenn ich zurückblicke und sehe, was ich geschafft habe, dann ist das unglaublich.“ Die achtfache Olympiasiegerin Marit Björgen nach ihrem Triumph über 30 km Langlauf im klassischen Stil, mit dem sie die Führung in der Rangliste der erfolgreichsten Teilnehmer an Winterspielen übernommen hat.

Zornige Russen

„Wenn sie zornig und wütend sind, sind Russen unschlagbar.“ Ex-Stabhochspringerin und IOC-Mitglied Jelena Isinbajewa traute ihren Landsleuten einiges zu, doch am Ende gab es nur zweimal Gold für die Olympischen Athleten aus Russland (OAR).

„Wir werden nie einen Punkt erreichen, an dem wir keine gedopten Athleten haben werden. Das wäre so, als würden wir sagen, wir könnten Einbrüche und Mordfälle abschaffen. Das passiert nicht. Solange es sportlichen Wettbewerb gibt, wird es leider Leute geben, die betrügen.“ Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees.

„Ich hätte beinahe die Mandarine in meiner Hand zerdrückt.“ Japans Regierungschef Shinzo Abe fieberte vor dem TV-Gerät bei der Kür von Eiskunstlauf-Olympiasieger Yuzuru Hanyu mit.

Ein echter Tongaer geht nicht unter

„Ich friere nicht. Ich bin von Tonga. Wir sind über den Pazifik gesegelt. Das ist nichts dagegen.“ Skilangläufer Pita Taufatofua, der bei der Eröffnungsfeier wie 2016 bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro mit nacktem Oberkörper als Tongas Fahnenträger einmarschierte.

Pita Taufatofua

APA/AP/Jae C. Hong

Pita Taufatofua ließ es sich nicht nehmen, auch bei der Schlussfeier zu zeigen, aus welchem Holz Tongaer geschnitzt sind

„Mag man eher kurze oder lange Schmerzen? Ich liebe beides.“ Taufatofua kann sich nicht zwischen seinem Sommersport Taekwondo und seiner Winterleidenschaft Skilanglauf entscheiden.

„Für das Wetter kann keiner was, nicht mal das IOC.“ Der deutsche Alpindirektor Wolfgang Maier nach windbedingten Verschiebungen von drei Skirennen.

„Wenn man da oben auf dem Balken sitzt, wackelt der komplette Turm.“ Der deutsche Kombinierer Fabian Rießle über die Windbeeinträchtigungen beim Skispringen.

„Ich habe aus meinem Fehler von Sotschi gelernt und werde jetzt nicht krank.“ Kombinierer-Olympiasieger Eric Frenzel, nachdem er 2014 in Sotschi erkrankt war und auf Wettkämpfe hatte verzichten müssen.

„Die Entwicklung bei uns geht in Richtung Tod.“ Der deutsche Cross-Athletensprecher Konstantin Schad in Bezug auf die zahlreichen schweren Stürze in den Cross-Bewerben in Snowboard und Ski.

Eishockey-Wunder

„Ich war einer davon. Es ist aus einem herausexplodiert. Deshalb muss man sich nicht schämen.“ Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, über die weinenden deutschen Spieler und Funktionäre nach dem 4:3-Halbfinal-Sieg gegen Kanada.

„Im Bronze-Spiel werden keine Legenden geboren.“ Die Zeitung „The Toronto Star“ nach dem verlorenen Eishockey-Halbfinale der Kanadier.

„Ich weiß, dass sie kein Facebook haben. Von daher wird es vielleicht schwer, in Kontakt zu bleiben.“ Südkoreas Eishockey-Nationalspielerin Randi Heesoo Griffin über entstandene Freundschaften im geeinten Team Koreas.

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