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Entspannung als Vermächtnis

Die 23. Olympischen Winterspiele in Pyeongchang sind beendet. IOC-Präsident Thomas Bach beschloss die Spiele am Sonntag um 21.40 Uhr Ortszeit (13.40 Uhr MEZ). „Danke für eure Sportlichkeit, danke für euer Fairplay, wir haben gezeigt, dass Sport Brücken bauen kann“, rief Bach den Athleten zu. Die Spiele sollen als Hinterlassenschaft der unruhigen Region entspanntere Zeiten geben.

Gleichzeitig lud Bach nach Peking ein, wo die 24. Olympischen Winterspiele von 4. bis 20. Februar 2022 stattfinden. Damit wird die chinesische Metropole die erste Stadt sein, die Sommer- und Winterspiele beherbergt haben wird.

Einzug der Athleten

Rodlerin Madeleine Egle führt die österreichische Delegation bei der Schlussfeier der 23. Olympischen Spiele in Pyeongchang an. 30 österreichische Athleten und 35 Betreuer nehmen an der Schlussfeier teil.

Olympia in Südkorea hat dem ÖOC-Team 14 Medaillen (fünf Gold/drei Silber/sechs Bronze) und Rang zehn in der von Norwegen gewonnenen Medaillenwertung gebracht. Österreichs Fahnenträgerin bei der Schlussfeier war Rodlerin Madeleine Egle, Bronzemedaillengewinnerin mit der Team-Staffel. In Pyeongchang folgen nun noch vom 9. bis 18. März die XII. Paralympischen Winterspiele der Sportler mit körperlichen Beeinträchtigungen.

Olympia als Hoffnung auf Frieden

Schrill, bunt, laut sind die Spiele in Pyeongchang zu Ende gegangen, und dennoch schwang bei der Abschlussfeier eine stille Hoffnung auf Frieden mit. „Athleten aus Süd- und Nordkorea, ihr habt mit eurem gemeinsamen Einmarsch euren Glauben an eine friedliche Zukunft geteilt. Ihr habt gezeigt, dass der Sport die Leute in einer fragilen Welt zusammenbringen kann. Ihr habt gezeigt, wie der Sport Brücken bauen kann“, rief der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees in seiner Rede am Sonntag zum Ende des 17-tägigen Spektakels.

Erloschenes Olympiafeuer

APA/AP/Chris Carlson

Um 21.53 Uhr Ortszeit (13.53 Uhr MEZ) ist das olympische Feuer in Pyeongchang erloschen

Es war einer der emotionalsten Momente der gut zweistündigen Schlussfeier. Nordkoreas Eiskunstläuferin Ryom Tae Ok, Südkoreas Skeleton-Sieger Yun Sungbin, Tonga-Langläufer Pita Taufatofua, der Mann mit nacktem Oberkörper, und US-Skistar Lindsey Vonn sowie Frankreichs Biathlon-König Martin Fourcade, hatte Bach auf der großen Bühne um sich geschart und ein Symbol des Friedens senden wollen. Anschließend erlosch um 21.53 Uhr das olympische Feuer.

Komplimente an die Gastgeber

Nur Russlands Fahne fehlte nach zwei Dopingfällen weiter, die Sanktionen wurden am Sonntagmorgen auch für die Schlussfeier ausgedehnt. Bach sprach nach einer für Südkorea typischen bunten Lichtershow und Popklängen zwar nicht von den besten Winterspielen der Geschichte, über Komplimente durften sich Staatspräsident Moon Jae In und Lee Hee Beom, Chef des Organisationskomitees (OK), trotzdem freuen. Es seien „Spiele der neuen Horizonte“ gewesen, eine Hommage an die Vergangenheit und ein Akt des Glaubens an die Zukunft.

Die Zukunft auf der koreanischen Halbinsel wird aber wohl weniger durch den Sport als eher durch die Politik bestimmt. Dass US-Präsidententochter Ivanka Trump auf der Ehrentribüne in unmittelbarer Nähe zum nordkoreanischen General Kim Yong Chol saß, mag vielleicht etwas mehr als eine protokollarische Fußnote gewesen sein. Die Spannungen über Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm hatten bis Anfang des Jahres noch die Winterspiele überlagert.

Gut organisiert, nur selten emotional

OK-Chef Beom hielt zufrieden fest: „Der gemeinsame Auftritt der koreanischen Mannschaft hat aufgezeigt, dass wir ein Volk sind. Der Samen des Friedens, der in Pyeongchang gesät wurde, wird zu einem prächtigen Baum heranwachsen.“ Als Meister der Organisation hatte sich sein Land präsentiert, fast schon erwartungsgemäß wie bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und 14 Jahre später bei der Fußball-WM.

Siegerehrung 30-km-Langlauf der Damen

Die letzte Goldmedaille in Südkorea sicherte sich Rekordolympionikin Marit Björgen.

Gegen große Kälte und den zum Teil heftigen Wind zu Beginn der Winterspiele hatten die Gastgeber aber kein Mittel. Olympische Hochstimmung vermochten die Gastgeber bei aller Freundlichkeit auch nur selten herbeizaubern. Einen emotionalen Höhepunkt erlebte dafür Norwegens Skikönigin Marit Björgen, die aus den Händen von IOC-Boss Bach die Goldmedaille für den Triumph über 30 Kilometer erhielt. Achtmal Gold, viermal Silber, zweimal Bronze - kein Wintersportler ist erfolgreicher als Björgen, die mit ihrem Sieg auch Norwegen zu Platz eins in der Nationenwertung verhalf.

Übergabe an Peking

Die Schlussshow war ein bunter Strauß aus Musik, Tanz, Lichtershow und Feuerwerk. Nach der Medaillenvergabe zeigten Tänzer unter dem Titel „Achse einer neuen Zeit“ eine moderne Choreographie, die mit Medienkunst vermischt war. Die Choreographie sollte den freien Willen des Menschen und die Geburt einer neuen Zeit symbolisieren.

IOC-Präsident Thomas Bach und Bürgermeistert von Pyeongchang Sim Jae-guk

APA/AP/Kai Pfaffenbach

Eingestimmt wurden die Zuschauer vor dem Einzug der Mannschaften mit einer Mischung aus Klängen eines traditionellen Saiteninstruments und E-Gitarrenmusik. Stark umjumbelt und untermalt von koreanischer Musik zogen die koreanischen Sportler ein - die Nordkoreaner vorneweg.

„Annyeong Pyeongchang - Ni Hao, Peking!“, hieß es schließlich. Mit einer achtminütigen Einlage, umrahmt von Showelementen des chinesischen Filmemachers Zhang Yimou, präsentierte sich Chinas Hauptstadt. Peking wird 2022 Gastgeber der nächsten Olympischen Winterspiele sein.

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