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Zeit für neue Herausforderungen

Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang sind seit Sonntag Geschichte, Österreich war in Südkorea durch 105 Sportlerinnen und Sportler vertreten. Viele von ihnen peilen auch einen Start in vier Jahren in Peking an. Aber nicht alle.

Für Anna Veith etwa waren es die letzten Spiele als Aktive. Die Sotschi-Olympiasiegerin im Super-G hatte zuletzt enorm viel in ihr Comeback investiert und noch vor der Anreise nach Südkorea erklärt, dass danach Schluss sein würde. „Ich habe so viel erlebt, dass ich das Gefühl habe, ich fahre schon 30 Jahre“, so die Zweite des Super-G von Pyeongchang. Eine weitere Saison im Weltcup sei aber fix.

Dujmovits

GEPA/Mathias Mandl

Dujmovits hat mit den Olympischen Spielen abgeschlossen

Definitiv in China nicht mehr dabei sein wird auch die Parallelslalom-Olympiasiegerin im Snowboard 2014, Julia Dujmovits. Die Burgenländerin kündigte nach dem Ausscheiden im Achtelfinale von Pyeongchang im ORF-Interview an, dass sie nach dem Saisonende aufhören wird. „Das war generell mein Plan. Ich freue mich auf etwas Neues, eine neue Herausforderung“, sagte die 30-Jährige. Für ihre 44-jährige Kollegin Claudia Riegler waren es ebenfalls die letzten Spiele. Die WM im nächsten Jahr in Park City hat sie aber schon noch eingeplant.

Auch Iraschko-Stolz nimmt Abschied

Daniela Iraschko-Stolz, die „Grande Dame“ des Skispringens, hat mit 34 Jahren ihre olympische Laufbahn ebenfalls abgeschlossen. Sie hatte sich nach zahlreichen Knieoperationen immer wieder zurückgekämpft, so auch vor Pyeongchang, wo sie Sechste wurde. Bei der Premiere ihres Sports in Sotschi hatte sie Silber geholt.

Iraschko-Stolz

GEPA/Christian Walgram

Für Iraschko-Stolz bleibt es bei zwei olympischen Auftritten

Bei Skeleton-Pilotin Janine Flock sind es nicht Alter oder Verletzungen, die ihre olympische Zukunft infrage stellen. Für eine dritte Teilnahme müssten sich im Bob- und Skeleton-Verband Strukturen ändern. „Ich weiß nicht, ob ich unter diesen Voraussetzungen, wie es aktuell ist, weiterfahre“, betonte die Olympiavierte.

Die Rodler Peter Penz und Georg Fischler, 33 und 32 Jahre alt, haben mit Silber im Doppelsitzer und Bronze in der Team-Staffel ihre noch von Sotschi offene Rechnung mit Olympia beglichen. Ob das Duo noch vier Jahre weitermacht, darf eher bezweifelt werden. Festlegen wollten sich die Familienväter aber nicht. „Wir werden uns mit den Coaches zusammenreden. Es ist kein Plan da“, sagte Penz auch zu Gerüchten, wonach sie schon nach dieser Saison zurücktreten könnten.

Hirscher zu „99,9 Prozent“ nicht mehr dabei

In Pyeongchang waren drei der vier Olympiasieger von 2014 - Veith (damals noch Fenninger), Dujmovits und Matthias Mayer - neuerlich für Österreich am Start, nur Mario Matt hatte seine Karriere zuvor schon beendet. In vier Jahren in Peking könnten ebenfalls drei der vier Goldmedaillengewinner von 2018 dabei sein.

Snowboarderin Anna Gasser, Rodler David Gleirscher und Skifahrer Mayer wollen weitermachen. Bei Marcel Hirscher deutet hingegen vieles auf ein Karriereende vor 2022 hin. „Ich denke, das werden meine letzten drei Chancen sein. Das heißt, es wird keine Olympischen Spiele mehr für mich geben“, hatte der Salzburger im Vorfeld der Winterspiele gegenüber Medienvertretern erklärt. Später sagte der 28-Jährige aber, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen: „Wenn es 99,9 Prozent sind, ist noch immer ein kleiner Bruchteil offen.“

Gasser und Co. „noch motiviert“

Die 26-jährige Gasser hat jedenfalls noch einiges vor. „Derweil bin ich auf jeden Fall noch motiviert. Bei unserem Sport geht es eher darum, wie lange es der Körper aushält. So lange ich Spaß habe, werde ich auch weitermachen.“ Auch Benjamin Karl macht weiter. „Ich habe mir gesagt: Kollege, die Goldmedaille fehlt dir noch“, begründete der 32-jährige Snowboarder seine Motivation für weitere vier Jahre Spitzensport.

Anna Gasser

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Snowboarderin Gasser hat nach Gold im Big Air Lust auf mehr

Auch Mayer ist mit 27 noch jung genug für weitere Herausforderungen. Sein Speed-Kollege Hannes Reichelt ist zehn Jahre älter, er schließt ein Antreten in Peking 2022 dennoch nicht aus. „Vielleicht sind es ja nicht einmal die letzten“, hatte der Salzburger vor den Spielen in Südkorea gesagt. Da sich der Medaillentraum für ihn nicht erfüllte, ist es denkbar, dass er auch in vier Jahren noch fährt.

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