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Goldmünzen als Prämien

Die österreichischen Medaillengewinner von Pyeongchang sind am Dienstagabend auf dem Kapitelplatz in der Salzburger Altstadt offiziell empfangen worden. Bei Temperaturen, die an der Minus-Zehn-Grad-Grenze kratzten, versammelten sich rund 500 warm gekleidete oder hartgesottene Fans, um die Wintersportler zu feiern. Als Prämie gab es für die Athleten Goldmünzen.

„Wir sind sehr, sehr zufrieden“, bilanzierte Peter Mennel, Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Comites (OÖC) nach fünfmal Gold, dreimal Silber und sechsmal Bronze. Er bedankte sich auch bei den Trainern, Betreuern und Helfern. ÖOC-Präsident Karl Stoss selbst war nicht nach Salzburg gekommen. Er weilt noch in Asien und wird nach ein paar Tagen Urlaub in Thailand zurück nach Südkorea zu den Paralympics reisen, die am 9. März beginnen.

Fans während der ÖOC-Medaillenfeier

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Die rot-weiß-roten Fans versuchten, sich mit Fahnenschwingen zumindest ein bisschen aufzuwärmen

Fast alle Medaillengewinner dabei

Das ÖOC überreichte den Medaillengewinnern - bis auf die erkrankten Skifahrer Manuel Feller und Michael Matt waren alle erfolgreichen Athleten gekommen - eine Prämie in Form von Philharmonikern: Für Bronze gab es Münzen im Wert von 11.000 Euro, für Silber im Wert von 13.000 Euro und für Gold im Wert von 17.000 Euro. Weil einige Medaillen auf Zweier- und Teambewerbe fielen, schüttete das ÖOC nach den Spielen damit insgesamt 334.000 Euro an Belohnung aus.

Empfang der Olympiastars

Zwei Tage nach der Schlussfeier der Winterspiele in Pyeongchang sind Österreichs Olympiastars in Salzburg offiziell empfangen worden. Der Jubel war trotz klirrender Kälte groß.

Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) ließ sich am Dienstag krankheitsbedingt von ÖVP-Justizminister Josef Moser vertreten. Der lobte zunächst jene Medaillengewinner, die sich wie Marcel Hirscher, Anna Veith und Dominik Landertinger nicht von Verletzungen haben stoppen lassen. „So viele Medaillen sind fantastisch. Die Sportler verdienen es, dass wir ihnen zeigen, wie stark wir hinter ihnen stehen.“ Das offizielle Salzburg war durch Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) vertreten, der im Vorfeld der Ehrung auf den Werbewert des Olympiaevents für das Land und die Bewerbung Salzburgs für die Ski-WM 2023 in Saalbach-Hinterglemm verwies.

Schröcksnadel „nie zufrieden“

Eine etwas gemischte Bilanz zog ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. „Zufrieden sind wir nie. Die Leistung war gut, aber mit Glück hätten wir mehr Medaillen machen können. Die Skispringer und die Snowboarder haben dieses Mal ausgelassen - mit Ausnahme der Anna Gasser.“

Marco Schwarz, Stephanie Brunner, Katharina Gallhuber

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Die alpinen Team-Zweiten Marco Schwarz, Stephanie Brunner und Katharina Gallhuber präsentierten ihre Goldmünzen

Die Big-Air-Siegerin, übrigens die einzige österreichische Goldmedaillengewinnerin in Südkorea, war auch für den am Dienstag in Monaco vergebenen Laureus World Sport Award nominiert. Sie gab dem Termin in Salzburg aber den Vorzug. „Daheim ist daheim. Olympiasieger wird man nur einmal.“ Gasser meinte aber schon vor der Verleihung, dass sie nicht mit dem Preis rechne - und ging in der Kategorie Action Sport dann auch leer aus.

Unterschiedlich große Begeisterung

Nicht alle Gewinner wurden übrigens so frenetisch gefeiert, wie erhofft. „Super, Papa“, habe sein Kind zu ihm gesagt, meinte Rodler Peter Penz (Silber im Doppelsitzer). Und habe dann ein „Aber was spielen wir jetzt“ nachgeschoben. Kombinierer Bernhard Gruber (Bronze mit dem Team) gestand beim Empfang, bei der Medaillenfeier im „Austria Haus“ mit seiner Gitarre wild gerockt zu haben. „Da hab ich mehr geschwitzt als beim Langlaufen.“

Seine Bronzemedaille genoss auch Biathlet Landertinger. Nach einer Bandscheibenoperation im September bestritt er erst im Jänner wieder seine ersten Weltcup-Rennen. „Das ist eine besondere Medaille. Die habe ich mir schwer verdienen müssen. Wenn man super im Saft steht, ist es auch nicht einfach. Aber dass es jetzt aufgeht, ist schon ein Wahnsinn.“

Lukas Klapfer mit Tochter Valentina

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Lukas Klapfer, doppelter Bronzemedaillengewinner in der Nordischen Kombination, nahm seine Tochter mit auf die Bühne

Die Salzburgerin Veith dürfte indes den „Verlust“ der Goldenen gut verdaut haben. „Wenn das Ergebnis so knapp ist, denkt man natürlich: hätti, wari, tati. Die eine Hundertstelsekunde kommt einem immer wieder einmal in den Kopf. Aber dann denkt man zurück an die schlechten Zeiten, und die Medaille strahlt wie Gold.“

Und ein ausgeschlafener Doppelolympiasieger Hirscher meinte, nach einigen Ruhetagen nun wieder ins Training einzusteigen. Er werde alles versuchen, den Gesamtweltcup zum siebenten Mal in Folge zu gewinnen. „Ich fühle mich gut. Bisher habe ich mir immer gesagt: entweder Gesamtweltcup oder olympische Medaillen - nun hoffe ich, dass beides gelingt.“

ÖOC-Medaillengewinner Pyeongchang 2018

Gold:
Marcel Hirscher Ski alpin Riesentorlauf
Marcel Hirscher Ski alpin Kombination
Matthias Mayer Ski alpin Super-G
Anna Gasser Snowboard Big Air
David Gleirscher Rodeln Einsitzer
Silber:
Anna Veith Ski alpin Super-G
Katharina Gallhuber, Katharina Liensberger, Stephanie Brunner, Manuel Feller, Michael Matt, Marco Schwarz Ski alpin Teambewerb
Peter Penz / Georg Fischler Rodeln Doppelsitzer
Bronze:
Katharina Gallhuber Ski alpin Slalom
Michael Matt Ski alpin Slalom
Dominik Landertinger Biathlon Einzel
Lukas Klapfer Nordische Kombination Einzel Normalschanze
Wilhelm Denifl, Mario Seidl, Bernhard Gruber, Lukas Klapfer Nordische Kombination Teambewerb
David Gleirscher, Madeleine Egle, Peter Penz/Georg Fischler Rodeln Teamstaffel

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