Doping

Rekordzahl von 2.667 Tests in Sotschi

Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi ist die Rekordzahl von 2.667 Dopingkontrollen durchgeführt worden. Das gab das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Montag bekannt.

Von der Eröffnung des olympischen Dorfes am 30. Jänner bis zum Ende der Wettbewerbe am 23. Februar wurden demnach 2.190 Urin- und 477 Bluttests vorgenommen. 1.421 der Proben wurden außerhalb der Wettkämpfe veranlasst.

Die bisherige Rekordmarke an Dopingtests bei Winterspielen war vor vier Jahren in Vancouver erreicht worden. Damals waren es 2.149 und damit 518 weniger als in Sotschi gewesen. Bis dato sind sechs der aktuellen Proben positiv ausgefallen. Eine davon betraf den österreichischen Langläufer Johannes Dürr.

Bilanz

Österreich Dritter im „Einwohner-Medaillenspiegel“

Russland liegt im offiziellen Medaillenspiegel der Olympischen Winterspiele voran, ein anderes Bild ergibt sich bei der Umrechnung der Anzahl des olympischen Edelmetalls auf die Einwohner eines Landes. In dieser Auflistung liegt Norwegen vor Slowenien und Österreich an der Spitze.

Gemessen an den fünf Millionen Einwohnern ergibt sich für Norwegen ein rechnerischer Wert von 192.500 Einwohnern für jede ihrer 26 Medaillen. Dahinter liegt Slowenien (acht; 257.200 pro Medaille) und Österreich (17; 497.200 pro Medaille). Russland (33) liegt in dieser Rangliste der Winterspiele von Sotschi nur auf Platz 15.

Österreich in „Blechwertung“ auf Rang neun

Österreich hat bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi viermal Platz vier belegt. Das ÖOC-Team belegte damit in der unbeliebten „Blechwertung“ nach den 98 Bewerben Rang neun.

In Vancouver 2010 waren die Österreicher mit neun vierten Rängen gemeinsam mit Russland noch die Nummer eins gewesen. In Turin 2006 hatte es für Österreich sechsmal „Blech“ gegeben. „Blechsieger“ wurde Norwegen mit elf vierten Plätzen vor Russland (9) sowie Italien, Deutschland, den USA und China (je 8).

Für Österreich auf Platz vier landeten Skispringer Thomas Diethart (Normalschanze), Biathlet Simon Eder (20 km), Snowboarderin Ina Meschik (Parallel-Riesentorlauf) und der alpine Skifahrer Marcel Hirscher (Riesentorlauf). Quasi „Blech“ gab es auch noch für einen fünften ÖOC-Athleten. Otmar Striedinger war im alpinen Ski-Super-G zwar Fünfter, da es zwei dritte Plätze gab, aber Bester ohne Medaille.

ORF

Skispringer brachten höchste Einschaltquote

Der Skisprungbewerb der Herren von der Normalschanze hat dem ORF die höchste Einschaltquote bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi gebracht. Durchschnittlich 1,513 Mio. Zuschauer (47 Prozent Marktanteil) sahen die Entscheidung, die für den Polen Kamil Stoch mit seinem ersten Olympiagold endete. Insgesamt 5,875 Mio. Seher (weitester Seherkreis) verfolgten die Übertragungen des ORF. In Summe berichtete der ORF mehr als 430 Stunden live auf ORF eins und ORF Sport +.

Ebenfalls zu den reichweitenstärksten Übertragungen zählte der zweite Slalom-Durchgang der Herren (1,357 Mio. Seher), der einen rot-weiß-roten Doppelsieg (Mario Matt vor Marcel Hirscher) brachte. Auf den weiteren Plätzen folgt der Skisprung-Team-Bewerb (1,304 Mio. Seher) sowie das Springen von der Großschanze (1,228 Mio. Seher). Für ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz brachte das „bisher umfassendste Übertragungsprojekt in der Geschichte des ORF“ damit einen „hervorragenden Publikumserfolg“.

Onlineseite mit Rekordwert

Die Onlineangebote des ORF zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi waren beim Publikum äußerst erfolgreich: Das Olympiaspecial von sport.ORF.at (sport.ORF.at/sotschi2014) erzielte im Zeitraum 6. bis 23. Februar 2014 61 Mio. Page-Impressions, was einen Durchschnitt von 3,4 Mio. Page-Impressions pro Tag bedeutet.

Der Höchstwert betrug 6,7 Mio. Page-Impressions am Mittwoch, dem 19. Februar, als bei Olympia der hochdramatische Herren-Riesenslalom stattfand. Gemeinsam hatten der ORF.at-Sportkanal und die Olympiaseiten von 6. bis 23. Februar 90,4 Mio. Page-Impressions bzw. durchschnittlich knapp über fünf Mio. pro Tag - neue Rekordwerte für sport.ORF.at.

Auch die Seiten des ORF-Teletext-Specials ab Seite 260 erzielten mit insgesamt 56,8 Mio. Aufrufen bzw. durchschnittlich 3,34 Mio. Aufrufen pro Tag Topwerte. Die Sport-Topstorys (Seite 203 bis 209) informierten ebenfalls zum Großteil über Olympia und wurden durchschnittlich 1,74 Mio. Mal pro Tag aufgerufen.

Ski alpin

Österreich wieder Nummer eins im Alpinski

Ein Jahr nach der Heim-WM in Schladming war Österreich bei Olympia in Sotschi wieder die erfolgreichste Alpinski-Nation. Mit insgesamt neun Medaillen (drei Gold-, vier Silber-, zwei Bronzemedaillen) lag man klar vor den USA, die in Schladming noch tonangebend gewesen waren.

Damals waren die Amerikaner vor allem dank Ted Ligety mit fünf Medaillen (4/0/1) vor Österreich mit acht (2/2/4) an der Spitze gelegen.

Alpin-Wertung nach zehn Bewerben

Land Gold Silber Bronze Ges.
1. Österreich 3 4 2 9
2. USA 2 1 2 5
3. Schweiz 2 - 1 3
4. Slowenien 2 - - 2
5. Deutschland 1 1 1 3
6. Norwegen 1 - 2 3
7. Frankreich - 1 1 2
. Italien - 1 1 2
9. Kroatien - 1 - 1
10. Kanada - - 1 1
Anmerkung: In der Abfahrt der Damen gab es zwei Goldmedaillen, daher keine Silbermedaille. Im Super-G der Herren gab es zwei Bronzemedaillen.

Maze wird nicht mehr bei Olympia starten

Doppelolympiasiegerin Tina Maze will nicht noch einmal bei Winterspielen an den Start gehen. Das erklärte die RTL-Goldene aus Slowenien bei einem Zwischenstopp in Zagreb, wie die slowenische Nachrichtenagentur STA am Montag berichtete.

„Ich habe alles erreicht, was ein Athlet will. Ich fühle mich erfüllt und glaube nicht, dem Sport bis zu den nächsten Olympischen Spielen erhalten zu bleiben“, sagte die 30-Jährige, die in Sotschi in der Abfahrt und im Riesenslalom Gold geholt hatte.

Zweimal wurde die Slowenin bisher Weltmeisterin, 2013 gewann sie zudem den alpinen Gesamtweltcup. Nun lege sie ihr Hauptaugenmerk auf den Weltcup, sagte Maze. „Das Warten auf Olympia hat mich umgebracht. Deshalb konnte ich nicht mein Bestes im Weltcup geben.“

Snowboard

Weninger tritt als ÖSV-Parallel-Coach ab

Snowboardtrainer Tom Weninger tritt auf dem Höhepunkt des Erfolgs als ÖSV-Parallel-Coach ab. Nach Gold durch Julia Dujmovits und Bronze durch Benjamin Karl am Samstag im Olympiaslalom von Sotschi ist für ihn in dieser Funktion Schluss. Diese Entscheidung hat laut Verbandsangaben nichts mit der von Präsident Peter Schröcksnadel vorgebrachten Kritik zu tun, sondern war länger geplant.

Weninger gehörte dem ÖSV-Betreuerstab seit 2001/02 an, ÖSV-Chefcoach war er drei Saisonen lang. Nach einem Nachfolger wird noch gesucht. Dujmovits dankte ihrem engeren Landsmann auf ihrer Homepage jedenfalls für die erfolgreiche Zeit. „Unseren Haufen von Individualisten zusammenzuhalten ist nicht immer einfach. Er hat die letzten Jahre alles für den Snowboardsport gegeben und ich wünsche ihm nur das Beste“, schrieb die 26-Jährige. „Gönne dir etwas Zeit zum Chillen.“

Bob

Deutscher Machata für Kufenhandel bestraft

Die Aufarbeitung der historischen deutschen Bobpleite von Sotschi hat ein erstes prominentes Opfer gefordert. Der ehemalige Viererbob-Weltmeister Manuel Machata ist vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) wegen seines Kufenhandels bei den Olympischen Winterspielen mit einer einjährigen Wettkampfsperre belegt worden und muss darüber hinaus 5.000 Euro Geldstrafe zahlen.

„Natürlich ist uns bekannt, dass auch in der Vergangenheit Kufen international verliehen und gehandelt wurden. Wir werden die Olympischen Winterspiele von Sotschi zum Anlass nehmen, um klare Regelungen für deutsche Athletinnen und Athleten in unseren Regularien festzulegen“, betonte der Verband.

„Keine Rechtsgrundlage für Sperre“

Machata selbst wollte sich offiziell zu dem Urteil nicht äußern und verwies auf seinen Manager Axel Watter. „Für diese Sperre gibt es keine Rechtsgrundlage. Daher werden wir Rechtsmittel einlegen“, sagte Watter am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Immerhin handle es sich um Privatkufen.

Der BSD hätte es begrüßt, wenn Machata als Mitglied der Nationalmannschaft vorher mit dem Verband „über die Verwendung des Materials“ gesprochen hätte. So habe er „mit seinem Verhalten den Interessen des Verbandes großen Schaden zugefügt“, heißt es in der Pressemitteilung.

Eishockey

Tschechiens Teamchef erklärt Rücktritt

Nach dem Misserfolg bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi hat der tschechische Eishockey-Teamchef Alois Hadamczik (61) seinen Rücktritt erklärt. Tschechien, Olympiasieger von 1998, hatte im Viertelfinale gegen die USA mit 2:5 verloren und nur Platz sechs belegt.

Für Kritik bei Fans und Medien hatte bereits der Olympiakader gesorgt. Hadamczik sagte nun am Montag im Rundfunk, er wolle nicht länger medialen Angriffen ausgesetzt sein. Er war 2005 bis 2008 erstmals Cheftrainer gewesen und hatte das Amt im November 2010 von Vladimir Ruzicka noch einmal übernommen.

Hunderttausende feiern in Kanada Olympiasieg

In Kanada haben Hunderttausende euphorisch den Olympiasieg ihrer Eishockeymannschaft gefeiert. In Toronto strömten am Sonntag (Ortszeit) nach dem 3:0-Endspielsieg gegen Schweden in dichten Scharen Fans auf die Straßen der Innenstadt, schwenkten Kanada-Fahnen und bejubelten mit Hupkonzerten die erfolgreiche Titelverteidigung.

Von der Ost- bis zur Westküste hatten sich trotz der frühen Morgenstunde Menschen in Sportbars versammelt, um das Finale zu verfolgen. In Vancouver, der Olympiastadt von 2010, die zwölf Stunden hinter Sotschi zurückliegt, waren die Bars zu Spielbeginn um 4.00 Uhr (Ortszeit) bestens gefüllt.

In Calgary ließen sich die Fans trotz Temperaturen von 28 Grad unter null nicht vom Weg zu Restaurants und Bars abhalten, um dort das Endspiel zu verfolgen. Viele Bars hatten sich extra für das Finale eine Sondergenehmigung geholt, um so früh Alkohol ausschenken zu dürfen.

Chronik

Sonniger Abschied - kein Chaos auf Flughafen

Nach 17 olympischen Tagen rollt in Sotschi die Rückreisewelle, doch das befürchtete Chaos auf dem Flughafen Adler ist am Montag ausgeblieben. Dort lief alles in geordneten Bahnen, berichteten Passagiere. Vor den Abfertigungsschaltern bildeten sich kaum lange Schlangen, die meisten Flüge waren pünktlich.

Bei Sonnenschein und blauem Himmel haben Freiwillige in der Stadt und im Olympiapark mit dem großen Saubermachen begonnen. Kreml-Chef Wladimir Putin dankte den Organisatoren bei einem Frühstück: „Heute gibt es Anlass, ein Glas Champagner zu erheben.“ Dabei steht das nächste Ereignis noch bevor: Am 7. März beginnen in Sotschi die Paralympics.