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Trainingsergebnisse zu selten bestätigt
„Uns ist egal, was bei den anderen Teams passiert, wir müssen uns auf uns konzentrieren und zurückschlagen“, sagte der WM-Vierte im Rückblick auf den Überholskandal von Ferrari am vergangenen Wochenende in Hockenheim. Dem Red-Bull-Piloten ist die Aufregung im italienischen Rennstall derzeit nur recht. „Wir hatten bei uns schon viel Trubel in diesem Jahr. Da ist es gut, einmal nicht im Rampenlicht zu stehen“, erklärte der 23-Jährige. Tatsächlich könnte der Deutsche schon an die 100 Punkte auf dem Konto haben, startete er doch in sechs der bisherigen elf Saisonrennen aus der Poleposition.
Vettel wünscht sich daher völlig zu Recht, er wäre stets auf dem Platz ins Ziel gekommen, von dem er weggefahren ist. „Denn dann würde es auch in der WM besser aussehen“, hat der von seinem aufmüpfigen Teamkollegen Mark Webber mächtig unter Druck gehaltene Jungstar glasklar erkannt.
„Die Interessen des Teams gehen vor“
Bei Ferrari scheinen die Fronten hingegen geklärt zu sein. Die offensichtliche Stallorder in Hockenheim brachte Fernando Alonso zwar zurück ins Titelrennen, doch das italienische Traditionsteam muss nun eine Strafe des Weltverbands fürchten und hat viele Sympathien verspielt. „Die Interessen des Teams gehen vor“, betonte Ferrari-Chef Luca di Montezemolo trotz aller Empörung.
Insider sind sich ohnehin längst sicher, dass die Sache mit der 100.000-Dollar-Strafe gelaufen ist und Ferrari vom Council im September nichts mehr zu befürchten hat. Der einzig rote Faden zu diesem Thema ist die Uneinigkeit: Einerseits wissen Fahrer und Teamchefs genau, dass nur eine Stallorder zum Erfolg führt. Aufgrund der Regeln gilt ein derartiges Vorgehen aber als „unsportlich“.
Massa hat das Nachsehen
Ein schwerer Schlag war es auf jeden Fall für Felipe Massa, der zur eindeutigen Nummer zwei degradiert an seinen Schicksalsort Budapest zurückkehrt. Dort stand er vor einem Jahr nach einem Horrorcrash vor dem Ende seiner Karriere, ehe er sich mühsam zurückkämpfte - um nun von Ferrari eingebremst zu werden. „Die wichtigste Nachricht ist doch, dass wir wieder aufgeschlossen haben“, befand Alonso ungerührt und versicherte trotzig: „Jeder Sieg ist etwas Besonderes.“
Der umstrittene Erfolg nach dem verdächtig einfachen Überholmanöver gegen Massa brachte den zweimaligen Weltmeister in der Gesamtwertung bis auf 34 Zähler an Spitzenreiter Lewis Hamilton (157 Punkte) heran. Damit hat auch Vettel, der mit 136 Zählern hinter Titelverteidiger Jenson Button (143) und seinem punktgleichen Teamkollegen Webber rangiert, Alonso wieder im Rückspiegel. „Im Hinblick auf die Meisterschaft mache ich mir aber keine Sorgen“, beteuerte die deutsche WM-Hoffnung.
Mercedes weiter mit Problemen
Groß sind die Sorgen indes bei Mercedes. Für Rekordchampion Michael Schumacher und Nico Rosberg war der WM-Zug schon zur Saisonmitte abgefahren. Der launische „Silberpfeil“ macht immer neue Probleme, zu oft funktionieren neu entwickelte Teile nicht wie gewünscht. „Wir müssen weiterhin ruhig bleiben, alle Details genau anschauen und unsere Leistung gut analysieren“, sagte Schumacher.
Für das Werksteam des deutschen Autobauers gilt es in den verbleibenden acht Rennen der Debütsaison, zumindest Platz vier in der Konstrukteurswertung und die damit verbundenen Millioneneinnahmen zu sichern. Auch in diesem Klassement liegt derzeit McLaren ganz vorne - nicht zuletzt dank der zuverlässigen Mercedes-Motoren. Doch Hamilton und Button werden zunehmend nervös, weil das Entwicklungstempo bei McLaren zuletzt ins Stocken geriet. „Wir sind nicht schnell genug, also müssen wir einen besseren Job machen“, warnte Hamilton seine Ingenieure.
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Publiziert am 30.07.2010