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Kapfenberg setzt Austria unter Druck
Die ohne die verletzten Junuzovic und Ortlechner angetretene Austria, selbst vom gegnerischen Cheftrainer Werner Gregoritsch als derzeit technisch beste Mannschaft in Österreich bezeichnet, tat sich in Kapfenberg wieder einmal sehr schwer. Zudem wurde der Titelanwärter aus Wien vom Offensivgeist der Gastgeber überrascht.
Millionen-Mann Alar trifft
Bereits in der vierten Minute sorgte eine „Kooperation“ zweier Youngsters für die KSV-Führung. Austrias Tormann Heinz Lindner kam nach einem Rückpass zu spät, der erst 20-jährige Kapfenberg-Stürmer Deni Alar nutzte den schrecklichen Fehler sofort. Sein Drehschuss-Heber landete an der Stange, sprang von dort Margreitter an den Körper und schließlich zum 1:0 ins Tor.
Der Treffer wurde aber Alar zuerkannt. Es war der bereits dritte Saisontreffer für den gebürtigen Kroaten, an dem neben der Austria auch Rapid interessiert sein soll. KSV-Präsident Erwin Fuchs stufte den künftigen Marktwert des begehrten, aber längerfristig gebundenen U21-Stürmers sofort auf eine Million Euro ein.
Kapfenberg gibt Ton an
Kapfenberg blieb in einem zunächst munteren Spiel mit viel Bewegung die tonangebende Mannschaft, das 1:1 in der 19. Minute fiel daher überraschend: Über Hlinka und Jun kam der Ball zu Linz, der keine besondere Mühe hatte, den Ball im Tor unterzubringen. Den kurzen Hänger überwand Kapfenberg aber schnell, denn schon in der 24. Minute landete ein „Kracher“ von Kocin im linken Außennetz.
Da die Austria immer fehlerhafter wurde - auch Lindner ließ sich anstecken - wäre in der 44. Minute fast das 2:1 für die Obersteirer gefallen. Aber Lindner zeichnete sich aus und wehrte einen 20-Meter-Schuss von Felfernig ebenso ab wie den Nachschuss von Alar.
Ellbogenstöße und scharfe Schüsse
Austria-Trainer Karl Daxbacher reagierte und brachte nach der Pause sowohl Stankovic für Vorisek als auch Schumacher für Jun. Das schlug sich zwar in deutlich mehr Ballbesitz nieder, wirkliche Akzente konnten die Veilchen aber deshalb nicht setzen. Drei bemerkenswerte Szenen hatte das Spiel noch zu bieten: Kapfenbergs Tromsö-Leihgabe Taboga musste nach einem Ellbogenstoß von Linz mit einer blutenden Kopfwunde vom Platz. Kapfenbergs Wolf hielt einen Freistoß-Nachschuss von Hlinka und ein Weitschuss von Kocin streifte die Latte.
Stimmen zum Spiel:
Werner Gregoritsch (Kapfenberg-Trainer): „In der ersten Hälfte war das ein sehr gutes Spiel von uns, wir hatten die besseren Chancen. Dennoch überwiegt die Freude über den Punkt, denn die Austria ist eine Topmannschaft. Unsere primäre Zielsetzung bleibt gleich, wir wollen am Saisonende nicht auf Platz zehn landen.“
Deni Alar (Kapfenberg-Torschütze): „Von einem angeblichen Transfer zu Rapid weiß ich nur aus den Medien. Ich bin hier in Kapfenberg glücklich.“
Karl Daxbacher (Austria-Trainer): „Durch das dumme Tor, das wir uns selbst gemacht haben, sind wir früh in Rückstand geraten. Nach dem Ausgleich hätte ich gedacht, dass wir das Match noch umdrehen können. Wir haben dann aber zu verhalten gespielt. In Wirklichkeit haben wir uns den Sieg nicht verdient.“
Roland Linz (Austria-Stürmer): „Wir sind natürlich nicht zufrieden, denn wir sind als Favorit gekommen und wollten gewinnen. Aber wir sind schwer ins Spiel gekommen und erst nach dem 0:1 munter geworden. Es soll keine Ausrede sein, aber wir hatten in den letzten Wochen viele Spiele zu absolvieren und sind vielleicht etwas müde. Es gilt, die Konzentrationsfehler abzustellen.“
tipp3-Bundesliga, fünfte Runde:
Samstag:
Kapfenberg - Austria 1:1 (1:1)
Fekete-Stadion, 3.500 Zuschauer, SR Brugger
Torfolge:
1:0 (4.) Alar
1:1 (19.) Linz
Kapfenberg: R. Wolf - Schmid (66. Hüttenbrenner), Mavric, Taboga, Kocin - Erkinger (75./Elsneg), Fukal, Sencar - Ch. Kröpfl, Alar (86./Gregoritsch), Felfernig
Austria: Lindner - Vorisek (46./Stankovic), Margreitter, Dragovic, Suttner - Klein, Hlinka, Baumgartlinger, Liendl - Linz, Jun (68./Schumacher)
Gelbe Karten: Schmid, Mavric bzw. Liendl, Schumacher
Die Besten: Felfernig, Kocin, Taboga bzw. Baumgartlinger, Hlinka, Klein
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Publiziert am 22.08.2010