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Hamilton holt im Regen Platz zwei

Red-Bull-Pilot Mark Webber hat am Samstag die Poleposition für den Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps erobert. Der Australier, der nach zwölf Rennen die WM anführt, war in 1:45,778 Minuten der schnellste Pilot im vor allem zu Beginn turbulenten Qualifying.

Dahinter folgten der britische WM-Zweite Lewis Hamilton (McLaren) und der Pole Robert Kubica (Renault). Webbers Teamkollege Sebastian Vettel landete auf Rang vier. Das war das schlechteste Qualifying-Ergebnis des Deutschen in der laufenden Saison. WM-Mitfavorit Fernando Alonso aus Spanien kam in seinem Ferrari nur auf den zehnten Platz. Der Start zum Rennen erfolgt am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF1).

Qualifying beginnt und endet mit Regen

Das launische Ardennen-Wetter erschwerte den Fahrern ihre Arbeit, das Qualifying begann und endete mit Regen. „Dusche auf, Dusche zu, so war das heute die ganze Zeit“, beschrieb Webber sehr treffend die ständig wechselnden Wetterbedingungen. In der ersten Session drehten sich die Piloten reihenweise und rutschten von der Strecke.

Gleich zu Beginn leistete sich Witali Petrow in seinem Renault einen Anfängerfehler, der Russe rutschte gegen die Streckenbegrenzung und musste zu Fuß an die Box zurückkehren. Wegen der Bergung seines Boliden war die Qualifikation für sechs Minuten unterbrochen. Einzig die zweite Session ging trocken über die Bühne.

In der Schlussphase der dritten Session begünstigte der wieder einsetzende Niederschlag den in Führung liegenden australischen Red-Bull-Piloten, da keine schnelle Zeit mehr möglich war. Nur Hamilton kam auf nasser Strecke noch annähernd an die Bestzeit heran. Der McLaren-Pilot erzielte seine schnellste Runde als der Regen bereits eingesetzt hatte.

„Der Regen hat mir in die Karten gespielt“

„Ich wusste, dass die erste Runde sehr wichtig sein wird, da das Wetter hier nicht vorhersagbar ist“, sagte Webber, der am Freitag seinen 34. Geburtstag gefeiert hatte, über seine fünfte Poleposition in dieser Saison. „Was wir hier diesmal erlebt haben, ist aber auch für Spa einzigartig, so rasch wie das Wetter gewechselt hat. Ich habe das Auto gleich zu Beginn am Limit gefahren, aber nicht gedacht, dass meine Zeit halten wird. Dann hat mir der Regen in die Karten gespielt. An so einem Tag hätte die Sache auch schiefgehen können, wie etwa bei Fernando“, meinte der Australier, der zum insgesamt sechsten Mal vom ersten Startplatz aus in ein Rennen geht.

Formel-1-Fahrer Mark WebberAP/Yves LoggheWebber freut sich über seine fünfte Poleposition in dieser Saison.

Im Gegensatz zu vielen anderen Formel-1-Rennen ist die Pole in Spa-Francorchamps allerdings keinesfalls eine Garantie für den Sieg. In nur 13 von 43 Belgien-Grands-Prix startete der spätere Sieger vom ersten Startplatz aus.

„Webber hat einen tollen Job gemacht“

Lob für seine Leistung erntete Pilot Webber von seinem Konkurrenten Hamilton, seinem ersten Verfolger in der WM-Fahrerwertung. „Er hat einen tollen Job gemacht, weil es ein echt schwieriges Qualifying war. Bei meiner schnellsten Runde habe ich wegen des Regens in der ersten Kurve viel Zeit verloren. Ich werde das Rennen aggressiv, aber auch vorsichtig angehen, denn wir sind in einer guten Position, hier wichtige Punkte zu machen“, sagte der McLaren-Pilot, der in Kanada als bisher einziger Nicht-Red-Bull-Fahrer im Qualifying auf Platz eins gefahren war.

Vettel will nach dem für seine Verhältnisse enttäuschenden vierten Platz nun im Rennen voll angreifen: „Im Qualifying muss man immer Risiko gehen. Meistens geht es gut, heute vielleicht nicht ganz. In der entscheidenden Phase war es dann leider schon ein wenig zu nass. Die Bestzeit von Webber wäre sicher möglich gewesen. Aber das Auto ist schnell und bei den Bedingungen ist im Rennen sicher noch alles drinnen“, sagte der Deutsche, der zuletzt viermal in Folge Qualischnellster war.

Weitere Enttäuschung für Mercedes

Für Mercedes setzte es eine weitere Enttäuschung. Rekordweltmeister Michael Schumacher kehrte als Elfter an die Box zurück, zudem muss der 41-Jährige wegen seines Rüpelmanövers gegen Rubens Barrichello in Ungarn zehn Plätze weiter hinten vom 21. Startplatz ins Rennen gehen. Auch sein Teamkollege Nico Rosberg scheiterte bereits in der zweiten Session und wurde Zwölfter. Rosberg muss außerdem wegen eines Getriebewechsels fünf Plätze weiter hinten starten, was - alle weiteren Rückversetzungen berücksichtigt - Position 14 bedeutete.

„Das ist keine gute Ausgangsbasis - aber wir wissen ja, dass in Spa bei der Wetterlotterie alles möglich ist“, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Auch seine beiden Fahrer hoffen am Sonntag auf Regen. „Die Wetterkapriolen müssen zum richtigen Zeitpunkt stattfinden“, sagte der sechsfache Spa-Sieger Schumacher.

Mit Timo Glock fasste auch noch ein dritter deutscher Pilot eine Strafe aus. Der Virgin-Pilot wurde von den Rennkommissaren für ein Blockade-Manöver bestraft. Glock habe im Qualifying den Japaner Sakon Yamamoto (Hispania) regelwidrig behindert, urteilten die Stewards. Daher muss er fünf Plätze weiter hinten vom 20. Startplatz ins Rennen gehen, der Qualifying-17. hätte nach den Rückversetzungen von Schumacher und Rosberg ursprünglich von Rang 15 starten dürfen.

Am Abend wurde auch noch der Schweizer Sebastian Buemi wegen einer Behinderung von Rosberg im Qualifying um drei Plätze zurückgereiht, der Toro-Rosso-Pilot nimmt das Rennen nun vom 16. Startplatz aus in Angriff.

Qualifying für den GP von Belgien

Ränge eins bis zehn
1. Mark Webber AUS Red Bull 1:45,778
2. Lewis Hamilton GBR McLaren 1:45,863
3. Robert Kubica POL Renault 1:46,100
4. Sebastian Vettel GER Red Bull 1:46,127
5. Jenson Button GBR McLaren 1:46,206
6. Felipe Massa BRA Ferrari 1:46,314
7. Rubens Barrichello BRA Williams 1:46,602
8. Adrian Sutil GER Force India 1:46,659
9. Nico Hülkenberg GER Williams 1:47,053
10. Fernando Alonso ESP Ferrari 1:47,441
Ränge elf bis 17
11. Michael Schumacher * GER Mercedes 1:47,874
12. Nico Rosberg ** GER Mercedes 1:47,885
13. Jaime Alguersuari ESP Toro Rosso 1:48,267
14. Vitantonio Liuzzi ITA Force India 1:48,680
15. Sebastien Buemi *** SUI Toro Rosso 1:49,209
16. Heikki Kovalainen FIN Lotus 1:50,980
17. Timo Glock **** GER Virgin 1:52,049
Ränge 18 bis 24
18. Jarno Trulli ITA Lotus 2:01,491
19. Kamui Kobayashi JPN Sauber 2:02,284
20. Bruno Senna BRA Hispania 2:03,613
21. Sakon Yamamoto JPN Hispania 2:03,941
22. Pedro de la Rosa ESP Sauber 2:05,294
23. Lucas di Grassi BRA Virgin 2:18,754
24. Witali Petrow RUS Renault keine Zeit
* in Startaufstellung zehn Plätze zurückgereiht (Riskantes Manöver beim Ungarn-GP gegen Barrichello)
** in Startaufstellung fünf Plätze zurückgereiht (Getriebewechsel)
*** in Startaufstellung drei Plätze zurückgereiht (im Qualifying Rosberg regelwidrig behindert)
**** in Startaufstellung fünf Plätze zurückgereiht (im Qualifying Yamamoto regelwidrig behindert)

Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps

Startaufstellung
1. Mark Webber AUS Red Bull
2. Lewis Hamilton GBR McLaren
3. Robert Kubica POL Renault
4. Sebastian Vettel GER Red Bull
5. Jenson Button GBR McLaren
6. Felipe Massa BRA Ferrari
7. Rubens Barrichello BRA Williams
8. Adrian Sutil GER Force India
9. Nico Hülkenberg GER Williams
10. Fernando Alonso ESP Ferrari
11. Jaime Alguersuari ESP Toro Rosso
12. Vitantonio Liuzzi ITA Force India
13. Heikki Kovalainen FIN Lotus
14. Nico Rosberg GER Mercedes
15. Jarno Trulli ITA Lotus
16. Sebastien Buemi SUI Toro Rosso
17. Kamui Kobayashi JPN Sauber
18. Bruno Senna BRA Hispania
19. Sakon Yamamoto JPN Hispania
20. Timo Glock GER Virgin
21. Michael Schumacher GER Mercedes
22. Lucas di Grassi BRA Virgin
23. Witali Petrow RUS Renault
24. Pedro de la Rosa ESP Sauber

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Publiziert am 29.08.2010