Themenüberblick

Strecke „zu 90 Prozent fertig“

Das erste Formel-1-Rennen in Südkorea ist nach Angaben des Veranstalters „nicht gefährdet“. Die Einweihung der Strecke mit einem Show-Event soll wie geplant am 4. und 5. September stattfinden, teilte die Korea Auto Valley Operation (KAVO) mit. Der Grand Prix ist für 24. Oktober angesetzt.

Zuletzt hatten sich die Sorgen verstärkt, dass die neue Strecke in Yeongam nicht rechtzeitig fertig werden könnte. Um diese Bedenken zu zerstreuen, veröffentlichten die Organisatoren am Montag zwei Bilder von der Anlage und versicherten, der „Korea International Circuit“ sei „zu 90 Prozent fertig“.

Fertiggestellte Boxengasse in SüdkoreaKorea Auto Valley OperationDas Boxengebäude in Yeongam scheint zumindest außen fertig zu sein.

Formel-1-Renndirektor Charlie Whiting will sich in etwa drei Wochen selbst ein Bild von den Fortschritten machen. Auf seiner Reise zum Grand Prix von Singapur - das Rennen findet am 26. September statt - werde Whiting einen Zwischenstopp in Yeongam einlegen und eine letzte Inspektion der neuen Rennstrecke durchführen, teilte der Internationale Automobilverband (FIA) mit.

Vor Kurzem noch Großbaustelle

Am Wochenende hatte das Fachblatt „auto, motor und sport“ Zweifel an der Formel-1-Premiere in Südkorea geäußert und auf seiner Website zwei Wochen alte Fotos veröffentlicht, nach denen anscheinend noch kein Meter Asphalt verlegt worden war. Knapp zwei Monate vor dem Grand Prix sei nicht einmal der Untergrund der Strecke gewalzt gewesen, hieß es in dem Bericht. Außerdem zweifelte das Fachblatt daran, dass das Boxengebäude rechtzeitig fertig werde.

Gebäude der Rennleitung in SüdkoreaKorea Auto Valley OperationGebäude der Rennleitung

Eines der am Montag von der KAVO veröffentlichten Fotos zeigt das Boxengebäude hinter der Boxenmauer. Am unteren Bildrand ist auch ein schmaler Streifen Asphalt zu sehen. Auf dem zweiten Bild ist das Gebäude der Rennleitung aus ähnlicher Perspektive dargestellt.

„Wie weit der Innenausbau der Bauwerke fortgeschritten ist, lässt sich nicht genau erkennen“, blieb „auto, motor und sport“ skeptisch. Aufschlüsse über den Baufortschritt des größten Teils der Rennstrecke bzw. den Zustand der Tribünen gaben die Fotos auch nicht. Den Organisatoren bleibt nur noch wenig Zeit, um auch die letzten Zweifel zu zerstreuen - bereits in 54 Tagen soll der erste Sieger des Südkorea-GPs feststehen.

„Irgendwie werden sie das schon hinkriegen“

Formel-1-Rechteinhaber Bernie Ecclestone geht jedoch weiter davon aus, dass die Rennveranstalter die offenkundigen Probleme bewältigen werden. „Irgendwie werden sie das schon hinkriegen“, meinte der Brite. Eine Verlegung des möglicherweise vorentscheidenden WM-Laufes ist für den 79-Jährigen kein Thema. „Sagen Sie mir bitte, wo der stattfinden und wer ihn bezahlen soll“, meinte Ecclestone.

Rennstrecke im BauAP/Ahn Young-joonMehr Acker als Rennstrecke ist auf einem Foto vom März zu sehen.

Spätestens bei der Einweihungsveranstaltung am Wochenende wird sich zeigen, wie weit die Bauarbeiten wirklich fortgeschritten sind. Denn dann soll unter anderen der Inder Karun Chandhok ein paar Runden in einem Red-Bull-Showcar drehen. „Mal schauen, wie lange die Strecke ist, auf der er fahren kann“, wurde Red-Bull-Teamchef Christian Horner von „auto, motor und sport“ zitiert.

Chandhook ist derzeit bei Hispania Racing engagiert, war aber am Wochenende beim Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps nicht im Einsatz. Der Inder war früher Mitglied des Red Bull Junior Teams.

Links:

Publiziert am 31.08.2010