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Hauptsache, drei Punkte
„Wir wollen mit drei Punkten starten“, sagte der in Abwesenheit von Michael Ballack wie bei der Weltmeisterschaft als Kapitän fungierende Philipp Lahm am Donnerstag. Man könne aber nicht erwarten, dass der WM-Dritte in Brüssel ein Spiel zeige „wie gegen England und Argentinien. Wir sind am Anfang der Saison.“
Die sportliche Leitung der Gäste erwartet angesichts der noch bestehenden Defizite der Spieler bei Kondition und Spielrhythmus, „dass die Mannschaft sich reinquält in dieses Spiel“, so Teamchef-Assistent Hans-Dieter Flick. Personell will DFB-Coach Joachim Löw weitgehend auf die erfolgreiche WM-Formation setzen. „Es ist mit keinen großen Veränderungen zu rechnen“, verriet Flick.
Belgier rechnen sich Chancen aus
Die „Roten Teufel“, wie die Hausherren auch genannt werden, fühlen sich im Schlager der ersten Runde nicht chancenlos. „Ich verspreche nicht den Sieg, geschweige denn guten Fußball. Aber wir sind jung und enthusiastisch, wir wollen gewinnen. Ich versichere, dass meine Mannschaft von der ersten bis zur letzten Sekunden kämpfen wird“, sagte Teamchef Georges Leekens den favorisierten Deutschen den Kampf an.
Der Trainer denkt laut Medienberichten sogar über ein offensives 4-3-3-System nach. „Wir haben nicht die Mannschaft, um 90 Minuten zu verteidigen. Wir müssen Druck machen auf Khedira, Schweinsteiger, Podolski, Klose, Müller und Özil“, kündigte der 61-Jährige an. Der Neo-Nürnberger Timmy Simons glaubt jedenfalls an die Chance der Belgier. „Ein Sieg ist nicht unmöglich“, erklärte der 33-Jährige optimistisch.
Vorne vertraut Leekens auf Jungstar Romelu Lukaku, obwohl dieser zuletzt nicht getroffen hat. Der Stürmer kongolesischer Abstammung vom RSC Anderlecht, der im Grunddurchgang der Liga jüngster Torschützenkönig der Geschichte wurde, ist in seinem ersten Profijahr wie ein Komet aufgestiegen und hat längst das Interesse ausländischer Vereine auf sich gezogen. Hinten baut der Teamchef auf Daniel van Buyten, der sich schon auf seine Bayern-Kollegen freut.
Mehrere Spieler angeschlagen
Gegen diese Zuversicht von Leekens, Simons und Co sprechen die personellen Sorgen der Hausherren. Weil mehrere Spieler angeschlagen sind, wurden Keeper Glenn Verbauwhede (KV Kortrijk) und Mittelfeldmann Faris Haroun (Germinal Beerschot) nachnominiert. Von den Blessierten dürften sich Kevin de Bruyne (Knie) und Nicolas Lombaerts (Oberschenkel) am ehesten Hoffnungen auf einen Einsatz machen.
Ebenfalls gegen einen belgischen Erfolg spricht die Statistik. Die Deutschen haben von 23 Duellen 18 gewonnen und nur vier verloren. Die letzte Niederlage setzte es im ersten Spiel nach dem „WM-Wunder“ von Bern. Im September 1954 unterlag der frischgebackene Weltmeister in Brüssel vor 70.000 Zuschauern 0:2. Ob es nach WM-Bronze in Südafrika wieder einen Dämpfer gibt?
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Publiziert am 03.09.2010