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Überstunden in Flushing Meadows
Nach über dreieinhalb Stunden Spielzeit rang der klar favorisierte Melzer den 20-jährigen Berankis mit 6:4 6:7 (4/7) 6:3 1:6 7:5 nieder. Dabei hatte bei einer 2:1-Satzführung von Melzer schon einiges für den Deutsch-Wagramer gesprochen. Doch Berankis, die Nummer 124 der Welt, entschied den vierten Durchgang klar für sich und zwang „Marathonmann“ Melzer in einen Entscheidungssatz.
APA/EPA/John G. MabangloAußenseiter Berankis kämpfte wie ein Löwe.Fünfter Matchball verwertet
Bei 2:4 stand der 29-jährige Niederösterreicher dann bereits mit dem Rücken zur Wand, schaffte jedoch das Rebreak und nutzte schließlich seinen fünften Matchball zum Aufstieg. „Das war das erwartet schwierige Match, der kann wirklich gut spielen“, so ein sichtlich erleichterter Jürgen Melzer bei der Pressekonferenz. „Er hat die Bälle sehr früh genommen, viel Druck gemacht und wirklich den einen oder anderen Zauberball gespielt“, lobte Melzer den Litauer, der im Ranking wohl bald weit besser stehen wird als auf Platz 124.
APA/EPA/John G. MabangloMelzer machte erneut Überstunden.„Wenn man 2:4 im fünften Satz hinten ist, dann ist man sehr knapp dran, das Match zu verlieren. Umso zufriedener bin ich, dass ich das gedreht habe und wirklich nicht aufgegeben habe.“ Zwischendurch sei er sehr unzufrieden mit seiner Aufschlagleistung gewesen, an seinem Service hadert Melzer nun schon länger. „Gegen einen, der so gut von hinten spielt und sehr gut retourniert, ist es ohne ersten Aufschlag schwer. Man muss sich jeden Punkt erspielen, das ist auf Dauer ein bisserl mühsam.“
Für Melzer, der der letzte im Bewerb verbliebene Österreicher im Einzel ist, war es übrigens bereits der fünfte Sieg in einem Fünf-Satz-Match en suite. Seine Gesamtbilanz über die volle Distanz hat der Niederösterreicher, der früher klare Führungen oft noch vergeben hat, schon auf 12:10-Siege verbessert. „Ich hatte ja auch etwas gutzumachen“, so der müde, aber zufriedene Melzer.
Nun gegen Ferrero
Österreichs Nummer eins trifft nun am Samstag - so es der herannahende Hurrikan Earl zulässt - auf den Spanier Juan Carlos Ferrero, der den Brasilianer Ricardo Mello 6:1 6:4 6:4 schlug. „Das wird ein enorm schwieriges Match, sehr viel wird von der Grundlinie bestimmt werden. Man darf ihn nicht aus seiner Rückhand-Ecke seine Vorhand spielen lassen. Wenn ich das verhindern kann, habe ich auch ganz gute Chancen“, prophezeite der Niederösterreicher, der sich diesmal aber nicht mehr als Favorit sieht.
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Publiziert am 04.09.2010