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Nachweis schon 2012 möglich?
Bach hält es nicht für undenkbar, dass das neue Verfahren schon bei den Olympischen Spielen 2012 in London zum Einsatz kommen kann. „Wir begrüßen die neuen Erkenntnisse sehr. Die Abschreckungswirkung ist enorm“, sagte Bach der Nachrichtenagentur dpa. „Die Proben werden ja acht Jahre eingefroren und da ist es egal, ob die Methoden nun schon vor Olympia validiert sind oder ein halbes Jahr später.“
Perikles Simon von der der Universität Mainz hatte zuvor bei der Vorstellung seiner Erkenntnisse davon gesprochen, dass der Einsatz des Verfahrens in London ein „Wunschtraum“ sei. Die prominenten deutschen Dopingjäger stehen dem Einsatz des Verfahrens noch zurückhaltend gegenüber.
Diskussion für Dopingjäger „nicht aktuell“
„Sicher ist es ein wertvoller Schritt in die richtige Richtung. Aber im Moment gibt es noch nicht einen Beweis, dass Gendoping überhaupt schon praktiziert wird“, sagte der Heidelberger Molekularbiologe Werner Franke gegenüber der dpa. „Es gibt schließlich verschieden Wege zur Einbringung solcher Präparate in den Körper, zum Beispiel in die Zellen des Atemtrakts oder über die Hautzellen. Deshalb halte ich die derzeitige Diskussion für nicht aktuell.“
Für seinen Nürnberger Kollegen Fritz Sörgel scheint ausgeschlossen zu sein, dass das Nachweisverfahren bei den Spielen in London praktiziert werden kann. „Natürlich kann man es einsetzen, aber es würde nichts bringen. Es wird noch einige Zeit dauern, bis das Verfahren gerichtsfest abgesichert ist“, meinte der Professor und gab zu bedenken, wie viele Jahre die Einführung des Blutpasses dauerte.
„Zudem ist die Stammzellenforschung ein solch komplexes Ding, dass es momentan möglicherweise die Mittel der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) überschreitet“, sagte Sörgel. „Ich zweifle keinen Moment, dass Gendoping bereits praktiziert wird. Der gerichtsfeste Nachweis wird aber zehnmal komplizierter als beim indirekten Beweis“, befürchtet er.
Gendoping extrem gefährlich
Zugleich unterstrich Sörgel die extremen Gefährdungen für die Sportler. „Die Gefahr, an dieser Form des Dopings zu sterben, steigt stetig. Man braucht zur Implantationen von Stammzellen absolute Fachleute. Und da sich diese nicht für solche Dinge hergeben werden, wächst die Gefahr, sich in Hände von geldgierigen Scharlatanen zu begeben“, meinte der Professor. „Der unseriösen Industrie ist Tür und Tor geöffnet.“
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Publiziert am 05.09.2010