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Defoe lässt Capello jubeln

Die englischen Fans feiern die Wiedergeburt ihrer „Three Lions“. Nach der WM-Enttäuschung ist die schlechte Stimmung auf der Insel längst verflogen. „Endlich eine Mannschaft, die wie England aussieht“, fasste das Boulevardblatt „Daily Mail“ seine Eindrücke nach dem souverän herausgespielten 4:0 gegen Bulgarien zusammen.

Aufatmen durfte vor allem Coach Fabio Capello, dem die Presse zuletzt schwer zugesetzt hatte. „Wir waren heute exzellent. Ich bin froh, dass auch die Fans uns unterstützt haben“, sagte der Coach nach dem ersten Pflichtspielsieg seit dem 1:4-Debakel im WM-Achtelfinale gegen Deutschland. Mit drei Toren avancierte Jermain Defoe zum Matchwinner.

„Wir haben einen guten Auftritt hingelegt“, sagte Stürmer Jermain Defoe. „Ein Hattrick im Wembley-Stadion - das ist das beste Gefühl der Welt“, schwärmte der Angreifer von Tottenham Hotspur, der sich in diesen Tagen eigentlich einem Eingriff in der Leistengegend hätte unterziehen sollen. Der eingewechselte Adam Johnson von Manchester City steuerte den vierten Treffer bei (82.). Aufsteigende Form bewies aber auch Wayne Rooney, der zwar leer ausging, dafür aber als Vorbereiter überzeugte.

Italien müht sich zu Sieg

Mit einem mühsam erkämpften 2:1-Sieg in Estland meldete sich der viermalige Weltmeister Italien nach dem blamablen Vorrunden-K.-o. bei der WM in Südafrika zurück. Nach einem desaströsen Jahr für den italienische Fußball holten die neu formierten „Azzurri“ damit zum Start in die EM-Qualifikation den ersten Sieg im Jahr 2010. „Italien ist auf dem richtigen Weg“, titelte „Tuttosport“ am Samstag.

Ausgerechnet der von Marcello Lippi hartnäckig ignorierte Sampdoria-Stürmer Antonio Cassano avancierte unter dem neuen Coach Cesare Prandelli zum Matchwinner. Denn als die Italiener Freitagabend in Tallinn zur Halbzeit nach einem Tor von Sergej Senjow (31. Minute) 0:1 hinten lagen, zeichnete sich bereits das nächste Debakel ab.

Cassano rettet „Azzurri“ vor Blamage

In der größten Not aber gelang es Prandelli bei seinem Pflichtspieldebüt, das Team noch wachzurütteln. Zuerst verwandelte Cassano einen Eckball von Kapitän Andrea Pirlo selbst zum Ausgleich (60.). Nur drei Minuten später legte er mit der Ferse so genial für Leonardo Bonucci auf, dass der Verteidiger nur noch vollstrecken musste.

„Bravo Cassano“, gratulierte Prandelli seinem „Helden“. Der 28-Jährige sei ein Vorbild für alle, lobte der neue Nationalcoach. Die Zeitungen in der Heimat überschlugen sich mit Lobeshymnen auf den jahrelang als „Enfant terrible“ und nicht teamfähig verschrienen Süditaliener. „SantAntonio rettet Italien“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“.

Keine Probleme für Weltmeister Spanien

Keine Probleme hatten zum EM-Aufgalopp der Weltmeister und sein Vize: Spanien gewann in Liechtenstein 4:0. Der bei der WM noch enttäuschende Torjäger Fernando Torres meldete sich mit zwei Toren zurück. David Villa mit seinem 43. Länderspieltreffer und David Silva besorgten den Rest. „Die spanische Nationalelf hat bewiesen, dass ihr der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen ist und sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruht“, befand dennoch die Zeitung „El Pais“ am Samstag. „Rotes Dynamit“, titelte derweil das Sportblatt „As“.

Die Niederlande siegten durch drei Tore des Neu-Schalkers Klaas-Jan Huntelaar sogar 5:0 in San Marino. Der Sieg war aber weniger wegen des Hattricks des Neo-Schalkers, sondern vor allem wegen eines Treffers von Ruud van Nistelrooy bemerkenswert. Der 34-Jährige war nur wegen einer Verletzung von Robin van Persie ins Team gerutscht, 2008 hatte er eigentlich seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Bei seiner Rückkehr erhielt er stehende Ovationen: „Das ist ein außergewöhnlicher Moment“, sagte van Nistelrooy, der Trainer Bert van Marwijk „mit großer Freude“ auch weiterhin zur Verfügung stehen will.

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Publiziert am 04.09.2010