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Das Cowboys Stadium als großes Ziel

Die NFL ist gestartet. Mit dem Auftaktschlager zwischen Titelverteidiger New Orleans Saints und den Minnesota Vikings (14:9) hat der lange Weg in die Superbowl XLV begonnen. 32 Teams haben dabei nur das eine Ziel: das Finale am 6. Februar 2011 in Texas im Cowboys Stadium. Wer im Endspiel stehen wird, ist allerdings wie jedes Jahr völlig offen.

Selbstverständlich gibt es die üblichen Verdächtigen. Aber die NFL wäre nicht die NFL, würde es auch in diesem Jahr nicht einige Überraschungen geben. Bevor es aber im direkten Duell um die Vince Lombardi Trophy geht, müssen die Teams die reguläre Saison überstehen und sich in ihren Divisionen für das Play-off qualifizieren. Vor dem Start der neuen Saison liefert ORF.at einen Überblick, wer dafür in der National Football Conference (NFC) die besten Chancen hat.

NFC-East

Als Anwärter Nummer eins auf den NFC-East-Titel gehen wieder einmal die Dallas Cowboys ins Rennen. Das große Saisonziel ist der Einzug in die Superbowl im eigenen Stadion. Sowohl defensiv als auch offensiv haben die Cowboys das Rüstzeug, ihren ersten Titel seit 1995 zu holen. Trotz ausgewogenem Pass- und Laufspiel ging unter der Führung von Quarterback Tony Romo auf dem Weg dorthin aber bisher immer irgendetwas schief. Diesmal ist es vielleicht die schwere Auslosung.

Quarterback Tony Romo (Dallas Cowboys)AP/Dave EinselTony Romo hofft mit seinen Cowboys auf einen Lauf bis ins Finale.

In Philadelphia beginnt indes das Jahr eins nach der Ära von Donovan McNabb und Brian Westbrook, die bei Washington und San Francisco anheuerten. Ob McNabb-Nachfolger Kevin Kolb glänzen kann, wird sich erst weisen. Vom Talent her sind die Eagles in der Lage, ein Wörtchen mitzureden. Washington träumt indes dank McNabbs und des neuen Headcoachs Mike Shanahan von besseren Zeiten. Eine Steigerung wird sich einstellen, am Ende fehlt es aber wohl wieder an echten Topstars und Kadertiefe.

Die Giants verpassten im Vorjahr mit acht Siegen und acht Niederlagen den Einzug ins Play-off. Gelingt es den Giants, ihr Laufspiel wieder auf Vordermann zu bringen, sollte auch Quarterback Eli Manning eine gute Saison haben. Unter dem neuen Defensivcoach Perry Fewell hat auch die Verteidigung wieder einen Schritt nach vorn gemacht.

NFC-North

Die Green Bay Packers werden als aussichtsreichster NFC-Kandidat auf den Einzug in die Superbowl gehandelt. Quarterback Aaron Rodgers wird von Jahr zu Jahr besser und hat eine Vielzahl an starken Passempfängern. Die Laufverteidigung war in der letzten Saison die stärkste der Liga. Die O-Line zum Schutz von Rodgers wurde verstärkt. Einziges Manko: Mit Ryan Grant haben die Packers nur einen wirklich starken Runningback.

Quarterback Aaron Rodgers (Green Bay Packers)AP/Jim PrischingAaron Rodgers warf in der letzten Saison 30 Touchdowns.

Größter Gegner der Packers werden die Vikings sein. Die Rückkehr von Legende Brett Favre bewahrte Minnesota vor einem Absturz, denn auf der Position des Quarterbacks hätten sie keine Alternative gehabt. Fraglich ist allerdings, ob der bald 41-Jährige seine sensationelle Leistung aus dem Vorjahr wiederholen kann. Bauen können die Vikings aber auf Runningback Adrian Peterson und eine starke Verteidigung.

Die beiden restlichen Teams der NFC-North werden es indes schwer haben. Die beste Nachricht für die Chicago Bears ist die Rückkehr von Verteidiger Brian Urlacher nach einjähriger Verletzungspause und die Verpflichtung von „Quarterback-Schreck“ Julius Peppers. Spielmacher Jay Cutler muss beständiger werden, selbiges gilt für Runningback Matt Forte. Möglicherweise bringt Mike Martz das Duo als neuer Offensivcoach auf Vordermann. Die Detroit Lions werden zumindest noch eine Saison brauchen, um wirklich konkurrenzfähig zu werden. Das Team ist aber unter Hoffnungsträger Matthew Stafford auf einem richtigen Weg.

NFC-South

Der neuerliche Gewinn der Superbowl wird zwar schwierig, die Wiederholung des Titels in der NFC-South ist für New Orleans definitiv machbar. Mit Drew Brees als Quarterback der starken Offensive sind die Saints ein Team, das man immer auf der Rechnung haben muss. Knackpunkt wird die Defensive sein, die im Vorjahr viele Turnovers und Punkte erzielte.

Quarterback Drew Brees (New Orleans)AP/Gerald HerbertDrew Brees ist der unumschränkte Leader im Team der Saints.

Erster Herausforderer der Saints in der NFC-South ist Atlanta. Die Falcons verfügen über eine gefährliche Kombination aus Lauf- und Passspiel. Matt Ryan geht in seine dritte Saison als Starting-Quarterback und sollte das Niveau seines Spiels weiter gesteigert haben. Auf dem Boden sorgt Runningback Michael Turner für die nötigen Yards. Wenn die Falcons auch noch ihre Auswärts- und Defensivschwäche ablegen können, dann sind sie reif für das Play-off.

Carolina und Tampa Bay werden indes wohl kaum eine Rolle spielen. Die Panthers haben zwar mit DeAngelo Williams und Jonathan Stewart das beste Runningback-Duo der Liga, aber in Matt Moore einen unerfahrenen Quarterback, dessen Ersatz Rookie Jimmy Clausen ist. Da kann auch ein Wide Receiver vom Format eines Steve Smith nicht viel helfen. Für das junge Team der Buccaneers ist das neue Spieljahr eine Zwischenstation.

NFC-West

Jetzt oder nie heißt es für die San Francisco 49ers in dieser Saison. Angesichts der schwächelnden Konkurrenz in der NFC-West liegt der erste Divisionstitel seit dem Jahr 2002 zum Abholen bereit. Eine beinharte Verteidigung und ein starkes Laufspiel über Frank Gore und Veteran Westbrook, der von den Eagles kam, sind die Prunkstücke. Für Quarterback Alex Smith liegt die Latte daher hoch. Schaffen es die 49ers wieder nicht, könnten seine Tage in der NFL gezählt sein.

Quarterback Alex Smith (San Francisco 49ers)AP/Darron CummingsAuf Alex Smith lastet in dieser Saison großer Erwartungsdruck.

In die Favoritenrolle schlüpfte San Francisco vor allem, weil bei den Arizona Cardinals Quarterback Kurt Warner seine Karriere beendete. Dessen potenzieller Nachfolger Matt Leinhart, seines Zeichens Nummer eins im Draft 2006, wurde kurz vor der Saison endgültig vor die Tür gesetzt und heuerte bei den Texans an. Das Vertrauen hat nun Derek Anderson. Der ehemalige Spielmacher der Cleveland Browns, wird aber keinen leichten Stand haben, da das Team einfach zu viele wichtige Spieler verloren hat.

Wenig zu bestellen werden die Teams aus Seattle und St. Louis haben. Die Seahawks haben ihren Kader runderneuert und sind deshalb wohl nur bedingt konkurrenzfähig. Viel wird von Quarterback Matt Hasselbeck abhängen. Bleibt er verletzungsfrei und spielt gut, dann wird auch das Team ein paar Siege einfahren. Die Rams haben mit Quarterback Sam Bradford, der diesjährigen Nummer eins im Draft, die Weichen für die Zukunft gestellt. Hinter einer schwachen O-Line wartet auf den 22-Jährigen aber ein langes und hartes Jahr.

Christian Wagner, ORF.at

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Publiziert am 10.09.2010