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„Ich schulde es dem Team“
Im Mittelpunkt steht dabei aber nicht der Titelverteidiger, sondern Quarterback-Legende Brett Favre. Der bald 41-Jährige geht mit den Vikings nun wohl endgültig in seine 20. und letzte Saison und hat dabei nur einen brennenden Wunsch: Trotz aller körperlichen Probleme will Favre nach 1997 seine zweite Superbowl gewinnen.
Obwohl sich der einfache Großvater lange zierte, noch eine Saison dranzuhängen, setzte sich die Begierde nach einem zweiten Superbowl-Ring schließlich durch. „Letztes Jahr war ich so knapp dran, die Burschen ins Finale zu führen. Ich schulde es dem Team und dem Verein, noch einmal einen Versuch zu starten. Wir sind ein sehr gutes Team. Die Chancen, mit den Vikings die Superbowl zu erreichen, sind nirgends höher“, erklärte der Quarterback.
Revanche an den Saints
Favre hat wirklich etwas gutzumachen, denn seine Interception in der Verlängerung im Semifinale gegen die Saints führte zum spielentscheidenden Field Goald des späteren Superbowl-Gewinners. Aber nicht nur deswegen hat der 40-Jährige, der letztes Jahr statistisch gesehen mit 4.202 Yards, 33 Touchdowns und nur sieben Interceptions seine beste Saison seit seinem Beginn im Jahr 1992 hatte, in schlechter Erinnerung haben.
Reuters/Mike SegarIm Vorjahr musste Favre Drew Brees und den Saints den Vortritt lassen.Favre wurde von der Saints-Verteidigung gleich 16-mal zu Boden gebracht. Im dritten Viertel musste er auch mit einer Knöchelverletzung behandelt werden, die nach der Saison eine Operation notwendig machte und auch in der Vorbereitung nach wie vor mit Spritzen behandelt werden muss. Böse ist Favre den teilweise überharten Saints-Verteidigern, von denen die Liga später zwei bestrafte, nicht.
„Das ist Football. Wenn man die Chance hat, muss man versuchen, den gegnerischen Quarterback aus dem Spiel zu bringen. Es gibt viele harte Attacken während eines Spiels, nur die auf den Spielmacher sind eben am offensichtlichsten“, erklärte „Ironman“ Favre, dessen 285 Spiele in Serie nur einer seiner zahlreichen NFL-Rekorde ist.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt
Für die Saints, die 43 Jahre brauchten, um ihre erste Superbowl zu gewinnen, beginnt indes die Mission Titelverteidigung. Nach wochenlangen Feiern in den Straßen des „French Quarters“ ist die „Who Dat Nation“ bereit, ihr Team zum nächsten Titel anzutreiben. Obwohl, angefangen bei den Packers in den 60er-Jahren, in jeder Dekade ein Team die Wiederholung des Triumphes schaffte, wird es für die „Heiligen“ höllisch schwierig.
Wie schnell es gehen kann, bewiesen die Pittsburgh Steelers. Im Februar 2009 noch Sieger, verpasste das Team von Mike Tomlin in der nächsten Saison sogar das Play-off. „Die Gefahr beim Menschen liegt daran, sich auf dem Erreichten auszuruhen oder davon auszugehen, dass man sich nicht ständig verbessern muss, weil man sich bereits auf dem höchsten Niveau wähnt. Wenn man so denkt, wird man Probleme bekommen. Wir sind uns aber dieser Gefahr bewusst und deshalb wird es uns nicht passieren“, erklärte Saints-Quarterback Drew Brees.
„Lehrling“ macht Favre Konkurrenz
Harte Konkurrenz haben die Saints und Vikings aber aus Green Bay zu erwarten. Die Packers werden von vielen Experten als Superbowl-Kandidat gehandelt. Ausgerechnet jenes Team, für das Favre 16 Jahre lang gespielt hatte und bei dem er trotz seines Wechsel zum Divisionskonkurrenten noch immer Kultstatus genießt, könnte den Traum des 40-Jährigen platzen lassen.
Verantwortlich dafür könnte ausgerechnet Favres ehemaliger „Lehrling“ Aaron Rodgers sein. Der 26-Jährige war der einzige Spieler, der in den beiden letzten Jahren über 4.000 Yards warf. Rodgers hat dabei in der NFC-North gleich zweimal in dieser Saison die Gelegenheit, mit seinen jungen Packers, die von Jahr zu Jahr besser werden, gegen die Vikings von Favre anzutreten.
Am 24. Oktober im Lambeau Field von Green Bay und am 21. November in Minnesota kommt es zu den mit Spannung erwarteten Duellen. „Im Vergleich zum Vorjahr ist unser Vertrauen gestiegen. Diesmal ist es realistischer, weil wir gereift sind“, sieht sich Rodgers endgültig bereit seinem Lehrmeister entgegenzutreten, nachdem in der letzten Saison die Duelle mit 30:23 und 38:26 an Favre gingen.
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Publiziert am 09.09.2010