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Mit viel Routine zu Edelmetall

Von 11. bis 19. September geht im tschechischen Ostrava die 29. Europameisterschaft über die Bühne. Aus österreichischer Sicht liegt das Hauptaugenmerk dabei auf dem Herren-Teambewerb. Bei den vergangenen sechs Kontinentaltitelkämpfen gab es für die ÖTTV-Mannschaft vier Podestplätze, in den vergangenen beiden Jahren jeweils Bronze.

Mit dem 38-jährigen Chen Weixing, dem 37-jährigen Werner Schlager und dem 31-jährigen Robert Gardos ist der Stamm der vergangenen Jahre wieder dabei, dazu kommen die Talente Daniel Habesohn und Stefan Fegerl. In den Gruppenspielen am Wochenende gegen Kroatien, Serbien und Portugal sind die Top Zwei für den Einzug in das für Montag angesetzte Viertelfinale Pflicht - eine machbare, wenn auch nicht einfache Aufgabe.

Schlager mit wenig Spielpraxis

Schlager hat von Stuttgart 2009 neben Teambronze auch Einzelsilber zu verteidigen, sieht seine persönliche Ausgangslage aber anders als vor einem Jahr. „Ich bin durch die Akademie diesmal noch weniger zum Spielen gekommen“, erklärte der Ex-Weltmeister vier Monate vor der offiziellen Eröffnung der „Werner Schlager Akademie“ (WSA) in Schwechat. Mit seiner Routine und Klasse ist der Niederösterreicher für das Nationalteam aber weiter unverzichtbar.

Werner SchlagerGEPA/OsportsAuch mit wenig Training ist Werner Schlager im Team gesetzt.

In der zweiten EM-Hälfte wird sich Schlager auf das Einzel konzentrieren und das Doppel diesmal auslassen. Nach der verletzungsbedingten Absage des dänischen Europameisters Michael Maze ist das ÖTTV-Ass in der CEZ Arena quasi heimlicher Titelverteidiger. Die Favoriten auf Gold sind aber andere. Allen voran der Weltranglistenzweite Timo Boll, der Deutsche geht auf sein drittes Titeltriple nach 2007 und 2008 los.

ÖTTV-Damen nur Außenseiter

Österreichs Damen müssen den Teambewerb schaumgebremst in Angriff nehmen. Nach dem Teamrücktritt von Veronika Heine fehlt diesmal aus beruflichen Gründen auch Martina Petzner. Daher wird der Kader erstmals durch die beiden 18-jährigen Monika Juric und Karina Kovacs aufgefüllt. Daher liegt der Erfolgsdruck ganz auf Liu Jia und Li Qiangbing.

Hinter der aktuellen Verfassung von Ex-Europameisterin Liu Jia steht aber ein Fragezeichen, da sie in der Vorbereitung von einer hartnäckigen Ellbogenverletzung geplagt wurde. Wie Schlager hat sie daher nicht für das Doppel genannt. Schon im vergangenen Jahr hatten die ÖTTV-Damen das Viertelfinale verpasst und sich danach als 13. gerade noch für die heurige Championship Division qualifiziert. Angesichts der Gruppengegner Deutschland, Kroatien und Türkei scheint das Ziel, das Viertelfinale zu erreichen, auch diesmal ein recht hohes zu sein.

Stolze EM-Serie soll weitergehen

Das ÖTTV-Minimalziel ist aber auch in Ostrava zumindest wieder eine Medaille, denn schließlich ist eine stolze Serie zu verteidigen. Bei den vergangenen acht Europameisterschaften haben Österreichs Asse immer Edelmetall geholt. Seit Eindhoven 1998 gab es für den ÖTTV vier Gold-, sechs Silber- und 13 Bronzemedaillen. An gleich 16 Podestplätzen war Werner Schlager beteiligt. In den davor ausgetragenen 20 EM-Turnieren hatte es hingegen nur zu zweimal Bronze gereicht.

ÖTTV-Kader:

Herren:

  • Team: Werner Schlager, Chen Weixing, Robert Gardos, Stefan Fegerl, Daniel Habesohn
  • Einzel: Schlager, Chen, Gardos, Fegerl, Habesohn, Feng Xiaoquan
  • Doppel: Matthias Habesohn/Christoph Simoner, Gardos/Daniel Habesohn, Fegerl/Feng

Damen:

  • Team: Liu Jia, Li Qiangbing, Monika Juric, Karina Kovacs
  • Einzel: Liu, Li, Juric, Kovacs
  • Doppel: Juric/Kovacs

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Publiziert am 10.09.2010