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Abflug nach der Hausbergkante

Nach dem Horrorsturz von Hans Grugger am Donnerstag im Abfahrtstraining auf der Kitzbühler Streif sorgten auch am Samstag im Rennen mehrere Situationen für Schrecksekunden bei den Zuschauern. Am schlimmsten erwischte es den Italiener Siegmar Klotz.

Der 23-jährige Südtiroler, mit Nummer 33 ins Rennen gegangen, hob nach der Hausbergkante regelrecht ab, schlug in der Luft einen halben Salto und prallte mit dem Rücken hart auf die Piste. Mit der linken Hand konnte Klotz den Sturz nur unwesentlich abfedern und schlitterte in die Sicherheitsnetze. Das Rennen war für rund 20 Minuten unterbrochen.

Der Meraner musste mit dem Helikopter geborgen werden. Nach ersten Informationen erlitt er eine leichte Gehirnerschütterung, eine leichte Nackenprellung und einen Bruch im linken Handgelenk. Kopf und Rücken blieben unverletzt. Klotz muss die Nacht im Krankenhaus in St. Johann verbringen.

Zwei Sanitäter bergen Siegmar Klotz

APA/Hans Klaus Techt

Siegmar Klotz wird nach seinem schweren Sturz abtransportiert.

Zu Sturz kam auch der Österreicher Joachim Puchner. Er war als Läufer nach Klotz abgewunken worden und fuhr ein zweites Mal. „Hand und Schienbein tun ein bisschen weh, aber so weit, so gut“, meinte der Salzburger.

Walchhofer stürzt bei Alter Schneise

Mit einer Schrecksekunde ging auch der letzte Hahnenkamm-Auftritt von Michael Walchhofer zu Ende. Der 35-jährige Salzburger stürzte nach der Ausfahrt aus der Alten Schneise. Walchhofer, der 2006 als bisher letzter ÖSV-Fahrer die Abfahrt in Kitzbühel für sich entscheiden konnte, blieb zwar unverletzt, seinen Abschied von der Streif hätte er sich aber anders vorgestellt.

„Vor der Rechtskurve zum Seidlalm-Sprung bekam ich hinten einen Schlag. Ich war voll in Position, da drückte es brutal hinein. Keine Chance, da wieder herauszukommen. Aber Licht und Schatten wechselten, ich muss eine Welle total übersehen haben“, erklärte Walchhofer und meinte: „Ein Anfängerfehler.“

Fahrer kritisieren FIS

Die vielen gefährlichen Situationen auf der Streif haben für Kritik der Fahrer an der FIS gesorgt. Nach dem schweren Unfall von Grugger zog Super-G-Sieger Ivica Kostelic am Freitag einen Vergleich zwischen der FIS und dem Internationalen Automobil-Verband (FIA).

„Als Ayrton Senna in Imola tödlich verunglückte, löste das in der FIA ein Erdbeben aus. Nach seinem Tod wurde vieles geändert, auch die Regeln. Sie setzten alles daran, um die Formel 1 sicherer zu machen“, mahnte der 31-jährige Kroate. „Doch was passierte nach dem brutalen Crash von Hans Grugger?“, fragte Kostelic mit betroffener Stimme. „Nichts. Alles blieb unverändert. Auch der Sprung. Dabei wäre eine leichte Veränderung in keiner Weise unmöglich. Wir aber müssen noch einmal hinunter. Das ist es, was ich einmal festhalten wollte. Denn es ist grausam.“

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