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Austria zaubert, Salzburg kriselt
Am Mittwoch (20.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) treffen die Wiener Violetten vor eigenem Publikum im Schlager der 23. Runde auf den Tabellenzweiten SK Puntigamer Sturm. Die Wiener Austria ist derzeit in der österreichischen Bundesliga das Maß aller Dinge.
Mit dem 4:0-Auswärtssieg gegen den LASK gelang den „Veilchen“ in der dritten Frühjahrspartie der dritte Sieg ohne Gegentor. Aber nicht nur die Defensive funktioniert, auch in der Offensive läuft der Ball. Und läuft der Ball, läuft ja bekanntlich auch der Gegner. Zlatko Junuzovic, Roland Linz und Neuzugang Nacer Barazite harmonieren. Fünf Treffer der Stürmer in den drei Frühjahrspartien sind der Beweis.
GEPA/Christian WalgramCoach Karl Daxbacher dirigiert sein Team im Frühjahr mit großem Erfolg.„Ich bin ein 78er“
Trainer Daxbacher freute sich nicht nur über die drei Siege, sondern auch über die Art und Weise, wie sie zustande kamen. „Zufrieden bin ich natürlich mit der Spielauffassung, mit dem Kurzpassspiel, mit dem uneigennützigen Kombinieren. Wir haben das schon im Herbst gezeigt, aber jetzt funktioniert das viel besser“, so Daxbacher, der als Spieler mit der Austria zwischen 1971 und 1985 siebenmal Meister und viermal Cupsieger war sowie 1978 im Finale des Cup der Cupsieger.
„Ich bin ein ‚78er‘ (Mitglied jener Austria, die mit technisch feinem Spiel in Erinnerung blieb, Anm.), das hat mich geprägt, und das versuche ich auch der Mannschaft zu vermitteln.“ Die Botschaft dürfte bei seinen Spielern angekommen sein. Austria-Regisseur Junuzovic dürfte seinem Trainer aus dem Herzen sprechen, wenn er sagt: „Es ist schön, Erster zu sein. Das ist momentan aber zweitrangig. Wichtig ist, dass wir uns viel bewegen, kombinieren und zu Chancen kommen.“
Junuzovic: „Sind nur schwer zu schlagen“
Für Junuzovic ist die Nummer-eins-Position kein Zufall. „Wir sind konstanter geworden, nutzen unsere Chancen besser. Wir sind derzeit nur schwer zu schlagen“, glaubt er.
Auch LASK-Coach Georg Zellhofer wirkte nach der dritten Frühjahrsniederlage ohne erzieltes Tor gezeichnet und sprach von einem Lehrspiel der Austria. „Man muss seinen Mann stehen, mit Herzblut und Leidenschaft spielen, dann kann man über den Kampf ins Spiel kommen. Wenn das die Mannschaft nicht kapiert, wird es für uns alle sehr schwierig“, schimpfte der Oberösterreicher.
Salzburger Probleme und Gerüchte
Am anderen Ende der Tabelle führen Austria (41), Ried und Sturm (je 40) die Liga an. 14 Runden vor Schluss setzte sich dieses Trio etwas von den Verfolgern Red Bull Salzburg (35), Rapid und SC Magna Wiener Neustadt (je 34) ab. Vor allem der Meister aus Salzburg enttäuscht im Frühjahr weiterhin. Seit Red Bull am Ruder ist, stand der Club nach 22 Runden noch nie so schlecht da.
„Das Problem war, dass wir nicht fähig waren, ein Tor zu schießen. Wenn man die Tore nicht schießt, wird es nicht einfacher“, analysierte Assistenzcoach Ton Lokhoff in Vertretung des erkrankten Huub Stevens. Der niederländische Cheftrainer besitzt zwar noch einen Vertrag bis 2012, die enttäuschenden Leistungen der Salzburger in dieser Saison könnten aber zu einer vorzeitigen Trennung führen - als Nachfolgekandidat wird Paul Gludovatz gehandelt, der schon in der Red-Bull-Zentrale in Fuschl gesichtet wurde.
„Er ist öfters in Salzburg. Ich sehe da keine Verbindung. Ich habe mit ihm nicht gesprochen“, wiegelte Sportchef Dietmar Beiersdorfer ab. Ried-Manager Stefan Reiter gab sich ebenfalls gelassen. Zwar stünden noch Vertragsverhandlungen mit Gludovatz aus, aber sein Salzburg-Aufenthalt sei mit einem Auftritt bei einem TV-Sender zu erklären.
„Ein Anflug von Tiqui-taca“ bei Rapid
Der Vorsprung der viertplatzierten „Bullen“ auf Rapid schmolz auf einen Punkt, weil die Hütteldorfer gegen den Kapfenberger SV einen überzeugenden 2:0-Erfolg einfuhren. Goalie Helge Payer ortete bei seinem Comeback im Hanappi-Stadion „einen Anflug von Tiqui-taca“, und auch Trainer Peter Pacult zeigte sich zufrieden. „Das war ein Heimspiel, das viel Freude gemacht hat.“
Die Hütteldorfer haben in den nächsten Tagen viel vor und könnten sich auch noch im Titelkampf entscheidend einmischen. Für die Grün-Weißen geht es bereits am Dienstag (20.30 Uhr) mit dem Gastspiel in Mattersburg weiter. Mit einem Sieg gegen den Abstiegskandidaten und drei Punkten in der darauffolgenden Partie daheim gegen Ried könnte sich Rapid für das Wiener Derby am 13. März am Verteilerkreis gut in Position bringen. „Mit uns ist wieder zu rechnen“, kündigte Torschütze Adthe Nuhiu an. Die Fans können sich jedenfalls bereits auf das Duell der Wiener Erzrivalen freuen.
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Publiziert am 01.03.2011