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Stecher um Zehenlänge voran

Österreichs Nordische Kombinierer haben am Freitag in Oslo auch den WM-Teambewerb von der Großschanze gewonnen. Bernhard Gruber, David Kreiner, Felix Gottwald und Mario Stecher liefen in der gleichen Aufstellung wie beim Olympiasieg in Vancouver 2010 zum Titel. Vier Tage nach dem Triumph in der Normalschanzen-Konkurrenz vollendete im Großschanzen-Bewerb erneut Stecher das Teamwork.

Er setzte sich wieder vor dem Deutschen Tino Edelmann durch. Am Dienstag waren es 0,4 Sekunden im von der Spitze aus angezogenen Sprint gewesen, am Freitag nur noch eine Zehntelsekunde nach dem aus zweiter Position gestarteten Endspurt. Gastgeber Norwegen blieb erneut nur Bronze (40,6 Sekunden zurück), Frankreich mit Einzelweltmeister Jason Lamy Chappuis ging als Vierter (51,9) leer aus.

Mario Stecher im Fotofinish knapp vor Tino Edelmann

APA/EPA/Srdjan Suki

Fotofinish vor atemberaubender Kulisse

Taktik perfekt aufgegangen

Die Österreicher waren als Weltmeister von der kleinen Schanze die Gejagten, und sie waren dieser Rolle vollauf gewachsen. Alle vier boten vom Holmenkollenbakken sehr gute Sprünge, das ergab vor der 4x5-km-Langlaufstaffel den dritten Rang, 39 Sekunden hinter Frankreich, aber nur knapp hinter Deutschland. Cheftrainer Baard Jörgen Elden war optimistisch und fand seine Hoffnungen bestätigt.

Startläufer Gruber überholte auf seinem Abschnitt den Deutschen Johannes Rydzek, musste aber den schnellen Norweger Mikko Kokslien ziehen lassen. Er übergab als Dritter an Kreiner, der gemeinsam mit dem Deutschen Björn Kircheisen die schwächsten Läufer der Norweger und Franzosen, Haavard Klemetsen und Maxime Laheurte, um mehr als sieben Sekunden distanzierte. Gottwald erwies sich einmal mehr als bester Läufer, ließ Eric Frenzel hinter sich und fiel erschöpft in den Schnee, nachdem er Stecher mit 1,5 Sekunden Vorsprung losgeschickt hatte.

Goldener Abschluss für Gottwald

Wenig später konnte er dann beruhigt durchatmen, war es ihm doch vergönnt, seine großartige Laufbahn bei einem Großereignis mit Gold abzuschließen. Der 35-jährige Salzburger, der am 12. März nach dem Weltcup-Finale in Lahti endgültig mit dem Spitzensport Schluss macht, hat bei zwölf Großereignissen seit 1994 (Olympische Spiele und Weltmeisterschaften) nicht weniger als 18 Medaillen (sechs Gold, drei Silber, neun Bronze) gesammelt, davon dreimal Gold, zweimal Silber und sechsmal Bronze bei Weltmeisterschaften.

Jubel von Mario Stecher, David Kreiner, Bernhard Gruber und Felix Gottwald

APA/Barbara Gindl

Vier Strahlemänner warten auf den „Feierabend“.

So erfolgreich wie nie zuvor

Bei dieser WM war es bereits die sechste Goldmedaille für Österreich, das zudem noch zwei Silber- und eine Bronzemedaille in Norwegen geholt hat. Damit ist die 48. Weltmeisterschaft in Oslo schon vor dem Schlusswochenende, an dem u. a. noch der Teambewerb der Skispringer von der Großschanze auf dem Programm steht, das mit Abstand erfolgreichste nordische Großereignis für das ÖSV-Team.

Kombi-Teambewerb von der Großschanze

1. Österreich Gruber, Kreiner, Gottwald, Stecher 47:12,3
2. Deutschland Rydzek, Kircheisen, Frenzel, Edelmann + 0,1
3. Norwegen Kokslien, Klemetsen, Schmid, Moan 40,6
4. Frankreich Lacroix, Laheurte, Braud, Lamy Chappuis 51,9
5. Japan Watabe, Kato, Minato, Kobayashi 1:31,4
6. USA Demong, Fletcher, Spillane, Lodwick 1:44,0
7. Italien Michielli, Bauer, L. Runggaldier, Pittin 2:45,6
8. Schweiz Heer, Hurschler, Hug, Schmid 3:04,8
9. Tschechien Dvorak, Slavik, Vodsedalek, Churavy 3:05,2
10. Slowenien Oranic, Jelenko, Kamenik, Berlot 3:41,8
11. Russland Panin, Matwejew, Nabejew, Maslennikow 6:39,9
Springen:
1. Frankreich 515,0 *
2. Deutschland 491,1 0:32
3. Österreich 485,5 0:39
4. Norwegen 474,8 0:54
5. USA 467,3 1:04
6. Slowenien 459,4 1:14
7. Tschechien 450,3 1:26
8. Japan 447,6 1:30
9. Estland 440,8 1:39
10. Italien 437,7 1:43
11. Russland 437,3 1:44
12. Schweiz 425,4 1:59
* Rückstand für die 4 x 5 km-Staffel (1 Punkt = 1,3 Sekunden)
4x5 km Langlauf:
1. Österreich 46:33,3
2. Deutschland 46:40,4
3. Norwegen 46:58,9
4. Japan 47:13,7
5. USA 47:52,3
6. Frankreich 48:04,2
7. Italien 48:14,9
8. Schweiz 48:18,1
9. Tschechien 48:51,5
10. Slowenien 50:00,1
11. Russland 52:08,2
Nicht am Start: Estland

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