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„Bin zufrieden, wie es läuft“

Jürgen Melzer hat rechtzeitig vor Beginn des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon seine Rückenprobleme in den Griff bekommen. Der 30-Jährige wird daher im Gegensatz zu den French Open, wo er den Doppel-Bewerb ausgelassen hatte, in London auch zu seiner Titelverteidigung im Doppel mit Philipp Petzschner antreten.

Der Weltranglistenelfte hatte seit seiner Zweitrundenniederlage in Paris am 26. Mai kein Tour-Match mehr bestritten. Doch nun fühlt er sich bereit, beim Rasenklassiker wieder voll mitfighten zu können. „Mein Körper ist jetzt sicher in einem viel besseren Zustand als vor Paris“, so Melzer.

In der ersten Einzel-Runde bekommt er es mit Alejandro Falla zu tun. Das ergab die Auslosung am Freitag. Der Kolumbianer ist die Nummer 86 der Welt und verlor 13 seiner insgesamt 20 Matches auf Rasen. Auch das bisher einzige Duell der zwei Linkshänder konnte der Österreicher für sich entscheiden. Damit sollte der Auftakt eine lösbare Aufgabe für Melzer sein, der 2010 erstmals das Achtelfinale erreicht hatte, wo er am sechsfachen Wimbledon-Sieger Roger Federer gescheitert war.

Jürgen Melzer in WimbledonGEPA/Alan GrievesIm Vorjahr war Melzer bis ins Achtelfinale gekommen.

Keine Probleme bei Aufschlag mehr

Sein zuletzt lädierter Rücken sei vielleicht noch nicht zu hundert Prozent, aber „auf alle Fälle zu 95 Prozent“ wiederhergestellt. „Es behindert mich nicht, es war ja lange genug so“, berichtete der Niederösterreicher, der in den vergangenen Tagen im Training auch wieder normal aufschlug. Bis Dienstag der vergangenen Woche hatte Melzer keinen Schläger angegriffen, sich dann langsam wieder herangetastet. „Dadurch, dass ich länger nicht gespielt habe, kriegt man am Anfang leichter einen Muskelkater. Aber jetzt geht es ganz gut, ich bin sehr zufrieden, wie es läuft.“

Natürlich war die Ursachenforschung in den vergangenen Wochen ein wichtiges Thema. „Ich glaube, dass ich sehr schief gestanden bin und dass es eine Zeit gebraucht hat, bis wieder alles so reagiert hat, wie es soll. Ich habe für eine längere Zeit ein schiefes Becken gehabt“, sagte er. Die Zeit des Zuschauens war nicht lustig für Österreichs Sportler des Jahres 2010. „Das war eine sehr schwierige Zeit, die letzten paar Wochen.“

„Eines meiner Lieblingsturniere“

Nun gilt sein Fokus aber ganz Wimbledon, wo er sich im Vorjahr zum zweiten Mal in die Siegerlisten eintragen konnte. Nach dem Juniorentitel 1999 holte er sensationell mit Petzschner den Doppel-Pokal. „Es ist schön, wenn man die Wand sieht mit dem goldenen Namen eingraviert. Ich habe ein Foto davon gemacht“, so Melzer. Sonst habe sich aber in seiner Herangehensweise an Wimbledon nicht viel geändert.

„Ich freue mich echt, dass ich wieder Tennis spielen kann, das ist das Schönste eigentlich.“ Endlich könne er wieder normal trainieren und sein normales Pensum absolvieren. „Klar freue ich mich auf das Turnier. Es ist eines meiner Lieblingsturniere. Ich war hier über die Jahre hinweg immer recht erfolgreich. Mir taugt es halt, auf Rasen zu spielen. Man wird sehen, was kommt.“

Wieder Vertrauen in den eigenen Körper

Seine Ausgangslage ist mit jener vor Paris, als er eigentlich von Match zu Match hatte zittern müssen, ob sein Körper hält, nicht vergleichbar. „Jetzt bin ich ziemlich sicher, dass er durchhält. Und dieses Vertrauen in den Körper zu gewinnen war für mich die Hauptpriorität in den letzten Tagen. Wieder zu wissen, ich kann in alle Ecken, so wie ich will.“

Es ist die 125. Auflage des Turniers, das auch Melzer für jenes „mit dem meisten Prestige und der meisten Geschichte hält, aber jedes Grand Slam hat seinen eigenen Flair“. Auch seine ersten Erinnerungen in seiner Jugend führen ihn an die Church Road. „Mit Wimbledon und dem Davis-Cup gegen Amerika verbinde ich meinen ersten Tenniserinnerungen.“

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Publiziert am 13.03.2013