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Svendsen in packendem Finish voran

Die österreichischen Biathleten haben am Samstag in Hochfilzen erwartungsgemäß nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen können. Daniel Mesotitsch gelang in der Verfolgung über 12,5 km nach makelloser Schießleistung aber immerhin die Verbesserung von Rang 13 auf Platz sechs.

Den Sieg sicherte sich nach packendem Zielsprint der Norweger Emil Hegle Svendsen, der seinen Landsmann und Vorjahressieger Tarjei Bö hauchdünn um 0,1 Sekunden in Schach hielt. Dritter wurde 4,9 Sekunden zurück wie am Vortag der Schweizer Benjamin Weger. Neben Mesotitsch, der Platz drei um 14,4 Sekunden verpasste, zeigte auch Dominik Landertinger vor 9.700 Zuschauern eine starke Aufholjagd.

Tarjei Boe (NOR) und Emil Hegle Svendsen (NOR) vor dem Finish

GEPA/Hans Osterauer

Norwegisches Superduell um den Tagessieg in Hochfilzen

„Vorne mitgeschwommen“

Der Ex-Weltmeister war jedoch als 50. des Sprints ohne Chance auf einen Spitzenplatz gewesen und wurde nach einer Strafrunde mit eineinhalb Minuten Rückstand schließlich 23. Christoph Sumann kam nach drei Strafrunden nicht über Platz 27 hinaus. Simon Eder vergab seine gute Ausgangsposition mit sieben Fehlschüssen gänzlich und belegte nur Rang 44.

Mesotitsch durfte indes über sein bestes Saisonergebnis jubeln. „Das war ein starkes Rennen, ich bin gut vorne mitgeschwommen“, sagte der 35-jährige Kärntner. In der Loipe konnte er neuerlich nicht mit den Allerschnellsten mithalten, wodurch er nie in unmittelbare Nähe der Podestplätze kam. „Läuferisch war bei diesen Bedingungen für mich nicht eine Sekunde mehr drinnen, mir wären kältere Bedingungen lieber gewesen“, erklärte Mesotitsch nach dem Rennen bei Plusgraden.

Starke Aufholjagd von Landertinger

ÖSV-Cheftrainer Reinhard Gösweiner freute sich mit dem Routinier über dessen starke Vorstellung. „Viermal null, das ist natürlich perfekt, und auch in der Loipe hat es besser gepasst. Seine Schlussrunde war gut“, meinte Gösweiner, der weiter auf den ersten Podestplatz der Saison warten muss. Lob gab es vom Chefcoach auch für Landertinger, der im Sprint schwer geschlagene Lokalmatador machte 27 Plätze gut.

„Das war eine starke Aufholjagd“, betonte Gösweiner. Der Angesprochene erzählte von einem „geilen Rennen“, das ihm Motivation für die anstehenden weiteren Heimbewerbe am Sonntag und am nächsten Wochenende gebe. „Wir haben das gestrige Rennen analysiert und bei den Fehlern angesetzt. Leider war die Ausgangslage für weiter vorne zu schlecht“, sagte der Hochfilzener.

Sumann vermasselte hingegen seine zweite Schießeinlage mit zwei Fehlern, damit war die begonnene Aufholjagd des Olympiazweiten gestoppt. Der als 16. in die Loipe gegangene Eder kam gleich von Beginn am Schießstand nicht zurecht, der Vorjahreszweite landete schließlich im geschlagenen Feld. An der Spitze musste Weger die beiden Norweger in der Schlussrunde noch passieren lassen.

In der Staffel gefordert

Hinter dem Schweizer wurde der schwedische Sprint-Sieger Carl Johan Bergman vor Norwegens Altmeister Ole Einar Björndalen Vierter. Knapp danach lief Mesotitsch ein, der neben dem zehntplatzierten Schweden Björn Ferry als Einziger der Top Ten ohne Strafrunde geblieben war. Am Sonntag (10.30 Uhr, live in ORF eins) haben die ÖSV-Herren im Staffelbewerb ihre letzte Chance, das erste Heimweltcup-Wochenende doch noch mit dem angepeilten Podestplatz abzuschließen.

„In der Staffel sind wir jetzt natürlich gefordert“, stellte Gösweiner klar. Die Hochfilzen-Bilanz seines Teams seit 2008 ist mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen jedenfalls hervorragend. „In der Staffel waren wir in den letzten Jahren bis auf einige Ausrutscher immer gut, ich bin deshalb sicher, dass wir ein gutes Rennen abliefern werden“, bekräftigte Mesotitsch, der mit Sumann, Landertinger und Eder das rot-weiß-rote Quartett bilden wird.

Domratschewa knapp vor Saizewa

Das Verfolgungsrennen über 10 km der Frauen endete mit dem Sieg der Weißrussin Darja Domratschewa. Die 25-Jährige setzte sich im Zielsprint knapp vor der Russin Olga Saizewa und der bis zum letzten Schießen noch führenden Sprint-Siegerin Magdalena Neuner durch.

Domratschewa feierte im fünften Saisonbewerb ihren zweiten Erfolg, die deutsche Rekordweltmeisterin Neuner verteidigte mit ihrem bereits 50. Weltcup-Podestplatz aber die Führung in der Gesamtwertung. Österreich war in der Verfolgung nicht vertreten. Iris Waldhuber und Romana Schrempf hatten am Freitag im Sprint die Qualifikation dafür verpasst.

Auch der Staffelbewerb am Sonntag geht ohne österreichische Frauen in Szene. Ramona Düringer ist erkrankt, deshalb musste ihr geplantes Antreten mit Waldhuber, Schrempf und Katharina Innerhofer vom ÖSV aus Mangel an personellen Alternativen abgesagt werden.

Biathlon-Weltcup in Hochfilzen

Herren-Verfolgung (12,5 km):
1. Emil Hegle Svendsen NOR 33:09,0 2*
2. Tarjei Bö NOR + 0,1 1
3. Benjamin Weger SUI 4,9 1
4. Carl Johan Bergman SWE 13,3 2
5. Ole Einar Björndalen NOR 17,1 1
6. Daniel Mesotitsch AUT 19,3 0
7. Anton Schipulin RUS 21,8 1
8. Florian Graf GER 22,1 2
9. Arnd Peiffer GER 22,3 1
10. Björn Ferry SWE 22,8 0
24. Dominik Landertinger AUT 1:27,9 1
27. Christoph Sumann AUT 1:37,3 3
44. Simon Eder AUT 3:25,1 7
* Schießfehler = Strafrunden
Damen-Verfolgung (10 km):
1. Darja Domratschewa RUS 29:34,4 2*
2. Olga Saizewa RUS + 0,3 1
3. Magdalena Neuner GER 3,1 2
4. Andrea Henkel GER 46,2 1
5. Anna Bogali-Titowez RUS 47,2 0
6. Olga Wiluchina RUS 1:09,8 3
7. Marie Dorin Habert FRA 1:26,9 2
8. Marie Laure Brunet FRA 1:29,5 1
9. Tora Berger NOR 1:30,3 3
10. Anastasiya Kuzmina SVK 1:31,4 5
* Schießfehler = Strafrunden

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