Themenüberblick

Nur Kofler in Sapporo in den Top Ten

Österreichs Skisprung-Team hat am Samstag im ersten von zwei Weltcup-Bewerben in Sapporo eine empfindliche Niederlage einstecken müssen. In Abwesenheit des zu Hause gebliebenen Gregor Schlierenzauer hatten Weltcup-Leader Andreas Kofler und Thomas Morgenstern im ersten Durchgang Windpech. Kofler konnte am Ende mit Rang neun immerhin noch einen Top-Ten-Platz herausholen.

Der Sieg ging erstmals an den japanischen Lokalmatador Daiki Ito, der mit dem kleinsten Vorsprung von 0,1 Punkten vor dem Norweger Anders Bardal siegte. Dritter wurde der Pole Kamil Stoch. Morgenstern landete auf dem 16., Wolfgang Loitzl auf dem 24. Rang. Für Michael Hayböck, David Zauner und Manuel Fettner reichte es gar nicht für Weltcup-Punkte - Highlights auf insider.ORF.at.

Daiki ItoAPA/EPA/Kimimasa MayamaIto hatte am Samstag den besten Überblick

Ito verhinderte mit seinem Sieg vorerst, dass Bardal Kofler in der Gesamtwertung noch um weitere 20 Punkte näher rückte. Der Norweger überholte den bisher zweitplatzierten Schlierenzauer und weist auf Kofler nur noch 45 Zähler Rückstand auf.

Schadensbegrenzung im zweiten Durchgang

Mit seinem 129,5-m-Satz verhinderte der Weltcup-Leader im zweiten Durchgang zumindest, dass er das Gelbe Trikot abgeben muss. Er und Morgenstern landeten bei schlechten Aufwindbedingungen im ersten Durchgang nur bei 117,5 bzw. 114 Metern, damit waren alle Siegchancen verpufft. Ähnlich wie den beiden ÖSV-Adlern ging es auch dem Deutschen Severin Freund, der nach einem 130,5-m-Satz im zweiten Durchgang nur 104 m weit kam und so vom achten auf den 27. Platz zurückfiel.

Für die größte Weite im Bewerb sorgte der immer stärker werdende Norweger Vegaard-Haukö Sklett mit einem 138,5-m-Flug im Finale, der ihn noch auf Platz vier brachte. Sklett verfehlt damit den Schanzenrekord seines Landsmannes Roar Ljökelsöy um nur 1,5 m.

„Es wird sich alles wieder ausgleichen“

Kofler haderte ein wenig mit den Bedingungen. „Heute war leider wieder ein Springen, bei dem etwas Glück notwendig war, um ganz vorne zu landen. Dieses haben wir leider nicht gehabt, und dann ist es schon vorbei mit den Spitzenplätzen“, sagte der Tiroler, der allerdings rein sportlich gesehen mit seiner Leistung zufrieden war. „Ich konnte mit meinem zweiten Sprung ja zum Glück noch ein bisschen etwas aufholen. Es wird sich aber sicher alles wieder ausgleichen, auf jede kleine Niederlage, die du positiv verarbeiten kannst, folgen in der Regel zwei kleine Siege.“

Auch Morgenstern hatte sich wenig vorzuwerfen. „Der erste Durchgang war für mich gar nicht leicht zu springen, da hatte ich nur wenige Chancen. Trotzdem fühle ich mich sprungtechnisch gut aufgestellt. Der zweite Durchgang war eine kleine Wiedergutmachung. Manches liegt aber nicht in unserer Macht, wir Sportler können immer nur unsere besten Sprünge machen.“

Der zweite Bewerb, für den die Springer auf faire Bedingungen hoffen, geht am Sonntag (2.00 Uhr MEZ, live in ORF eins und im Livestream) in Szene.

Samstag-Springen in Sapporo

Endstand:
1. Daiki Ito JPN 134,0/130,0 252,6
2. Anders Bardal NOR 134,0/135,0 252,5
3. Kamil Stoch POL 130,0/127,0 247,2
4. Vegard-Haukö Sklett NOR 129,0/138,5 246,1
5. Roman Koudelka CZE 130,0/130,0 240,0
6. Robert Kranjec SLO 128,0/130,0 238,5
7. Anders Fannemel NOR 131,0/125,5 237,7
8. Richard Freitag GER 137,0/128,5 235,4
9. Andreas Kofler AUT 117,5/129,5 228,7
10. Michael Neumayer GER 130,5/129,0 227,4
11. Jure Sinkovec SLO 131,0/122,0 222,3
12. Jakub Janda CZE 126,5/125,5 221,2
13. Piotr Zyla POL 130,5/123,5 220,3
14. Anssi Koivuranta FIN 128,5/124,5 220,1
15. Noriaki Kasai JPN 126,0/122,5 213,4
16. Thomas Morgenstern AUT 114,0/132,5 213,3
17. Rune Velta NOR 131,5/117,0 212,2
18. Taku Takeuchi JPN 110,5/129,5 211,0
19. Lukas Hlava CZE 120,5/125,5 208,3
20. Krzysztof Mietus POL 126,5/124,0 207,4
21. Andreas Stjernen NOR 122,0/129,0 204,7
22. Stephan Hocke GER 132,0/116,5 203,7
23. Dejan Judez SLO 120,0/123,0 194,0
24. Wolfgang Loitzl AUT 118,0/121,5 193,1
25. Marco Grigoli SUI 121,0/120,0 190,1
26. Andreas Wank GER 117,5/118,5 186,5
27. Severin Freund GER 130,5/104,0 185,9
28. Mackenzie Boyd-Clowes CAN 121,5/113,5 172,6
29. Jurij Tepes SLO 114,5/109,5 166,1
30. Fumihisa Yumoto JPN 115,5/103,5 154,5
Nicht für das Finale qualifiziert:
31. Michael Hayböck AUT 116,5 87,2
34. David Zauner AUT 115,5 81,2
35. Manuel Fettner AUT 114,0 80,8

Mehr dazu in Weltcup Skispringen

Links:

Publiziert am 29.01.2012