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Reichelt schafft Sprung auf das Podest
Wegen starken Nebels im Tröglhang wurde die klassische Kandahar-Strecke um rund 40 Fahrsekunden stark verkürzt, dadurch entwickelte sich ein ruppiges Rennen mit extrem engen Zeitabständen. Ambrosi Hoffmann lag als 30. nur 1,27 Sekunden hinter seinem Landsmann Cuche. Mit Klaus Kröll (8.) und Joachim Puchner (10.) kamen zwei weiter ÖSV-Läufer in die Top Ten. ÖSV-Youngster Max Franz raste mit der hohen Startnummer 36 noch auf Platz 15.
Keine Weltcup-Punkte gab es hingegen für Bode Miller. Der US-Amerikaner sollte ursprünglich mit Startnummer 16 ins Rennen gehen, er wurde aber wegen Verspätung bei der Auslosung um 30 Startplätze nach hinten versetzt und kam schließlich nicht über Rang 35 hinaus.
GEPA/Wolfgang GrebienDidier Cuche ließ der Konkurrenz nicht den Funken einer Chance„Hatte auch ein bisschen Glück“
Cuche ließ sich von den schwierigen Bedingungen nicht irritieren und spielte gekonnt seine Routine aus: „Ich muss erst einmal meinem Servicemann und meiner Skifirma danken. Wenn man so locker drauf ist, geht halt einfach alles viel einfacher. Ich hatte auch ein bisschen Glück, dass ich die Schläge besser absorbiert habe als andere“, sagte der 37-Jährige, der von Landsmann Beat Feuz auch die Führung in der Abfahrtswertung übernahm.
Auch der zweitplatzierte Guay strahlte über das ganze Gesicht: „Das ist großartig. Ich fühle mich hier sehr wohl. Bei der WM habe ich Didier Cuche geschlagen, jetzt hat er halt wieder die Nase vorne“, sagte der Kanadier.
„Da darf man sich keine Fehler erlauben“
Und Reichelt wusste, wo er die entscheidende Zeit verloren hatte: „Wenn die Strecke so kurz ist, dann darf man sich keine Fehler leisten. Mich hat’s ein paarmal rausgebeutelt. Das kostet dann gleich ein, zwei Hundertstel. Die Zielkurve hätte ich ein bisschen runder fahren können“, so der 31-jährige Salzburger. „Für mich war die Verkürzung ein Nachteil“, analysierte Reichelt, „weil im Training bin ich die oberen Passagen immer sehr gut gefahren.“ Auch meinte er, dass ihm noch die Routine in der Abfahrt fehle: „Es ist ja meine erste richtige Saison. Durch die Verkürzung kommt man zu Passagen langsamer hin, da reagiere ich dann nicht richtig.“
Reuters/Wolfgang RattayReichelt schaffte trotz ruppiger Piste die drittschnellste ZeitReichelt war daher mit Platz drei zufrieden. Es war sein dritter Podestplatz in der sechsten Saison-Abfahrt nach Platz drei in Lake Louise und zwei in Wengen. Die höchste Stufe auf dem Siegespodest in den ausstehenden vier Saisonabfahrten ist nun das nächste Ziel für Reichelt: „Das ist nur eine Frage der Zeit, ich bin ja immer konstant vorne dabei.“ Das kann er bereits am Sonntag im Super-G in Garmisch-Partenkirchen beweisen, wo er im Vorjahr WM-Silber geholt hat.
Kröll wundert sich
Kröll belegte als zweitbester Österreicher Rang acht und wunderte sich im Zielraum. „An sich bin ich mit der Fahrt zufrieden. Ich habe keinen Fehler gemacht, habe mich sehr gut und auch schnell gefühlt. Normalerweise ist man mit solch einer Fahrt weiter vorne“, meinte der Steirer und fügte selbstkritisch hinzu: „Vielleicht bin ich zu viel Linie und zu wenig Kampflinie gefahren.“ Seinen dritten Platz im Abfahrtsweltcup verteidigte Kröll aber klar, auch weil Miller punktelos blieb und von Reichelt in der Spezialwertung auf Platz fünf verdrängt wurde.
Franz zeigte mit Platz 15 auf: „Die Fahrt ist mir sehr gut gelungen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Lauf. Nun muss man von Rennen zu Rennen schauen. Ich hoffe, dass es sich ausgeht, dass ich nun eine Startnummer unter 30 bekomme“, sagte der 22-jährige Kärntner.
Auch Puchner war mit seiner Leistung nicht unzufrieden: „Im Großen und Ganzen hat es ganz gut gepasst, ein zwei Patzer habe ich drinnen gehabt. Wenn du am Start stehst und keinen Zentimeter herschenken darfst, weil es so brutal knapp ist wie in Kitzbühel, dann ist das ein zusätzlicher Nervenkitzel“, sagte der Salzburger.
Herren-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen
| Endstand: | |||
| 1. | Didier Cuche | SUI | 1:09,10 |
| 2. | Erik Guay | CAN | 1:09,37 |
| 3. | Hannes Reichelt | AUT | 1:09,40 |
| 4. | Christof Innerhofer | ITA | 1:09,49 |
| . | Andrej Sporn | SLO | 1:09,49 |
| 6. | Dominik Paris | ITA | 1:09,53 |
| 7. | Johan Clarey | FRA | 1:09,54 |
| 8. | Klaus Kröll | AUT | 1:09,60 |
| 9. | Adrien Theaux | FRA | 1:09,65 |
| 10. | Joachim Puchner | AUT | 1:09,71 |
| . | Patrick Küng | SUI | 1:09,71 |
| 12. | Jan Hudec | CAN | 1:09,74 |
| 13. | Peter Fill | ITA | 1:09,83 |
| 14. | Marc Gisin | SUI | 1:09,85 |
| 15. | Max Franz | AUT | 1:09,87 |
| . | Guillermo Fayed | FRA | 1:09,87 |
| 17. | Carlo Janka | SUI | 1:09,89 |
| 18. | Silvan Zurbriggen | SUI | 1:09,99 |
| 19. | Kjetil Jansrud | NOR | 1:10,01 |
| 20. | Romed Baumann | AUT | 1:10,02 |
| 21. | Andreas Sander | GER | 1:10,14 |
| 22. | Didier Defago | SUI | 1:10,18 |
| 23. | Benjamin Thomsen | CAN | 1:10,20 |
| 24. | Beat Feuz | SUI | 1:10,20 |
| 25. | Tobias Grünenfelder | SUI | 1:10,26 |
| . | Conrad Pridy | CAN | 1:10,26 |
| 27. | Travis Ganong | USA | 1:10,31 |
| 28. | Marco Sullivan | USA | 1:10,32 |
| 29. | Georg Streitberger | AUT | 1:10,33 |
| 30. | Ambrosi Hoffmann | SUI | 1:10,37 |
| 31. | Aksel Lund Svindal | NOR | 1:10,43 |
| 35. | Bode Miller | USA | 1:10,54 |
| 39. | Mario Scheiber | AUT | 1:10,73 |
Links:
- Romed Baumann
- Max Franz
- Klaus Kröll
- Joachim Puchner
- Hannes Reichelt
- Mario Scheiber
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Publiziert am 28.01.2012