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Kompletter Neubeginn bei Williams

Kaum ein Stein bzw. Bauteil ist bei Williams auf dem anderen geblieben, das machte die Präsentation des FW34 am Dienstag im spanischen Jerez auf einen Blick klar. Das neue, dunkelblau-weiße Renngefährt bekam einen Knick in die Nase versetzt und einen neuen Motor verpasst. Aber auch bei Team und Fahrern ist vieles neu.

„Wenn man sich das heutige Williams-Formel-1-Team anschaut, kann man sagen, dass wir wahrhaft vor einem Neustart stehen“, befand Teamgründer Frank Williams. „Wir haben ein neues Auto, eine neue Fahrerkonstellation, einen neuen Motor und neues Personal. Wir haben in den Werkshallen einen guten Winter verbracht und fühlen uns bereit und gut gerüstet für den Kampf.“

Neue Nase, neuer Motor

Williams konstruierte ein fast komplett neues Auto, weniger als fünf Prozent der Teile des alten FW33 wurden wiederverwendet. Am augenscheinlichsten war die neue Nase, als der FW34 in Jerez aus der Garage rollte: Sie besitzt - wie auch in den Versionen von Red Bull und Ferrari - diesen markanten Knick, der wohl eher Aerodynamiker als Ästhetiker freut.

Teampräsentation Williams für die Saison 2012GEPA/xpb.cc/MoyMaldonado (li.) und Senna (re.) präsentieren die „neue Nase“ des FW34

Unter der Motorhaube brummt heuer statt des Cosworth-Motors ein RS27 V8 von Renault - der gleiche, der auch im Weltmeisterauto von Red Bull schlummert. Er ist für sein Fahrverhalten, seine Anpassungsfähigkeit und Beständigkeit berühmt. „Ich kann es nicht erwarten, den FW34 auf die Rennstrecke zu bringen“, sagte Chefingenieur Mark Gillan. Er zeichnete unter Anleitung des neuen Technischen Direktors Mike Coughlan, der Williams-Urgestein Patrick Head nach 34 Jahren ablöste, für die Neuentwicklung des Wagens verantwortlich.

Fahrer vertrauen dem FW34

„Ich habe Vertrauen in den FW34 und den Renault-Motor und stelle große Erwartungen an die vor uns liegenden Rennen“, sagte Pilot Pastor Maldonado. Der Venezolaner hatte in der vergangen Saison lediglich einen Punkt für Williams geholt, wurde aber dennoch weiter verpflichtet. „Er hat trotz fehlender Ergebnisse gezeigt, was in ihm steckt“, befand Teamchef Williams.

An seiner Seite fährt der Brasilianer Bruno Senna. Für den Neffen des legendären Ayrton Senna musste Veteran Rubens Barrichello weichen. Senna war erstmals bei den Vortests eines neuen Boliden dabei und setzt große Hoffnungen in den FW34: „Ich hoffe, wir absolvieren noch ein erfolgreiches Testmonat und entwickeln das Auto weiter, so dass wir so gut wie möglich auf Melbourne (Saisonstart, Anm.) vorbereitet sind.“

Zurück zu alter Stärke?

Großes Ziel von Williams im 35. Jahr seines Bestehens ist es, mit dem FW34 zurück zu alter Stärke zu finden. Die Briten durchlitten vergangenes Jahr die schlechteste Saison ihrer Geschichte, lediglich fünf magere Pünktchen standen am Ende zu Buche. Das ergab abgeschlagen den 9. Platz in der Konstrukteurs-WM.

Der bis dato letzte Triumph war dem Traditionsrennstall im Jahr 1997 mit dem Kanadier Jacques Villeneuve gelungen. Kein Wunder, dass Teamchef Frank Williams für heuer auf einen „Neustart“ hofft.

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Publiziert am 08.02.2012