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„Werde bis zum Ende weiterkämpfen“
„Meine Anwälte prüfen, welche Möglichkeiten es gibt“, sagte der 29-Jährige am Dienstag auf einer Pressekonferenz in seinem Heimatort Pinto. „Aber ich habe ihnen schon gesagt, dass ich bis zum Ende weiterkämpfen will.“ Der Tour-de-France-Sieger war am Montag nach 18-monatigem Verfahren vom CAS des Clenbuterol-Dopings für schuldig befunden und gesperrt worden. Dagegen ist im Grundsatz nur ein Einspruch vor dem Schweizer Bundesgericht möglich.
AP/Andres KudackiAlberto Contador kämpfte vor einem Pulk von Mikrofonen mit den TränenKein Rücktritt und Unverständnis für Urteil
Contador machte jedenfalls seine Ankündigung aus dem Vorjahr, im Falle einer Verurteilung seine Karriere zu beenden, nicht wahr. „Ich werde zu 100 Prozent weitermachen - auf die saubere Art und Weise, wie ich es in meinem ganzen Leben getan habe“, betonte der Saxo-Bank-Profi auf der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz in einem Hotel in der Madrider Vorstadt. Seine Sperre läuft am 5. August dieses Jahres ab.
Contador kämpfte vor einem Pulk von Mikrofonen zeitweise mit den Tränen. Die überwiegend spanischen Reporter spendeten ihrem Landsmann aufmunternden Beifall. „Ich verstehe das Urteil nicht“, beklagte sich Contador. Denn laut dem Urteil ist Clenbuterol durch einen verunreinigten Nahrungsmittelzusatz in seinen Körper gelangt. „Man legte mir weder Nachlässigkeit noch einen Vorsatz zur Last, und trotzdem wurde ich zur Höchststrafe verurteilt. Auch mit dem Urteil in der Hand habe ich immer noch das Gefühl, dass ich unschuldig bin.“
Drohende Rückzahlungen in Millionenhöhe
Das harte CAS-Urteil spaltet den Radsport: Die Spanier verurteilten den Richterspruch, andere hofften auf eine Signalwirkung. Die öffentliche Meinung dürfte Contador und sein Team weniger beschäftigen als der drohende finanzielle Schaden. Im schlimmsten Fall drohen ihm Rückzahlungen in Höhe von rund zehn Millionen Euro.
Der Radsport-Weltverband (UCI) fordert eine Strafe von knapp 2,5 Millionen Euro und darüber hinaus 70 Prozent des Jahreseinkommens des Rundfahrtspezialisten, das auf rund fünf Millionen Euro geschätzt wird. Dazu kommen wohl Preisgelder, die zurückzuzahlen sind - und die Kosten für Contadors Anwälte.
Saxo Bank droht Aberkennung des Elitestatus
Negative Auswirkungen könnte das Urteil auch auf das Team Saxo Bank und dessen Elitestatus haben. Wie die UCI bekanntgab, wird die Lizenzierungskommission prüfen, ob die Streichung aller Ergebnisse des Spaniers seit 21. Juli 2010 Folgen für die dänische Equipe von Teamchef Bjarne Riis hat. Nach Angaben der UCI gingen 68 Prozent der 2011 erzielten Punkte für Saxo Bank auf das Konto Contadors.
„Wenn man diese Zähler nicht berücksichtigt, erfüllt das Team nicht mehr die sportlichen Kriterien für die UCI WorldTour“, teilte der Verband mit. Eine Mindestpunkteanzahl ist nötig, um den Status einen ProTeams zugesprochen zu bekommen. Nur diese haben das Startrecht bei den wichtigsten Rennen des Jahres - darunter die drei großen Landesrundfahrten Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta.
Immerhin will der Hauptgeldgeber Saxo Bank auch ohne Kapitän Contador weitermachen. Die Sperre „wirkt sich nicht auf unser Sponsoring aus“, teilte das Geldinstitut am Dienstag mit. Und Riis, der selbst EPO-Doping bei seinem Tour-de-France-Sieg 1996 zugegeben hatte, betonte, dass man Contador nicht fallen lassen werde. „Wir stehen weiter zu 100 Prozent hinter ihm“, gab der Däne am Dienstagabend in Pinto zu Protokoll.
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Publiziert am 10.02.2012