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„Das erste Gefühl passt“

Erstmals seit dem Saisonfinale am 29. November 2011 hat Sebastian Vettel am Donnerstag wieder auf der Formel-1-Rennstrecke Gas gegeben. Bei seiner Testpremiere mit dem neuen Red Bull RB8 belegte der Doppelweltmeister am Donnerstag in Jerez de la Frontera den dritten Platz. „Das erste Gefühl passt“, sagte der Deutsche sichtlich wohlgestimmt über seinen neuen Boliden.

Schneller als Vettel waren nur Nico Rosberg im Mercedes-Vorjahreswagen, der noch vom alten Design profitiert, und der neue Lotus, diesmal mit dem Franzosen Romain Grosjean am Steuer. Ex-Weltmeister Lewis Hamilton kam mit dem neuen McLaren auf Platz vier, der zweimalige Champion Fernando Alonso mit dem muckenden Ferrari nur auf Rang sieben.

Helm von Sebastian Vettel (Red Bull Racing)GEPA/xpb.cc/CharniauxDie Stationen zum angepeilten dritten Titel hat Vettel schon im und auf dem Kopf

Nach kleineren Störungen in der Früh spulte Vettel nachmittags mit neuem Helm, auf dem alle 20 Rennorte der Saison 2012 zu sehen sind, sein Programm ab. „Es macht schon wieder richtig Laune und Spaß, im Auto zu sitzen. Man fühlt sich zu Hause“, sagte Vettel. „Es wurde langsam auch wieder Zeit.“

Mateschitz eigens eingeflogen

Den Auftritt seines Starpiloten ließ sich auch Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz nicht entgehen. Der österreichische Milliardär kam eigens für ein paar Stunden eingeflogen. Verpasst hatte er allerdings Vettels erste Runden mit dem neuen Auto, das den 24-Jährigen zum dritten WM-Titel in Serie führen soll.

Unmittelbar nachdem die 4,42 Kilometer lange Strecke freigegeben worden war, absolvierte Vettel seine ersten Kilometer. Allerdings wurde der Tatendrang des Titelverteidigers kurz danach jäh gestoppt. Nach einem Abflug des neuen Force-India-Testfahrers Jules Bianchi musste die Strecke für 20 Minuten gesperrt werden.

Weniger Grip durch Regeländerungen

Kaum wieder freigegeben, brachte Vettel den RB8 bei gerade mal drei Grad wieder auf Betriebstemperatur. „Es war knackig frisch“, sagte Vettel, der wegen der Regeländerungen über weniger Grip klagte. „Es rutscht halt mehr“, betonte er. Es sei aber kein Schreck gewesen, sondern etwas, das zu erwarten war.

Formel-1-Wagen von Sebastian Vettel (Red Bull Racing)GEPA/xpb.cc/CharniauxDer Weltmeister fühlt sich auch im neuen Red-Bull-Boliden wohl

Und die Erwartungen bei Red Bull sind verständlicherweise groß. „Wir wollen beide Trophäen verteidigen. Sie sehen perfekt in unserer Vitrine in der Fabrik aus“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Wie die Konkurrenz aufgestellt ist, sei noch schwer einzuschätzen, meinte sein Fahrer Vettel, als er ausgiebig Rede und Antwort zwischen zwei großen Red-Bull-Trucks stand.

Lotus stark, Ferrari mit Problemen

Allerdings hätten die Teams, die „hier viele Runden fahren und gut dastehen“, auch gute Voraussetzungen, am Anfang der Saison ebenfalls vorne dabei zu sein. Namentlich führte Vettel Lotus mit Rückkehrer Kimi Räikkönen - Bestzeit am Dienstag zum Auftakt - auf. „Bei Ferrari weiß man noch nicht“, so Vettel.

Aus den Reihen der „Scuderia“ klang die erste Zwischenbilanz indes eher schon alarmierend. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, betonte Felipe Massa. „Es ist erst der Anfang einer großen Aufgabe, um ein zuverlässiges und leistungsfähiges Auto zu bekommen“, meinte der Brasilianer. Dass Alonso am Donnerstag dann unfreiwillig Zeit für ein ausgiebiges zweites Frühstück gehabt hätte, passte ins Bild: Ein Hydraulik-Problem am neuen F2012 musste behoben werden.

Allerdings blieb auch Vettel am Vormittag knapp eine Stunde in der Box. Der Hebel zur Bremsbalance-Verstellung im Cockpit war abgerissen. Kurz vor Mittag konnte er auf dem ehemaligen Grand-Prix-Kurs wieder seine Fahrlust befriedigen und das Gefühl fürs Auto bekommen. „Man braucht schon ein bisschen Zeit, um wieder reinzukommen“, sagte Vettel. Nach 40, 50 Runden sei das Thema aber abgehakt. Die Bilanz nach dem ersten Tag fiel positiv aus: „Wir sind ganz gut im Fahrplan.“ Am Freitag geht es für Vettel weiter. Mit der Taufe für sein neues Auto will er sich hingegen noch etwas Zeit lassen: „Wir haben auch keine Eile.“

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Publiziert am 09.02.2012