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Drogba als tragische Figur

Didier Drogba ist im Finale des Afrikacups wieder einmal zur tragischen Figur für die Elfenbeinküste geworden. Der Superstar vom FC Chelsea verschoss im Endspiel in der 70. Minute einen Elfmeter und hätte seiner Mannschaft nicht nur das mit letztlich 7:8 verloren gegangene Penaltydrama gegen Sambia ersparen können, sondern seinen Teamkollegen so manche Träne.

Damit ist Drogba, der neben Kameruns Samuel Eto’o wohl der beste afrikanische Fußballer seiner Zeit ist, weiter ohne Titel mit dem ivorischen Nationalteam und dessen „Goldener Generation“. 2006 verloren sie schon einmal ein Afrikacup-Finale im Elfmeterschießen (gegen Ägypten), 2008 und 2010 folgte das Aus schon früher. Bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 schieden die Ivorer in der Vorrunde aus, auch weil sie Gegner wie Brasilien zugelost bekommen hatten.

Didier Drogba schaut zerknirscht

Reuters/Themba Hadebe

Das alte Lied von „Hättiwari“ ging Drogba sicher durch den Kopf

Noch eine Chance für Drogba

Obwohl Drogba mit seinen bald 34 Jahren in den Herbst seiner großen Karriere eintritt, bietet sich dem Stürmer wohl noch eine fünfte Chance bei der kontinentalen Meisterschaft. Der afrikanische Verband wird den Bewerb, der normalerweise im Zweijahresrhythmus ausgetragen wird, bereits 2013 in Südafrika wieder veranstalten, damit er in Zukunft nicht in geraden Jahren mit der Weltmeisterschaft kollidiert.

„Das ist eine große Enttäuschung“, sagte Trainer Francois Zahoui. „Wir werden jetzt in aller Ruhe Entscheidungen fällen. Falls sie noch genug Motivation haben, können sie immer noch eine wichtige Rolle spielen“, meinte Zahoui über die Spieler seiner Nationalmannschaft. Die Motivation dürfte am Sonntag aber den nächsten Schlag bekommen haben, und die Qualifikation will auch erst überstanden werden.

Jubel und Tränen bei Sambia

Beim Team aus Sambia spielt indes nach dem historischen Finalsieg die Zukunft aktuell kaum eine Rolle. Viel eher war das Team mit seinen Gedanken in der Vergangenheit, war doch am Ort des Finales 19 Jahre zuvor ein fast komplettes Nationalteam des Landes bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

Mitten in ihrem Gemisch aus Jubeltänzen und Freudentränen drückten die Spieler Sambias ihrem Idol den Pokal in die Hand. Kalusha Bwalya, der der Tragödie in Libreville nur deshalb entging, weil er damals als großer Star des Teams beim PSV Eindhoven in Europa beschäftigt war, reckte ihn so hoch es nur ging in den Himmel und kämpfte dabei ebenfalls mit den Tränen.

Die Aufgabe zu Ende gebracht

Der 48-Jährige ist mittlerweile Verbandspräsident, wollte aber keine Interviews geben und verarbeitete den größten Triumph des sambischen Fußballs ausgerechnet am Ort des größten Unglücks lieber still. „Wir wollten die Spieler ehren, die hier gestorben sind. Ich bin stolz darauf, dass wir das geschafft haben“, sagte Stürmer Rainford Kalaba stellvertretend für seine Mannschaftskollegen und tief bewegt.

Noch drei Tage zuvor hatte er mit den Spielern Blumen am Strand von Libreville niedergelegt - nur 500 Meter von der Stelle entfernt, wo 1993 18 Nationalspieler, der Trainerstab, die Spitze des Verbandes ihr Leben ließen. „Die Mannschaft von damals wird niemals vergessen sein. Sie hat eine Aufgabe begonnen, konnte sie aber nicht zu Ende zu bringen. Das haben wir für sie getan“, meinte Mittelfeldspieler Felix Katongo.

Spieler von Sambia jubeln mit dem Pokal

Reuters/Louafi Larbi

Mit dem Pokal schmusen war die Lieblingsbeschäftigung von Sambias Spielern

„Eine Energie hat uns zum Meister gemacht“

Trainer Herve Renard erzählte, dass „wir vom ersten Tag an darüber gesprochen haben, als wir am 28. Dezember mit unserer Vorbereitung begannen. Es steckte von Anfang an eine ganz spezielle Bedeutung für uns in diesem Turnier.“ Seine Spieler seien zwar „nicht die besten“ gewesen in diesem dreiwöchigen Wettbewerb. „Aber wir hatten eine Energie, die uns zum afrikanischen Meister gemacht hat.“

Das Bewegende an Sambias Triumph überlagert sogar, dass er auch noch zu den größten Überraschungen der Fußballgeschichte gehört. Nur ein Mitglied dieser Mannschaft (Emmanuel Mayuka) spielt für einen europäischen Oberhaus-Club (Young Boys Bern). Ihr Kapitän heißt Chris Katongo, der sich von 2008 bis 2010 erfolglos bei Arminia Bielefeld versuchte und mittlerweile nach China zu Henan Jianye weitergezogen ist - er wurde schließlich zum „Spieler des Turniers“ gewählt.

Afrikacup 2012

Finale (in Libreville):
12.02. Sambia Elfenbeinküste 0:0 n.V. 8:7 i.E.
Spiel um Platz drei (in Malabo):
11.02. Mali Ghana 2:0
Semifinale (in Bata und Libreville):
08.02. Sambia Ghana 1:0
Elfenbeinküste Mali 1:0
Viertelfinale (in Bata, Malabo, Libreville und Franceville):
04.02. Sambia Sudan 3:0
Elfenbeinküste Äquatorialguinea 3:0
05.02. Gabun Mali 1:1 n.V. 4:5 i.E.
Ghana Tunesien 2:1 n.V.

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