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Fünfter Triumph in Serie

Lindsey Vonn bleibt die Königin der Abfahrtspisten. Der Olympiasiegerin aus den USA reichte am Samstag bei der Abfahrt von Sotschi Platz drei, um sich zum fünften Mal in Folge die „kleinen Kristallkugel“ zu sichern. Der Sieg ging an Maria Höfl-Riesch. Die Deutsche hielt Elisabeth Görgl um 43 Hundertstel auf Distanz.

Für Höfl-Riesch ist es der erste Abfahrtssieg in dieser Saison und der insgesamt 22. Erfolg ihrer Karriere. „Der Sieg bedeutet mir sehr viel, es war doch etwas überraschend. Lindsey war im Training sehr dominant. Man kann sie nicht kopieren. Aber man kann immer versuchen, sich von den Besten etwas abzuschauen“, sagte die Deutsche, die ihre große Konkurrentin Vonn um 59 Hundertstel abhängen konnte.

Elisabeth Goergl, Maria Höfl-Riesch und Lindsey Vonn

APA/EPA/Sergei Ilnitsky

Siegerin Höfl-Riesch lächelt mit Görgl und Vonn um die Wette

„Ich habe versucht, alles zu geben, und unverhofft gewonnen. Das ist ein Wahnsinnsgefühl“, so Höfl-Riesch. Noch am Freitag habe sie mit ihren Trainern und ihrem Mann darüber gesprochen, wie ihr die Olympiapiste liegt. „Ich habe gesagt, ich brauche noch ein bisserl zum Anfreunden. Aber spätestens heute ist das schon passiert“, meinte die Wahl-Kitzbühlerin. Das Rennen wurde wegen Nebels nach 51 Läuferinnen abgebrochen, aber laut Reglement gewertet.

Vonn mit Generalprobe zufrieden

Vonn kam diesmal mit der durch Plusgrade aufgeweichten Piste nicht so gut zurecht. Trotzdem genügte der US-Amerikanerin mit zwei ausstehenden Rennen der dritte Platz zu Kristall. Vonn wirkte im ORF-Interview relativ gefasst, trotz ihres fünften Abfahrtsweltcups in Folge: „Mein Ziel war es, den Titel zu gewinnen, heuer hat immer alles gepasst. Nur heute war ich nicht schnell genug, aber es hat auch der dritte Platz gereicht.“ Nachdem sie die Trainingsläufe dominiert hatte, war ihr dritter Platz im Rennen eine negative Überraschung.

„Der Schnee war ein bisschen weicher, ich habe ein besseres Gefühl auf härterem Schnee“, sagte Vonn, „ich wusste, die halbe Sekunde Vorsprung im Ziel reicht nicht.“ Ein Grund dafür, könnte auch ein Skiwechsel gewesen sein: „Die Geschwindigkeit war nicht da. Ich habe die gesamte Saison einen bestimmten Ski in den Abfahrten verwendet, heute haben wir einen anderen benutzt.“ Trotzdem war Vonn mit der Olympiageneralprobe auch aus einem bestimmten Grund zufrieden: „Es ist für den Kopf gar nicht schlecht, dass ich hier nicht gewonnen habe. So habe ich weniger Druck bei Olympia.“

Görgl „pusht“ sich aufs Podest

Görgl verpasste ihren zweiten Abfahrtssieg in dieser Saison nach Bad Kleinkirchheim zwar knapp, war mit ihrer Fahrt aber trotzdem glücklich. „Es war sehr unruhig, speziell in den Schrägfahrten“, sagte die Steirerin, „ich habe mich richtig gepusht, und es ist voll aufgegangen. Ich bin sehr zufrieden.“ Auf Olympia darf sie beruhigt blicken. „Das ist mit so einem Ergebnis natürlich fein. Die Strecke taugt mir, es ist eine würdige Strecke. Die Verhältnisse waren auch gut für mich.“

Elisabeth Goergl in Sotschi

APA/EPA/Roland Schlager

Görgl spielte auf der anspruchsvollen Piste ihre körperlichen Stärken aus

Zufrieden durfte auch Nicole Schmidhofer sein. Die 22-jährige Steirerin klassierte sich mit der hohen Nummer 37 als zweitbeste Österreicherin auf Rang 13. Für Schmidhofer war es nicht nur die erste starke Abfahrt nach ihrer langen Verletzungspause, sondern auch ihr bestes Weltcup-Ergebnis in dieser Disziplin. „Ich war brutal nervös. Beim Springen bin ich von Haus aus nicht gut, und auf Strecken, die ich nicht kenne, tue ich mir schwer. Die Verletzung ist kein Problem, ich habe halt Trainingsrückstand, und das Selbstvertrauen fehlt. Das sollte ab heute besser sein“, sagte Schmidhofer.

Fenninger fehlt Durchblick

Anna Fenninger (15.) hatte bei ihrem Lauf Pech. Im Schlusshang zog eine Nebelwand durch und nahm der Salzburgerin etwas die Sicht. „Den Nebel kann ich leider nicht beeinflussen“, sagte Fenninger, die den Hauptgrund für ihre mäßige Zeit woanders suchte: „Ich bin im oberen Teil leider komplett im Tiefschnee gefahren, dort wurde leider nicht ordentlich präpariert.“ Andrea Fischbacher als 22. und Stefanie Moser mit Rang 23 schafften es ebenfalls in die Weltcup-Punkteränge.

Knapp nicht für Weltcup-Punkte gereicht hat es für Kathrin Zettel, die sich mit einer vor allem im technischen Teil starken Fahrt auf die Super-Kombination am Sonntag mit Super-G und Slalom einstellte. „Im technischen Teil bin ich sehr gut zurechtgekommen. Es wird ein schwerer Super-G, aber ich fühle mich hier ganz wohl“, meinte die Niederösterreicherin.

Damen-Abfahrt in Sotschi

1. Maria Höfl-Riesch GER 1:49,17
2. Elisabeth Görgl AUT 1:49,60
3. Lindsey Vonn USA 1:49,76
4. Tina Weirather LIE 1:49,98
5. Marion Rolland FRA 1:50,28
6. Julia Mancuso USA 1:50,30
7. Daniela Merighetti ITA 1:50,65
8. Marie Marchand-Arvier FRA 1:50,91
9. Stacey Cook USA 1:50,97
10. Alice McKennis USA 1:51,06
11. Johanna Schnarf ITA 1:51,15
12. Tina Maze SLO 1:51,23
13. Nicole Schmidhofer AUT 1:51,27
14. Marusa Ferk SLO 1:51,48
15. Anna Fenninger AUT 1:51,60
16. Verena Stuffer ITA 1:51,78
17. Lara Gut SUI 1:51,90
18. Laurenne Ross USA 1:51,91
19. Aurelie Revillet FRA 1:51,98
20. Viktoria Rebensburg GER 1:52,36
21. Lucia Recchia ITA 1:52,37
22. Andrea Fischbacher AUT 1:52,39
23. Stefanie Moser AUT 1:52,40
24. Anja Pärson SWE 1:52,47
. Marion Pellissier FRA 1:52,47
26. Leanne Smith USA 1:52,50
27. Elena Fanchini ITA 1:52,55
28. Camilla Borsotti ITA 1:52,68
29. Denise Feierabend SUI 1:52,78
30. Kajsa Kling SWE 1:52,87
32. Nicole Hosp AUT 1:52,91
34. Kathrin Zettel AUT 1:53,03
39. Regina Mader AUT 1:53,84
43. Margret Altacher AUT 1:54,38
48. Mariella Voglreiter AUT 1:55,20
Das Rennen wurde nach 51 Starterinnen wegen Nebels abgebrochen.

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