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Jansrud triumphiert auf seinem Hausberg

Es wäre zu schön gewesen: Klaus Kröll hat am Sonntag den historischen Speed-Hattrick in Kvitjfell verpasst. Der Steirer belegte nach seinen Siegen am Freitag und Samstag im zweiten Super-G den vierten Rang. Kröll musste sich nach fehlerhafter Fahrt um 0,73 Sekunden Lokalmatador Kjetil Jansrud geschlagen geben. Auf Platz zwei landete Aksel Lund Svindal (+ 0,21), Dritter wurde Beat Feuz (0,26).

Der Schweizer baute mit seinem zweiten Podestplatz in Norwegen die Führung im Gesamtweltcup auf 115 Punkt auf Marcel Hirscher aus. Der Österreicher kann allerdings bei den Technikrennen in Kranjska Gora (Riesentorlauf, Slalom) am nächsten Wochenende den Spieß wieder umdrehen. Zweitbester ÖSV-Läufer im abschließenden Kvitjfell-Super-G wurde Max Franz als Fünfter (0,74). Hannes Reichelt belegte Rang acht (1,36). Joachim Puchner wurde Elfter (1,42), Georg Streitberger kam nach guter oberer Zwischenzeit auf Platz 13 (1,45).

Für Jansrud „ist es unglaublich“

Mann des Tages wurde aber Jansrud, für den sich in der Heimat mit dem ersten Weltcup-Sieg ein Traum erfüllte. Der 26-Jährige, der im ersten Super-G den Sieg um 0,03 und in der Abfahrt um 0,02 Sekunden verpasst hatte, schüttelte das Hundertstelpech der letzten Tage ab. Auf seinem Hausberg, auf dem er laut eigenen Angaben bereits mehrere hundert Mal hinuntergefahren ist, markierte er nach perfekter Fahrt in 1:34,02 die Bestzeit.

Kjetil Jansrud jubelt

GEPA/Thomas Bachun

Jansrud hatte bereits unmittelbar nach seiner Fahrt ein gutes Gefühl

„Es ist einfach unglaublich. Im Ziel hatte ich ein gutes Gefühl, da ich nur kleine Fehler hatte. Aber man weiß ja nie. Über die kleinen Rückstände in den ersten Rennen war ich ein bisschen wütend, aber trotzdem war ich auch mit meinen bisherigen Ergebnissen hier in Kvitjfell zufrieden. Ich hatte nichts mehr zu verlieren und wollte einfach das fahren, was ich kann. Ich hoffe, dass ich weiter vorne mithalten kann, aber dafür muss man weiter hart arbeiten“, sagte Jansrud, der 2010 im RTL Olympiasilber erobert hatte.

Kröll nach Fehler zu verkrampft

Auch Kröll hatte nichts mehr zu verlieren, leider unterliefen ihm auf dem Weg, als erster Speed-Fahrer drei Siege an drei aufeinanderfolgen Tagen zu feiern, aber auch Schnitzer. „Ich habe einen großen Fehler gemacht, deshalb kann ich nicht zufrieden sein. Ich bin in eine Kurve zu gerade reingefahren, und dann hat es mich abgetragen. Aber ich wusste, dass ich alles riskieren muss, wenn ich noch einmal gewinnen will. Nach dem Fehler war ich zu verkrampft, damit war das Rennen verloren. Es ist schade, denn das Podium wäre wieder möglich gewesen. Ob es für den dritten Sieg gereicht hätte, sei dahingestellt.“

Kröll nimmt allerdings ein positives Gefühl für das Weltcup-Finale mit, wo er in der Abfahrt mit 48 Punkten Vorsprung auf Didier Cuche die große Chance auf die kleine Kristallkugel hat. „Das Wochenende war super, ich bin sehr zufrieden. Der Super-G-Weltcup ist für mich zwar gelaufen, jetzt gilt die ganze Konzentration der Abfahrt, da bin ich in Führung. Ich werde alles daransetzen, dass ich in Schwung bleibe und voll fit nach Schladming komme“, versprach der Steirer.

Trio kämpft um Super-G-Kristall

Im Kampf um die kleine Kristallkugel im Super-G wird allerdings kein Österreicher mehr mitmischen können. Die Spezialwertung wird zwischen dem Trio Svindal (413 Punkte), Cuche (371), der Platz sechs belegte, und Feuz (368) entschieden. „Nur ein Vorsprung über 100 Punkte würde mich beruhigen. Ich muss beim Finale sicher wieder bei den Schnellsten sein, sonst geht die Kugel in die Schweiz. Das ist lange noch nicht entschieden“, erklärte Svindal.

Für Feuz zählt aber wohl in erster Linie der Kampf im Gesamtweltcup, für den er aus Kvitfjell insgesamt 210 Punkte entführte. „Dieses Ergebnis hätte ich zehnmal unterschrieben. Es ist fantastisch, wieder auf dem Podest zu stehen. Den beiden Norwegern ist der Erfolg beim Heimrennen zu gönnen. Es ist schön mit so einem Ergebnis nach Hause zu fahren, jetzt freue ich mich auch schon auf das Finale“, sagte Feuz, der von Knieproblemen geplagt wird, aber beim RTL in Kranjska Gora starten möchte.

Herren-Super-G in Kvitfjell

Endstand:
1. Kjetil Jansrud NOR 1:34,02
2. Aksel Lund Svindal NOR 1:34,23
3. Beat Feuz SUI 1:34,28
4. Klaus Kröll AUT 1:34,75
5. Max Franz AUT 1:34,76
6. Didier Cuche SUI 1:34,88
7. Andreas Romar FIN 1:34,93
8. Hannes Reichelt AUT 1:35,38
9. Erik Guay CAN 1:35,39
10. Hans Olsson SWE 1:35,41
11. Joachim Puchner AUT 1:35,44
. Adrien Theaux FRA 1:35,44
13. Georg Streitberger AUT 1:35,47
14. Gauthier De Tessieres FRA 1:35,78
15. Matthias Mayer AUT 1:35,81
16. Christof Innerhofer ITA 1:35,85
17. Didier Defago SUI 1:35,89
. Werner Heel ITA 1:35,89
19. Jan Hudec CAN 1:36,06
20. Yannick Bertrand FRA 1:36,08
21. Romed Baumann AUT 1:36,12
22. Johan Clarey FRA 1:36,13
23. Andrew Weibrecht USA 1:36,30
24. Benjamin Raich AUT 1:36,31
25. Matteo Marsaglia ITA 1:36,32
26. Silvan Zurbriggen SUI 1:36,34
27. Carlo Janka SUI 1:36,39
28. Dominik Paris ITA 1:36,61
. Jeffrey Frisch CAN 1:36,61
30. Bernhard Graf AUT 1:36,64
Out u.a. Mario Scheiber, Florian Scheiber (beide AUT), Robbie Dixon (CAN)

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