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Erfolgsteam gut gerüstet

Red Bull geht zuversichtlich in die am Sonntag (7.00 Uhr, live in ORF eins) in Australien beginnende Formel-1-Saison. Die Autos sind trotz neuer Nasen eine Weiterentwicklung der Vorjahresmodelle, mit denen die WM dominiert wurde. Auch vom Siegen hat das Team nicht genug. „Je länger man es tut, desto spannender kann es werden“, sagte Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz der Nachrichtenagentur dpa.

Die Bullen haben sich auch in dieser Saison beide WM-Titel zum Ziel gesetzt und sich dafür auch in der Winterpause nicht auf dem bisher Erreichten ausgeruht. „Das Auto ist eine Weiterentwicklung“, erklärte Motorsportchef Helmut Marko zuletzt auf ServusTV. „Auf der einen Seite ist die FIA, die die Regeln erstellt. Bei uns sind die Techniker, die das Reglement möglichst zu unseren Gunsten auslegen.“

Die Konkurrenz schielt bereits auf die innovative Auspufflösung des RB8, mit der Stardesigner Adrian Newey einen Teil des durch Regelanpassungen verlorenen Abtriebs erhalten will. Die Auspuffgase sind damit zwar weiterhin nutzbar, laut Marko bewege man sich aber klar innerhalb des Regulativs. Das verbietet 2012 den per Zwischengas „angeblasenen Diffusor“ und reglementiert zudem die Position des Auspuffs stärker als zuvor.

Red-Bull-F1-Team mit Motorsportchef Helmut Marko, Teamchef Christian Horner, Pilot Mark Webber, Renault-Nissan-CEO Carlos Ghosn, Pilot Sebastian Vettel und Renault-Teamdirektor Jean-Francois CaubetGEPA pictures/xpb.cc/DavenportDas Erfolgsteam um Helmut Marko plant 2012 den nächsten Streich

Duell mit McLaren erwartet

Seit 2009 ist das technische F1-Regelwerk vergleichsweise stabil. „Je länger ein Reglement gilt, umso enger schiebt sich alles zusammen“, betonte Marko. Einen kleinen Teil seines Vorsprungs will sich Red Bull aber auch über den Winter bewahrt haben. „Man weiß, dass man nicht immer siegen kann - aber man versucht, die erfolgreiche Phase immer weiter und weiter zu verlängern“, weiß auch Mateschitz, dass die Konkurrenz nicht geschlafen hat.

Den Kreis der potenziellen Titelanwärter schränkte der Red-Bull-Boss ein. „Unsere derzeitige Annahme ist, dass wir quasi gleichauf mit McLaren liegen werden, gefolgt von Mercedes, die einen großen Entwicklungsschritt mit sehr guten Neuerungen geschafft haben“, sagte der österreichische Milliardär und Besitzer des neuen Branchenführers der Formel 1. Den kriselnden Traditionsrennstall Ferrari wähnt Red Bull „derzeit noch auf Platz vier, aber mit dem Potenzial, sehr rasch aufzuholen“.

Auch Marko sieht McLaren als schärfsten Konkurrenten. Ferrari bekundete Probleme, dafür habe Mercedes durch einen „gewieften Schachzug“ aufgeholt. Das Team um Rekordweltmeister Michael Schumacher aktiviert mittels DRS einen Luftstrom durch das Auto (F-Schacht), der für mehr Topspeed sorgt. DRS ist im Qualifying immer erlaubt, dort dürften die größten Vorteile liegen. „Nachbauen können wir das bis Melbourne nicht“, sagte Marko.

Vettel sind die Gegner egal

Wen Titelverteidiger Sebastian Vettel auf dem Weg zum möglichen Titelhattrick letztlich schlagen muss, ist dem zweimaligen Weltmeister aber ohnehin egal. „Wenn wir im letzten Rennen die Möglichkeit haben, für die Meisterschaft zu kämpfen, sind wir glücklich genug. Gegen wen, spielt da eigentlich keine Rolle“, sagte Vettel der dpa.

Mateschitz geht davon aus, dass die erneute Titelverteidigung für Vettel nicht leicht wird, „aber auch nicht sehr viel schwerer als zuletzt“. Zählen kann der 24-jährige Doppelweltmeister dabei auf jeden Fall auf sein Team, das sich durch hohe Flexibilität und auch Homogenität auszeichnet.

„Hohes Maß an Faszination“

„Wir haben in den letzten beiden Jahren nicht einen Mitarbeiter in einer Schlüsselfunktion verloren“, erinnerte der Red-Bull-Besitzer am Wochenende in einem „Kurier“-Interview. Den Vergleich mit Traditionsteams wie Ferrari scheut der Milliardär nicht. „Auch von Red Bull geht ein hohes Maß an Faszination aus, kombiniert mit sehr hoher Loyalität.“

Loyal ist auch Vettel - zumindest solange man dem Weltmeister, der aus dem eigenen Nachwuchsprogramm kommt und bis 2014 vertraglich gebunden ist, ein siegfähiges Auto hinstellt. Mateschitz will die Schlagzahl beibehalten. „Weltmeister zu werden ist eines, Weltmeister bleiben, ein anderes“, betonte der Teambesitzer. „Viele sagen, dass es schwerer ist, die Spitze zu halten, als sie zu erreichen, und dies wollen wir diese Saison zum zweiten Mal versuchen.“

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Publiziert am 15.03.2012