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Nachdenklicher Weltmeister
Die schnellsten Zeiten im Albert Park von Melbourne markierten die McLaren-Piloten Jenson Button und Lewis Hamilton. Auch Rekordweltmeister Michael Schumacher im Mercedes unterstrich seine Ambitionen, im dritten Jahr seines Comebacks erstmals wieder an der Spitze mitzumischen.
AP/Andrew BrownbillDer Weltmeister war mit dem ersten Trainingstag nicht ganz zufriedenAuf Red Bull wartet noch einige Arbeit
Vettel musste sich hingegen mit den Rängen elf und zehn begnügen und war danach nicht wirklich zufrieden. „Wir müssen noch ein bisschen zulegen und mehr über das Auto lernen“, sagte der 24-jährige Deutsche. Nach einem Plausch mit seinem Teamkollegen Mark Webber ging er am Nachmittag erst nach rund 45 Minuten auf die nur langsam abtrocknende Strecke. Und das, nachdem schon in den ersten anderthalb Trainingsstunden bei Vettel wenig gepasst hatte. „So ziemlich alles war nicht so gut“, gab er zu. „Wichtig ist, dass wir über Nacht einen Schritt nach vorne machen.“
Sollte das nicht der Fall sein, dann könnte es im Qualifying am Samstag sogar eng werden, so der Weltmeister. „Das ist kein Scherz: Es ist wichtig, ins dritte Qualifying zu kommen.“ Der Deutsche ist sich nach wie vor über die Kräfteverhältnisse unsicher: „Ich weiß, dass alle auf eine Antwort brennen.“ Geben konnte Vettel sie nicht. „Wir haben aerodynamische Sachen ausprobiert“, sagte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko.
Eine Tagesbestzeit ist immer schön
McLaren dürfte weiterhin erster Herausforderer der im Vorjahr überlegenen „Bullen“ sein. „Es sieht immer noch eng zwischen uns, Red Bull und Mercedes, aus“, so Hamilton. Und Button stellte fest: „Auch wenn es nicht allzu viel bedeutet, ist es immer schön, mit der Tagesbestzeit die Saison zu beginnen. Das Wetter war nicht sehr hilfreich, aber es war für alle gleich. Ich glaube, wir können zufrieden sein.“
„Aber auch Mercedes ist sehr stark“, erinnerte Marko. Schumacher erzielte am Nachmittag, nachdem eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn ein Wolkenbruch niedergegangen war, in 1:29,183 Bestzeit. In der ersten Session war der Deutsche auf trocknender Strecke sogar bereits 1:28,235 gefahren, Button war aber noch einmal mehr als sechs Zehntelsekunden schneller.
Mercedes mit technischem Trick
Der Aufschwung von Mercedes - im Vorjahr nicht ein einziges Mal unter den ersten vier - ist auch einem technischen Trick geschuldet, den der Automobil-Weltverband (FIA) in Melbourne für regelkonform erklärt hat. Mit der Überholhilfe DRS aktiviert sich dabei ein Luftschacht durch das Auto, der für einen Strömungsabriss und mehr Topspeed sorgt. Andere Teams dürften zum Nachrüsten gezwungen werden. „Darüber zu reden, ist aber noch zu früh“, so Marko.
Mercedes verteidigte seine Bauweise. „Innovation ist ein großer Teil der Formel 1“, betonte Teamchef Ross Brawn, dessen Rennstall schon 2009 den für Button WM-bringenden Doppeldiffusor gebaut hatte. „Dieses System ist kein so massiver Vorteil“, sagte Brawn. „Es ist außerdem nicht wirklich kompliziert.“ Für Schumacher reicht es aber, erstmals nach seiner Rückkehr in die Königsklasse wieder ernsthaft mit einem Podestplatz spekulieren zu dürfen.
Stallgefährte Nico Rosberg war mit deutlich mehr Sprit an Bord unterwegs und kam auf die Ränge sechs und neun. „Wir haben gesehen, dass wir bei verschiedenen Bedingungen konkurrenzfähig sind“, freute sich Schumacher. Aufschlüsse auf trockener Strecke erhielten die Teams kaum. „Dieser Tag fehlt allen“, erklärte Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda. Schumacher allerdings wolle es noch einmal wissen. Lauda: „Er braucht ein gutes Auto. In den ersten beiden Jahren hat er keines gehabt, jetzt hat er es.“
Alonso zweimal Vierter
Zugetraut wird Mercedes damit sogar mehr als Ferrari - trotz zweier vierter Trainingsränge von Fernando Alonso. Dessen Teamkollege Felipe Massa verabschiedete sich im ersten Training gleich ins Kiesbett. Rückkehrer Kimi Räikkönen, in den Tests der Schnellste, fuhr im Lotus auf die Plätze neun und 18. Aufschlüsse über das wahre Kräfteverhältnis dürfte aber erst das Qualifying am Samstag (7.00 Uhr MEZ, live in ORF eins) bringen.
Grand Prix von Australien in Melbourne
| Erstes Freies Training: | ||||
| 1. | Jenson Button | GBR | McLaren | 1:27,560 |
| 2. | Lewis Hamilton | GBR | McLaren | 1:27,805 |
| 3. | Michael Schumacher | GER | Mercedes | 1:28,235 |
| 4. | Fernando Alonso | ESP | Ferrari | 1:28,360 |
| 5. | Mark Webber | AUS | Red Bull | 1:28,467 |
| 6. | Nico Rosberg | GER | Mercedes | 1:28,683 |
| 7. | Daniel Ricciardo | AUS | Torro Rosso | 1:28,908 |
| 8. | Pastor Maldonado | VEN | Williams | 1:29,415 |
| 9. | Kimi Räikkönen | FIN | Lotus | 1:29,565 |
| 10. | Kamui Kobayashi | JPN | Sauber | 1:29,722 |
| 11. | Sebastian Vettel | GER | Red Bull | 1:29,790 |
| 12. | Nico Hülkenberg | GER | Force India | 1:29,865 |
| 13. | Paul di Resta | GBR | Force India | 1:29,881 |
| 14. | Bruno Senna | BRA | Williams | 1:28,953 |
| 15. | Sergio Perez | MEX | Sauber | 1:30,124 |
| 16. | Romain Grosjean | FRA | Lotus | 1:30,515 |
| 17. | Heikki Kovalainen | FIN | Caterham | 1:30,586 |
| 18. | Felipe Massa | BRA | Ferrari | 1:30,743 |
| 19. | Jean Eric Vergne | FRA | Torro Rosso | 1:31,178 |
| 20. | Witali Petrow | RUS | Caterham | 1:31,983 |
| 21. | Timo Glock | GER | Marussia | 1:34,730 |
| 22. | Charles Pic | FRA | Marussia | 1:40,256 |
| 23. | Narain Karthikeyan | IND | HRT | - |
| 24. | Pedro de la Rosa | ESP | HRT | - |
| Zweites Freies Training: | ||||
| 1. | Michael Schumacher | GER | Mercedes | 1:29,183 |
| 2. | Nico Hülkenberg | GER | Force India | 1:29,292 |
| 3. | Sergio Perez | MEX | Sauber | 1:30,199 |
| 4. | Fernando Alonso | ESP | Ferrari | 1:30,341 |
| 5. | Kamui Kobayashi | JPN | Sauber | 1:30,709 |
| 6. | Paul di Resta | GBR | Force India | 1:31,466 |
| 7. | Felipe Massa | BRA | Ferrari | 1:31,505 |
| 8. | Heikki Kovalainen | FIN | Caterham | 1:31,932 |
| 9. | Nico Rosberg | GER | Mercedes | 1:32,184 |
| 10. | Sebastian Vettel | GER | Red Bull | 1:32,194 |
| 11. | Mark Webber | AUS | Red Bull | 1:32,296 |
| 12. | Timo Glock | GER | Marussia | 1:32,632 |
| 13. | Witali Petrow | RUS | Caterham | 1:32,767 |
| 14. | Romain Grosjean | FRA | Lotus | 1:32,822 |
| 15. | Jenson Button | GBR | McLaren | 1:33,039 |
| 16. | Lewis Hamilton | GBR | McLaren | 1:33,252 |
| 17. | Pastor Maldonado | VEN | Williams | 1:34,108 |
| 18. | Kimi Räikkönen | FIN | Lotus | 1:34,275 |
| 19. | Bruno Senna | BRA | Williams | 1:34,312 |
| 20. | Jean Eric Vergne | FRA | Torro Rosso | 1:34,485 |
| 21. | Daniel Ricciardo | AUS | Torro Rosso | 1:34,604 |
| 22. | Charles Pic | FRA | Marussia | 1:34,770 |
| 23. | Narain Karthikeyan | IND | HRT | 1:42,627 |
| 24. | Pedro de la Rosa | ESP | HRT | - |
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Publiziert am 16.03.2012