Themenüberblick

„Herminator“ als heimlicher Sieger

Seit 2006 mussten die heimischen Skifans darauf warten, wieder einen österreichischen Sieger im Gesamtweltcup bejubeln zu dürfen. Marcel Hirscher beendete heuer die lange Durststrecke aus rot-weiß-roter Sicht und ist damit neben Lindsey Vonn der große Gewinner der Saison. Als Sieger darf sich aber auch der im Gesamtweltcup unterlegene Schweizer Beat Feuz fühlen.

Hirschers Triumph war das i-Tüpfelchen auf eine erfolgreiches Saison der ÖSV-Alpinen. Insgesamt 25 Weltcup-Siege, darunter auch jenen beim Teambewerb in Schladming, gab es für die österreichischen Fans zu bejubeln. Im Nationencup holten die ÖSV-Athleten mit 13.676 Punkten mehr als doppelt so viele wie die zweitplatzierten Italiener (6.907). „Es war ein sehr erfolgreiches Jahr, wir haben sehr große Ziele erreicht. Wir haben den Nationencup zum 23. Mal in Folge gewonnen und das mit einer super Punktezahl“, freute sich ÖSV-Sportdirektor Hans Pum.

Vonn Preisgeldkönigin

Hirscher war mit 460.688 Franken (381.680 Euro) Bruttopreisgeld auch in dieser Kategorie die Nummer eins - zumindest bei den Herren. Denn die zwölffache Saisonsiegerin Vonn verdiente mit 552.994 Franken (458.156 Euro) mehr als der Salzburger. Beste ÖSV-Dame war Marlies Schild mit 277.550 Franken (229.950 Euro) Preisgeld. Die Salzburgerin war mit sechs Siegen in zehn Rennen wieder die Königin der Slalomstangen und ebenfalls eine der großen Siegerinnen der Saison.

Lindsey Vonn (USA) und Marcel Hirscher

APA/Barbara Gindl

Vonn und Hirscher schrieben die Geschichte der abgelaufenen Saison

Die 30-Jährige durfte sich zudem über ein erfolgreiches Comeback ihres Lebensgefährten Benjamin Raich freuen. Der 34-Jährige hatte nach einer schweren Knieverletzung zwar zu Beginn der Saison mit sportlichen Rückschlägen zu kämpfen, strafte aber alle Kritiker, die ihm das Karriereende empfohlen hatten, gegen Ende des Winters Lügen. Am 25. Februar gewann Raich mit dem Super-G in Crans Montana nicht nur sein erstes Speed-Rennen, sondern blieb mit seinem 36. Weltcup-Sieg einen Erfolg vor Freundin Marlies.

Der Aufsteiger neben Hirscher war sein unterlegener Konkurrent Feuz. Nur 25 Punkte fehlten dem Speed-Spezialisten, um zwei Jahre nach Carlo Janka wieder die große Kristallkugel in die Schweiz zu holen. Der 25-Jährige war mit vier Saisonsiegen, darunter dem Erfolg beim Heimrennen in Wengen, einer der Aufsteiger der Saison. Gemeinsam mit Hirscher ließ er den ewig jungen Konkurrenzkampf zwischen der Schweiz und Österreich wieder aufleben und sorgte sehr zur Freude der Fans für eine der spannendsten Entscheidungen im Gesamtweltcup der jüngeren Geschichte.

Maiers Rekord hält

Als heimlicher Sieger des Winters darf sich auch Hermann Maier fühlen. Der Punkterekord des „Herminators“ von 2.000 Zählern aus der Saison 1999/2000 bleibt zumindest ein weiteres Jahr bestehen. Vonn verpasste die Bestmarke um läppische 20 Punkte. „Schuld“ war vor allem eine Fehlinformation im Super-G. Die US-Amerikanerin fuhr nach klarer Zwischenbestzeit ein Tor kurz vor dem Ziel zu direkt an und flog fast vom Kurs. Sieg und Rekord waren damit dahin. Dass Vonn im Riesentorlauf einen Stock verlor und den angestrebten 13. Platz damit verpasste, setzte dem Ganzen die Krone auf.

„Wenn du so hart arbeitest und dann im letzten Lauf, wenn noch alles möglich ist, verlierst, dann ist das schon schwer. Aber es ist für mich eine Motivation für das nächste Jahr“, sagte Vonn, die nach ihren RTL-Siegen in Sölden und Aare als eine von fünf Läuferinnen der Geschichte in allen Disziplinen gewinnen konnte. Apropos Rekord: Auch jener der Schweizerin Vreni Schneider von 34 Slalomsiegen bleibt bestehen. Schneiders Bestmarke dürfte jedoch in der kommenden Saison fallen. Denn Schild fehlt nur noch ein Erfolg, um den Rekord der Schweizerin zu egalisieren.

Links: