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Köllerers Karriere vorbei

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hat am Freitag die lebenslange Sperre gegen Daniel Köllerer durch die Tennis Integrity Unit (TIU), die Antikorruptionsbehorde des Internationalen Tennisverbandes (ITF), bestätigt. Der CAS hob allerdings die ursprünglich verhängte Geldstrafe in Höhe von 100.000 US-Dollar (75.517 Euro) auf.

Der 28-jährige Oberösterreicher hatte vor der Berufungsinstanz Ende November 2011 seine angeblichen Spielmanipulationen bestritten und das Urteil vom 31. Mai des Vorjahres angefochten. Köllerer wurde sowohl als Spieler als auch als möglicher künftiger Trainer von der ATP-Tour ausgeschlossen, auch der Österreichische Tennisverband (ÖTV) setzte dieses Urteil um, das zu diesem Zeitpunkt einzigartig war und als weltweiter Präzedenzfall galt. Im Oktober wurde der Serbe David Savic mit derselben Strafe bedacht.

Daniel Köllerer auf dem Weg zum Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne

APA/EPA/Keystone/Dominic Favre

Köllerer bei der CAS-Anhörung im November

Vergebliches Hoffen auf Comeback

Die zweitägige Verhandlung der Causa Köllerer vor dem CAS war schon im November abgeschlossen worden. Köllerer hatte wie die Gegenseite die Möglichkeit bekommen, vor einem dreiköpfigen, unabhängigen Schiedsgericht seine Standpunkte darzulegen. Das hatten Manager Manfred Nareyka und Rechtsanwalt Christian Konrad nach Abschluss der Verhandlungen mitgeteilt. Mehrere Zeugen seien einvernommen worden, weitere Details zur Verhandlung wurden nicht genannt.

Köllerer hatte sich derweil fit gehalten und auf ein Comeback in diesem Jahr gehofft. Der frühere Weltranglisten-55. hatte sich in der Zwischenzeit im September auch sein linkes Handgelenk operieren lassen. Die Prozess- und Anwaltskosten konnte der Jungvater dank Unterstützung seiner Familie zusammenkratzen.

Belastende Aussagen von Spielern

Köllerer soll in mehreren Fällen versucht haben, Spiele zu manipulieren, die Beweislage beruhte auf Aussagen von insgesamt fünf Spielern. Eine tatsächliche finanzielle Bereicherung konnte Köllerer nicht nachgewiesen werden. Letzteres hat den Sportschiedsgerichtshof dazu veranlasst, die hohe Geldstrafe zu streichen.

„Der CAS-Ausschuss hat die lebenslange Sperre bestätigt, weil die Strafe hoch genug ist, um den Ernst der Korruptionsvorwürfe zu untermauern. Die Geldstrafe wurde insbesondere deshalb aufgehoben, weil der Spieler nicht finanziell von einem der Anklagepunkte profitiert hat“, hieß es in einer CAS-Aussendung am Freitag.

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