Hamburger weiter im freien Fall
Der ehemals stolze Hamburger SV hat am Freitag bereits die vierte Pleite in Folge und damit den nächsten Tiefschlag in der deutschen Bundesliga hinnehmen müssen. Der HSV unterlag zum Auftakt der 27. Runde beim VfL Wolfsburg 1:2 und befindet sich damit weiter in akuter Abstiegsgefahr.
Die harmlosen Gäste kamen lediglich zu einem Torerfolg durch Marcus Berg (47.). Bei den Wolfsburgern nutzten Mario Mandzukic (46.) und Marcel Schäfer (75.) eklatante Hamburger Abwehrschwächen zum verdienten Sieg. Der HSV, Gründungsmitglied der deutschen Liga, rutschte in der Tabelle am Samstag auf den Relegationsrang 16 ab.

APA/EPA/dpa/Peter Steffen
Aogo (l.) im Duell gegen Hasebe
Spielbestimmende Gastgeber
Wolfsburg machte vor 29.000 Zuschauern das Spiel, erarbeitete sich zunächst aber kaum Chancen. Coach Felix Magath hatte seinem seit Wochen formschwachen Kapitän Christian Träsch eine Denkpause verordnet und ihn erstmals in dieser Saison auf die Ersatzbank verbannt.
In der schwachen ersten Halbzeit sorgte einzig der zwischenzeitlich schon ausgemusterte Stürmer Patrick Helmes für Gefahr vor dem Hamburger Tor. Der mit vier Toren in den vergangenen vier Spielen jüngst treffsicherste Wolfsburger vergab zunächst zwei große Chancen (16., 28.), einen Schuss mit dem schwächeren rechten Fuß (33.) konnte HSV-Goalie Jaroslav Drobny parieren.
Umstellungen fruchten nicht
Wenn beim HSV überhaupt etwas lief, dann nur über die linke Seite. Dennis Aogo stand hinten sicher, vor ihm belebte Marcel Jansen das in den vergangenen Wochen so behäbige Spiel nach vorne. Denn den freien Fall des HSV versuchte Trainer Thorsten Fink mit einer radikal veränderten Mannschaft zu stoppen.
Gleich fünf Neue rückten im Nord-Derby ins Team: Die Nationalspieler Heiko Westermann, Aogo und Jansen sollten der anfälligen Abwehr mit 13 Gegentoren in den vergangenen vier Spielen wieder Stabilität verleihen. Ohne den verletzten Aogo hatten die Norddeutschen zehn Tore kassiert.
Und im jüngst so harmlosen Angriff bot Fink den langen Schweden Berg auf. Der teuerste Einkauf der HSV-Geschichte ersetzte den beim 1:3 gegen Freiburg überforderten Tolgay Arslan. Mladen Petric musste nicht mehr den Alleinunterhalter im Hamburger Sturm geben.
Furioser Beginn nach der Pause
Die zweite Halbzeit begann furios. Erst verwandelte Mandzukic eine Flanke von Dejagah zum 1:0. Der Iraner hatte den Ball gegen Aogo erkämpft. Im Gegenzug erzielte der vorher völlig abgetauchte Berg den Ausgleich. Mit einem gefühlvollen Heber überwand er den herausgelaufenen Torhüter Diego Benaglio - nur 83 Sekunden nach der VfL-Führung.
Das erste Saisontor des lange verletzten Berg, der in dieser Saison erst sechs Spiele bestritten hatte. „Ich glaube schon, dass man eine andere Mannschaft gesehen hat als zuletzt“, sagte Aogo. „Wir haben das nicht so schlecht gemacht. Aber wir kriegen unnötige Gegentore. Das müssen wir abstellen, sonst wird es schwer da unten rauszukommen.“
„Hätten einen Punkt verdient“
Denn der HSV überließ weiter dem VfL die Initiative. Nach vorne ging fast nichts, hinten wirkte Drobny unsicher. Beim 2:1 der Wolfsburger machte der Tscheche eine unglückliche Figur. Schäfer verwandelte einen Freistoß direkt zur erneuten Führung. Der nächste Gegentreffer für die Hanseaten nach einer Standardsituation - und die nächste Pleite.
„Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt“, meinte ein enttäuschter Petric. „Wir haben super reagiert nach dem ersten Tor. Und dann kriegen wir noch ein zweites. Das ist so, wenn man unten ist.“
27. Runde
| Freitag, 23. März: |
| Wolfsburg |
Hamburger SV |
2:1 |
| Samstag, 24. März: |
| Bayern München |
Hannover |
2:1 |
| Mönchengladbach |
Hoffenheim |
1:2 |
| Bremen |
Augsburg |
1:1 |
| Mainz |
Hertha BSC |
1:3 |
| Freiburg |
Kaiserslautern |
2:0 |
| Schalke |
Leverkusen |
2:0 |
| Sonntag, 25. März: |
| Stuttgart |
Nürnberg |
1:0 |
| Köln |
Dortmund |
1:6 |
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