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Vorfreude auf Semifinale

Der FC Bayern München darf weiter auf ein Heimspiel im Finale der Champions League hoffen. Die Pflichtaufgabe im Rückspiel gegen Olympique Marseille erledigten die Bayern am Dienstag mit 2:0 souverän. David Alaba spielte nicht nur durch, sondern drückte gemeinsam mit Franck Ribery und Doppeltorschützen Ivica Olic der Partie den Stempel auf.

Der 19-Jährige erledigte seinen Part in der linken Abwehr souverän und abgeklärt und schaltete sich auch immer wieder in die Offensive ein. Seine Vorarbeit zum 2:0 durch Olic, sein erster Assist in der Champions League, beeindruckte nicht nur den deutschen Teamchef Joachim Löw, der sich unter die 66.000 Zuschauer in der Allianz Arena gemischt hatte.

Dem Stanglpass des Wieners ging ein sehenswerter Doppelpass mit Ribery voran. Das österreichisch-französische Duo überbrückte mit seiner Aktion auf einen Schlag fast das gesamte Spielfeld.

Höchstnote für Alaba

Für seine Vorstellung wurde Alaba vom deutschen Boulevardblatt „Bild“ mit der Höchstnote ausgezeichnet. Nur zwei weitere Spieler bekamen einen Einser: Doppeltorschütze Olic und Alabas kongenialer Partner Ribery. Den Assist zum 2:0, bei dem Alaba über 92 Meter aus der eigenen Abwehr nach vor sprintete, bezeichnete die Zeitung als „beispielhaft“. Zur Leistung in der Defensive fiel dem betreffenden Redakteur nur die Frage ein: „Hat der Junge jemals was anderes gemacht, als hinten links zu spielen?“ Auch andere deutsche Medien waren nach dem Spiel gegen Marseille voll des Lobes.

Ivica Olic und David Alaba (Bayern)

AP/Kerstin Joensson

Olic bedankt sich bei Alaba für die mustergültige Vorlage zum 2:0

„Alaba verteidigt hinten eifrig, und bei erstbester Gelegenheit rollt er wie ein ICE auf dem Weg nach Wien am Franzosen vorbei“, urteilte die „Süddeutsche Zeitung“ über Alaba und sein Zusammenspiel mit Ribery. „Vielleicht stimmt es ja gar nicht, dass Philipp Lahm sein Offensiv-Gen gefunden hat - er hat einfach David Alaba beim außenverteidigen zugesehen. Alaba spielt seit einigen Wochen links hinter Ribery und läuft, nein, man muss sagen, er rollt seitdem die linke Seite auf und ab“, schrieb das Blatt. Und die „Frankfurter Rundschau“ schrieb: „Großartig wie sich Österreichs Fußballer des Jahres auf der linken Abwehrseite zu einem unverzichtbaren Baustein im Bayern-Ensemble entwickelt hat.“

Ribery lernt wienerisch

Auch das schnelle Umschalten von Defensive zu Offensive des Teamspielers wurde gelobt. Einziger Wermutstropfen war eine Gelbe Karte. Bei einer neuerlichen Verwarnung im Hinspiel müsste Alaba im Halbfinal-Rückspiel zusehen. „Er ist ein richtig guter Junge“, sagte auch Ribery nach dem Spiel beim TV-Interview über seinen jungen Teamkollegen. Nicht nur auf dem Spielfeld, auch privat stimmt die Chemie zwischen dem jungen Wiener und dem impulsiven Franzosen. „Ich rede viel mit ihm“, so Ribery - auch auf wienerisch. „Bist deppat, sagt er manchmal zu mir“, sagte Alaba nach dem Spiel im TV-Interview.

Im Sog von Alaba und Ribery ließ auch der Rest der Mannschaft nie einen Zweifel über den Sieg aufkommen. „Die Mannschaft hat sich Lob verdient. Sie hat ein tolles Spiel gemacht, es immer kontrolliert und steht verdient im Halbfinale“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. In der Runde der letzten Vier wartet auf die Bayern der Schlager gegen Real Madrid.

„Attraktives Semifinale“

„Es wird ein extrem attraktives Semifinale“, blickte Trainer Jupp Heynckes bereits ein wenig in die Zukunft. Im Hinspiel gegen seinen Ex-Club wird der Routinier auch wieder auf Bastian Schweinsteiger setzen können, der im Rückspiel gegen Marseille mit einer Gelbsperre gefehlt hat. Alaba wird der deutsche Nationalspieler aber nicht aus der Startformation verdrängen. Zu souverän agierte der Wiener im Zusammenspiel mit Ribery gegen Marseille.

Bayern und Real stehen sich zum fünften Mal in einem Halbfinale der Königsklasse gegenüber. Die Bilanz spricht klar für die Deutschen. Von den bisherigen vier Duellen konnten die Bayern drei für sich entscheiden. Kein Wunder, dass die Münchner in Madrid als „Bestia Negra“ (die schwarze Bestie) bezeichnet werden. Zuletzt schaltete Bayern Real 2001 in der Vorschlussrunde aus. Damals als Alaba gerade noch keine neun Jahre alt war.

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